Autoradios im Wandel der Zeit

Ein Radio oder besser noch ein ordentlich klingendes Soundsystem gehört heute in jedes Auto. Doch wie war das früher?

Nicht gleich zu Beginn der Autoära begleiten Autoradios ihr Transportmittel. Aber so ziemlich zeitnah mit der Erfindung des Radios hielten diese Geräte auch Einzug in fahrbare Kisten.

Die technische Entwicklung brachte zunächst Röhrengeräte hervor. Ziemlich anfällige Glaskolben umhüllen Kondensatoren und andere elektrische Bauteile. Eine Fahrt über holprige Strassen, über das Kopfsteinpflaster der damaligen Zeit konnte den frühen Tod des krächzenden Begleiters bedeuten.

Das erste Autoradio wurde 1922 mit Lang- und Kurzwelle in ein Ford T-Modell eingebaut. Es handelte sich noch um eine Einzelanfertigung. 1927 schlug dann die Geburtsstunde des ersten industriell gefertigten und als Zubehör angebotenen Autoradios. Der Hersteller war übrigens Motorola. Interessant ist der Name schon, da ich schon immer darüber gerätselt habe, woher wohl dieser Name stammt.

Röhrenradio

Anfänglich wurden die Radios wegen ihrer Größe im Kofferraum untergebracht. Über Baudenzüge konnten die Geräte auch „fernbedient“ werden. Sie kosteten mehr als 15% des Fahrzeugs. Ein ziemlich teures Luxusvergnügen, wie der Erwerb eines Autos selbst.

Im Jahre 1948 waren die Radios auf eine solche Größe geschrumpft, dass man sie in den Font des Fahrzeugs verfrachteten konnte.

1952 kamen die Stationstasten und UKW mono hinzu und 1952 der Sendersuchlauf.

Eine rasante und überaus erfolgreiche Entwicklung. Große Namen erschienen auf der Bildfläche: Blaupunkt, Becker, Philips, Grundig usw.

1961 brachte das erste nur mit Transistoren bestückte Autoradio. Man konnte endlich auf die empfindlichen Glaskolben verzichten. 1968 wurde das erste Autoradio mit Kassettenteil vorgestellt. 1969 schlug die Stunde des Stereo UKW.

FORD Taunus17M P2(TL) deLuxe Two door 1958 Radio Blaupunkt Köln

1974 nahm der Verkehrsmeldedienst seine Arbeit auf und unterbricht seit dieser Zeit auch den coolsten Song. 1977 wurde sogar CB-Funk in Autoradios eingebracht. CB-Funk war bis in die 90er Jahre des alten Jahrtausends ziemlich populär, bei Freaks.

1983 wurde der erste CD-Player in ein Autoradio eingebaut. 1984 hielt die DIN auch beim Autoradiobau Einzug und ab 1985 gab es CD-Wechsler. 1988 folgte RDS (Senderanzeige).

BMW Radio aus den 80ern

1993 wurde ein Navigationssystem mit einem Autoradio angeboten, fast zeitgleich mit den ersten „Mobiltelefonen“ im Auto. 1997 begann mit DAB das digitale Zeitalter auch im Autoradio.

2001 wurde das erste Autoradio mit MP3 vorgestellt. Ab 2006 wurden die Radios dank eingebautem LCD-Screen inkl. DVD-Player wieder größer und nehmen bis heute auch zwei DIN-Einbauschächte ein. Ab dem Jahr 2000 begannen Autohersteller eigene Einbauformen zu nutzen. DIN ist trotzdem weiterhin nicht aus der Mode, da auch DIN-Radios mit Herstellerblenden eingebaut werden können.

Das sieht dann ungefähr so aus…jeder kennt es. Es gibt für „Standardradios“ aber auch sog. Einbaublenden, mit denen man DIN-genormte Radios individuell einbauen kann. Besonders interessant für Nachrüster.
Oder der Hersteller sieht schon vor, dass man einwenig freier entscheiden kann, was man einbauen möchte. Etwa in dieser Weise.
Bluetooth RadioHeute kann man Autoradios in allen Ausstattungsvarianten und -größen kaufen oder ab Werk einbauen lassen. Mit MP3, Bluetooth, Navi, USB, OLED-Screen, BlueRay, DVB-T, Internet (Android, IOS), Lenkrad- oder Smartphone – Fernbedienung usw.

Auch Oldtimerfans müssen nicht mehr auf modernste Technik verzichten. Dafür bekommt man DAB+ mit Adapter auch für die ältesten Modelle.

…und all dies unabhängig von parallelen Entwicklungen im Bereich Tuning und Sound.

Noch detailliertere Infos findet ihr bei Wikipedia oder bei Autoradio-Oldtimer!

Bilderquellen:
Röhrenradio – Wikimedia Litfarn
Blaupunkt-Radio – Wikimedia Yeti.bigfoot
Bleutooth-radio – Wikimedia Zuzu

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