Längst vergessene Autos: AMC Eagle

Uups, der Eagle ist schon der zweite AMC in der Reihe längst vergangener Autos. Woran könnte das liegen? Die American Motors Corporation (AMC), die 1987 in Chrysler aufging, hat neben dem Pacer auch noch ein paar andere mehr oder weniger skurrile Autos gebaut. Eines davon ist der Eagle.

Heute wäre er eigentlich schon wieder modern, denn man könnte ihn als Crossover, also Alltagswagen mit Geländeapplikationen, bezeichnen.

Gebaut wurde der Eagle allerdings schon von 1980 bis 1987. Er sollte die Lücke zwischen normaler Limousine und Geländewagen füllen und die Vorteile beider Fahrzeugarten vereinen. Zu AMC gehörte damals auch Jeep und damit war Gelände-Know-How vorhanden.

Wie beschreibe ich den Eagle am besten?

Von außen würde ich ihn nicht als Schönheit – oder positiv formuliert – als Auto mit Charakter oder eigenständiger Linienführung bezeichnen. Das gilt für alle Karosserievarianten, also Limo, Coupé, Kombi und das seltene Cabrio.

Ein flüchtiger Blick auf das Heck lässt den Betrachter einen Auffahrunfall vermuten, aber weit gefehlt: Das gehört so!

Was noch ins Auge fällt? Die langen Beine. Er sieht ein wenig staksig aus mit den großen Rädern, den ausgestellten Radhäusern und eben der höheren Bodenfreiheit. Da sehen Audi allroad, Volvo XC70, Skoda Octavia Scout und Saab 9-3X allerdings ganz ähnlich aus.

AMC-Eagle

Im Innenraum finden wir feinste Plüsch-Atmosphäre wie man sie in den 80ern geliebt hat. Es könnt halt auch ein Wohnzimmer sein. Platz ist jedenfalls bei einer Breite von 1,80 und Länge von über 4,60 Metern vorhanden. Und auf den fast bankartigen Vordersitzen könnten auch drei Personen Platz finden.

Die Technik ist für amerikanische Verhältnisse nichts besonderes. Ein 4,2-Liter-Reihensechszylinder werkelt vorne vor sich hin und mobilisiert ganz entspannt 118 PS. Bei Beschleunigung und Verbrauch darf man keine Wunder erwarten – er trinkt ordentlich, aber kommt nicht aus den Puschen.

Aber er hat Allrad. Anfangs wurde er mit permanentem Allradantrieb ausgeliefert, ab 1981 dann mit Select Drive. Das war der Name für den zuschaltbaren Allradantrieb oder besser für den Wechsel von Allrad- auf Hinterradantrieb. Dieser Wechsel konnte auch während der Fahrt vollzogen werden.

Alternativ zum großen Sechszylinder wurde ein Benziner mit 2,5 Litern Hubraum und ein Turbodiesel mit 3,6 Litern angeboten. Diese Motorisierungen spielten aber nur eine untergeordnete Rolle.

Heute ist der Wagen selten. In deutschen Automobilbörsen wurde diese Woche gerade mal ein Exemplar angeboten. Der AMC Eagle ist leider in Vergessenheit geraten.

Unter uns: Ich würd ihn als Kombi fahren!

Fotoquelle:
AMC Eagle – Wikimedia

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