R+V24 nimmt den BMW i3 unter die Lupe

Der BMW i3, seit Ende 2013 auf dem Markt, stellte die erste Antwort einer deutschen Premium-Marke auf  die Bemühungen der Konkurrenz dar, den Markt für Fahrzeuge mit Elektroantrieb unter sich zu verteilen. Und BMW ging weiter  – die Ingenieure machten hier einiges anders als der Wettbewerb.

Man hatte sich nämlich auf den Weg gemacht, ein Auto zu entwickeln, das von der Erzeugung über den Gebrauch bis zur Verwertung den Stand der Technik an nachhaltigem Vorgehen darstellt.

Die Produktion erfolgt mit Strom aus einem Windpark, die Materialien bestehen aus möglichst natürlichen Stoffen, die zum Teil rückstandsfrei verwertet werden können, der E-Antrieb ist bei Nutzung von Ökostrom sowieso kaum zu schlagen (klar, voll besetzte Busse oder Eisenbahnen kommen auf einen ähnlichen gleichen Wirkungsgrad)…

Zehn Tage fuhren wir den i3 und waren gespannt, wie sich der ÖKO unter den BMWs so anfühlt: Ist dieser BMW tatsächlich ein BMW? Finden wir auch hier „Freude am Fahren“?

BMW i3 Frontansicht

Die Außenansicht des BMW i3

Ein relativ hoher, gedrungener Typ mit kurzen Überhängen und etwas unruhigem, zerklüftetem und  kastigem Design mit zahlreichen überraschenden  Elementen. Die Räder sind schmal, aber groß, das macht die Straßen glatt. Auch dadurch ist der Wagen ziemlich hoch, die Sitze sind auf SUV-Höhe, ein leichter Ein-und Ausstieg ist möglich.

Die Karosserieteile bestehen im Wesentlichen aus Kunststoff, die Fahrgastzelle ist aus extrem harten Carbon, das Fahrwerk aus Alu – alles leichte Materialien und BMW zeigt die Carbon-Elemente im Einstiegsbereich der Türen natürlich auch gerne. Alles fühlt sich sehr solide und hochwertig an.

Im Dunkeln passiert beim Aktivieren/Öffnen des Fahrzeuges einiges, an mehreren Stellen fängt er derart an zu leuchten (in Blau mit Weiß), dass Passanten stehenbleiben, um sich das Schauspiel anzusehen.

Unter der Fronthaube ist Platz für Ladekabel (wir hatten eines für die normale Steckdose und eines für einen Typ2-Stecker), der Kofferraum hinten ist überschaubar.

Ein Hingucker sind die Türen! Vorne groß, weit öffnend, alles wie bei anderen Autos auch, aber hinten: eine feste B-Säule fehlt, die hinteren Türen sind hinten angeschlagene Objekte, die im vorderen Holm auch die Aufhängung der vorderen Sicherheitsgurte tragen.

Das bedeutet: wenn hinten jemand ein-/aussteigen möchte, muss sich der Vordermann abschnallen, seine Tür öffnen, dann die hintere kleine Tür öffnen, den Menschen herein-/herauslassen, die kleine Tür schließen, die große Tür schließen und dann wieder anschnallen.

Verwechselt man beim Schließen die Reihenfolge, versucht man also die offene  kleine Tür an der geschlossenen großen Tür vorbei zu bekommen, wird man sicher scheitern und hat einen knackigen Schaden produziert.

Und von innen?!

BMW i3 Innenansicht

Der BMW i3 ist ein Viersitzer: Vorne ist es luftig, die Frontscheibe ist weit vom Fahrer entfernt. Man sieht auf relativ viele unterschiedliche Materialien, teilweise wird die ökologische Orientierung betont, indem man Verkleidungselemente aus natürlichen Materialien bewusst offen lässt.

Ein kleiner Bildschirm vor dem Fahrer gibt die Informationen zu den Fahrdaten inklusive Reichweiten, Ladezustand etc. an. Ein etwas größerer, mittig platzierter Touchscreen zeigt alles zu den Themen Navigation, Multimedia, Fahrzeugeinstellungen, Ladeoptionen, Verbindungen mit mobilen Geräten und vieles mehr.

Die Sitze sind vorne wie hinten sehr angenehm, manche der Insassen wünschten sich mehr Seitenhalt, für mich war es so sehr gut.

Der fehlende Kardantunnel schafft vorne wie hinten etwas zusätzlichen Platz. Auch wenn der Platz hinten für die Beine, den Kopf etc. ausreicht und die Türkanten etwas heruntergezogen sind – es wirkt nicht großzügig. Andererseits – wie fühlt es sich im Fond eines A3, 1er BMW oder einer neuen A-Klasse an? Enger!

Dafür ist hier der Kofferraum doch ziemlich klein ausgefallen – kein Wunder, darunter liegen reichlich Objekte – Motoren/Tank (ja, Tank!) etc.

BMW i3 Detailansicht

Und das bringt uns zur Antriebstechnik

Wir haben den i3 mit Range Extender ausprobiert, das heißt: Er hat einen Elektromotor mit  125 Stromer-kW(170 PS), das klingt schon ganz ordentlich, aber nicht nach einem Kracher… Und er hat außerdem als Reichweitenverlängerer einen Zweizylinder-Motorrad-Motor, 650 ccm, mit 28 kW (38 PS), zu füttern mit feinem Super aus einem Neun-Liter-Tank.

Dieser Zusatzmotor ist nur dazu bestimmt, den Akku im Fahrbetrieb aufzuladen und so auf einem bestimmten Ladezustand zu halten.

Die Reichweite soll bei rein elektrischer Fahrt bis 160 km betragen, verzichtet man auf Heizung, Radio etc. soll es in Richtung 200 km gehen – mit dem Range Extender sollen nochmal ca. 150 km draufgepackt werden können.

Wohlgemerkt, das sind alles Optimal-Werte, werter Leser, versuche mal, im Alltag mit Deinem normalen Verbrenner-Motor die Verbrauchsangaben Deines Autoherstellers zu erreichen!

Also genug der trockenen  Beschreibung – wir sehen hier ein Auto vor uns, bei dem nicht nur in der Antriebstechnik, sondern auch in der Konstruktion, der Herstellung, im Betrieb und in der folgenden Verwertung ein neues Kapitel im BMW-Konzern aufgeschlagen wurde.

Hut ab dafür, das ist mutig und in die Zukunft gewandt!

Die Antwort auf die erste Frage: „Ist dieser BMW tatsächlich ein BMW?“ können wir schon jetzt beantworten: Dolles Ding, gut gebaut, Premium. BMW.

Ob wir hier auch „Freude am Fahren?“ finden, beantworten wir im nächsten Artikel: Da wird das Fahrzeug bestimmungsgemäß genutzt: Wir fahren!

Vielen Dank an dieser Stelle an das Autohaus Karl & Co, die uns freundlicherweise den i3 zur Verfügung gestellt haben.

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