Test / Fahrbericht / Probefahrt: 2015 Mercedes-Maybach S600

Im Februar diesen Jahres bringt Mercedes-Benz die Mercedes-Maybach S-Klasse auf den Markt. Wir hatten die Möglichkeit, das Topmodell der Reihe, den S 600, unter die Lupe zu nehmen.

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Die Optik

In der Außenansicht fallen sofort die Unterschiede zur normalen S-Klasse auf:

Die im Vergleich zur langen S-Klasse kürzere Fondtür ist jetzt ohne Dreieckfenster, dieses befindet sich weiter hinten in der C-Säule.

Außerdem findet man ziemlich viel Chrom am S 600: am Kühlergrill, dem hinteren Stoßfänger, den im hinteren Stoßfänger integrierten Endrohrblenden. Zudem sind alle Glasflächen in Chrom eingefasst, ebenso ist die B-Säule chromverkleidet.

Der S 600 rollt auf exklusiven 20-Zoll-Rädern über den Asphalt.

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Der neue Mercedes-Maybach S 600 ist 5,45 m lang und hat einen Radstand von 3,37 m. Diese Ausmaße lassen den Fondpassagieren viel Beinfreiheit, was nur eines der vielen exklusiven Details des Fahrzeugs ist. Da das Fahrzeug für den Chauffeurbetrieb konzipiert wurde, wurde der größte Wert auf die Ausstattung und den Komfort im Fond gelegt.

Die Kopffreiheit wurde erhöht und der S 600 ist serienmäßig mit Executive-Sitzen ausgestattet, die vielseitige Verstellmöglichkeiten bis zur Liegeposition bieten. Die Chauffeur-Stellung des Beifahrersitzes bietet noch weitere 8 cm Beinfreiheit für den Reisenden dahinter.

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Alle Einstellungen können bequem über die Bedieneinheit in den Türen vorgenommen werden. Gegen Aufpreis gibt es noch Multikontursitze und eine Massage-Funktion. Beim serienmäßigen Panorama-Schiebedach kann auf Wunsch die Transparenz von hell auf dunkel geschaltet werden.

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Innen findet sich auch, zum Teil optional, so einiges an Luxus, wie beispielsweise exklusives Leder, viele Zierelemente, verchromte Hochtöngitter, TFT-Bildschirme, Champagnerkelche und die IWC Analoguhr im Armaturenbrett. Optional kann man hinten eine Mittelkonsole mit Thermo-Cupholdern bekommen und auch ausklappbare Tische.

Der S 600 hat serienmäßig ein hochwertiges Soundsystem verbaut, welches man gegen Aufpreis nochmal zu einem Surround- oder 3D-Surround-System des High-End Audio-Spezialisten Burmester erweitern kann.

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Eine neuartige Funktion ist die Sprachverstärkung, die die Kommunikation von den Front- zu den Fondpassagieren erleichtern soll. Die beiden Mikrofone im Innenspiegel, die auch für die Telefonfreisprecheinrichtung genutzt werden, nehmen das gesprochene Wort auf und geben es, je nach Lautstärke der Umgebungsgeräusche, über die hinteren Lautsprecher in den Türen und in der Hutablage wieder.

Laut Mercedes-Benz ist die Mercedes-Maybach S-Klasse die leiseste Serienlimousine der Welt, da das Windgeräuschniveau besonders niedrig ist.

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Assistenz- und Sicherheitssystemene

Wie in der S-Klasse gibt es in der Mercedes-Maybach S-Klasse die „Intelligent Drive“ Systeme. Zu ihnen zählt die Pre-Safe Bremse mit Fußgängererkennung, Distronic Plus mit Kreuzungs-Assistent, ein aktiver Spurhalteassistent, der Adaptive Fernlicht-Assistent Plus und der Nachtsicht-Assistent Plus.

Der Gurtschlossbringer soll sowohl den Komfort, als auch die Sicherheit erhöhen. Das Anschnallen soll vereinfacht werden und dadurch auch die Anschnallhäufigkeit im Fond steigern. Der Beltbag ist ein bis auf die dreifache Breite aufblasbares Gurtband, das bei einem Frontalaufprall die Belastung auf den Brustkorb verringert und so das Verletzungsrisiko von Fondpassagieren reduzieren kann.

Der Sitzkissenairbag befindet sich unter dem Sitzpolster der Executive-Sitze und löst nur in Liegeposition aus, damit das Becken nicht unter dem Gurtband durchrutschen kann. Windowbag und Thorax-Sidebag werden auf der stoßzugewandten Seite ausgelöst, wenn das zentrale elektronische Steuergerät einen Seitencrash erkennt.

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Die Leistung

Das 530 PS starke Biturbo-Aggregat verfügt über einen Hubraum von 5.980 ccm und besitzt ein maximales Drehmoment von 830 Nm ab 1.900 Umdrehungen pro Minute. Der Mercedes-Maybach S600 soll laut NEFZ durchschnittlich 11,7 Liter auf 100 km verbrauchen. Bei diesem Modell liegen die CO2-Emissionen bei 274 g/km.

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Die Fahrwerte sind beindruckend: Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Mercedes-Maybach als S 600 innerhalb von 5,0 Sekunden bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von elektronisch abgeregelten 250 km/h. Geschaltet wird über das Automatikgetriebe 7G-Tronic Plus der neuesten Generation.

Das vorausschauende Fahrwerk Magic Body Control erkennt über eine Kamera die Unebenheiten schon, bevor man darüberfährt und passt jedes Rad separat daran an. Diese Funktion haben wir bei der Probefahrt in den USA ausgiebig ausprobiert und es funktioniert in der Tat. Die Bodenwellen werden einfach weggebügelt.

Der Preis

Der Basispreis des Topmodells Mercedes-Maybach S 600 liegt bei 187.841,50 Euro, der S 500 startet bei 134.053,50 Euro. Auf den ersten Blick teuer, gar keine Frage, im Vergleich zum eigenen Vorgänger aber ein richtiges Schnäppchen, denn der war mehr als doppelt so teuer.

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Mein Fazit

Der pure Luxus! Auch wenn ich die versilberten Sektkelche nun wahrlich nicht brauche, habe ich die Probefahrt hinten (also die Mitfahrt mit einem Chauffeur) genauso genossen wie die Fahrt hinterm Lenkrad. Dank den ganzen technischen Hilfsmitteln fährt sich das 530 PS Geschoss auffallend unauffällig.

Wer nun einen wummernden V12 Sound erwartet, der wird natürlich enttäuscht. Der Innenraum bleibt leise! Das gehört sich auch so in diesem Fahrzeug. Der Mercedes-Maybach S600 ist die perfekte Weiterentwicklung der S-Klasse.

Was bloggen die anderen?

Bjoern Habegger fehlt eine Funktion, er übt vorab konstruktive Kritik: „Die S-Klasse besitzt bereits die größte Armada an Sensoren und Assistenzsystemen, warum nicht eines, das Radarsensoren in der Nase dafür nutzt, um beim Bremsvorgang den Abstand zum Fahrzeug voraus zu messen und den Bremsdruck kontrolliert nachzulassen?“ Warum Bjoern diese Funktion haben möchte, die ich persönlich in solchen Fahrzeugen auch sehen würde, lest ihr am besten in seinem Beitrag.

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Marc J. Christiansen kommt nach der Probefahrt zu nachfolgendem Fazit: „Insgesamt kann man von einem sehr beeindruckenden Fahrzeug sprechen, der neue MAYBACH ist den Konstrukteuren und Designern von Mercedes sehr gut gelungen.“

Christian Sauer schreibt: „So oder so stellt der Mercedes-Maybach S 600 die derzeit luxuriöseste und technisch aufwendigste S-Klasse dar – und das zu einem überraschend „günstigen“ Preis von unter 200.000 Euro. Wir hoffen jedoch, dass Mercedes-Benz den Namen und die Tradition von Maybach damit nicht „unter Wert” verkauft.“

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Jan Gleitsmann findet die normale S-Klasse bereits ausreichend: „Mir persönlich würde eine “normale” S-Klasse mit langem Radstand ausreichen. Ich selbst müsste nicht die extra 20cm haben. Wohl aber verstehe ich, dass dies eine große Anzahl von Asiaten, Russen und Nordamerikanern ganz anders sehen wird. Am Ende des Tages ist die S-Klasse in meinen Augen eins der besten Oberklasse-Fahrzeuge, die aktuell verfügbar sind. Das zählt für mich. 20cm und ein wenig mehr Luxus muss ich nicht haben.“

Sarah Sauer: „Maybach ist wieder da, aber als Submarke von Mercedes, so wie es jetzt ja auch “Mercedes-AMG” heißt. Das bedeutet auch, dass die Mercedes-Maybach-Modelle heute im Prinzip noch schickere S-Klassen sind – daher auch das “S 600″-Emblem auf dem Heck. Also: Mercedes-Benz S 600 = S-Klasse. Mercedes-Maybach S 600 = S-Klasse mit noch mehr Platz und Chi-Chi.“

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