Top 7 Sportwagen Genf 2015

Genf 2015 war sportlich. Dabei meine ich nicht das Pressekonferenz-Hopping der Journalisten und auch nicht das Buffet-Wettessen, sondern die Tatsache, dass es an fast jedem Stand mindestens eine sportliche Version gab. Da eine Auswahl zu treffen, fällt nicht mehr ganz so leicht, so habe ich meine subjektive Top 5 bereits auf die Top 7 erweitert und ich hätte vermutlich locker auch die Top 20 voll machen können. Schauen wir uns also bereits heute die Autoquartett-Stars der nächsten Jahre an:

01 McLaren P1 GTR

An der Tür der Diskothek P1 (München) sind schon viele gescheitert. Auch für die Türen vom McLaren P1 GTR braucht man einen ganz besonderen Türöffner. Es gibt Hersteller, die können es sich einfach erlauben: Den McLaren P1 GTR darf nur derjenige kaufen, der auch schon einen „normalen“ McLaren P1 sein Eigen nennt. Dann bekommt man eine 1.000 PS starke Rennversion vom Hybrid P1.

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Mehr Leistung, 50 Kilogramm weniger Gewicht, 10 Prozent mehr Abtrieb und das alles nur für den Kick – den Augenblick – den Wimpernschlag. In unter 2,8 Sekunden soll es von 0 auf 100 km/h gehen. Angetrieben wird der McLaren P1 GTR von einem 3,8-Liter-V8-Benziner, der im Zusammenspiel mit einem Elektromotor, also hybridisch, eine Systemleistung von bis zu 1.000 PS entwickeln kann.

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Im Serienmodell mit Straßenzulassung leistet die Kombination aus 3,8-Liter-V8 und Elektromotor bereits beachtliche 674 kW/916 PS. Der McLaren P1 GTR hat also gleich mehrere Trümpfe im Ärmel.

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02 Porsche 911 GT3 RS

Der stärkste Saugmotor-Elfer bekommt die Extra-Portion Rennsport. Wenn aus dem Porsche 911 GT3 die RS Version wird, dann spielt Porsche die komplette Klaviatur des Fahrzeugsbaus. Sprechen wir über aerodynamische Veränderungen, dann sehen wir die neue Spoilerlippe an der Front, die Kiemen in den vorderen Kotflügeln, die der Radhausentlüftung dienen und der große, markante Heckspoiler. Darunter die neu gestaltete Heckschürze.

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Der Motor? Ein vier Liter großer Sechszylinder-Boxer und startet man den Boxkampf, dann sind es 500 PS und ein maximales Drehmoment von 480 Nm, die hier auf die Straße wollen. Innerhalb von 3,3 Sekunden geht es von 0-100 km/h. Das sind die Werte, die für Glückgefühle in der Magengegend führen können.

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Premiere: Zum ersten Mal verbaut Porsche nun ein Dach aus Magnesium, die Front- und die Motorhaube bestehen aus Kohlefaser. Ziel: Gewicht einsparen und Schwerpunkt absenken!

Nicht gesunken ist, wen verwundert es, der Preis: Während man den normalen Porsche 911 GT3 bereits ab 137.303 Euro bestellen kann, sind für das Upgrade mindestens 181.690 Euro fällig. Kann man sich eigentlich in ein Auto verlieben?

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03 Mercedes-AMG GT3

Auf dem Automobilsalon in Genf debütierte der neue Mercedes-AMG GT3 und die Kunden-Rennteams dürften aufatmen, denn der SLS wurde ja inzwischen eingestellt. Mit dem AMG GT3 steht aber ein potenter Nachfolger zur Verfügung, der gemäß FIA GT3-Reglement entwickelt wurde.

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Unter der Haube findet man den aus dem SLS AMG GT3 bewährten und zusätzlich optimierten AMG 6,3-Liter-V8-Motor. Das dieser anwenderfreundliche Technik, hohe Zuverlässigkeit, lange Wartungsintervalle und niedrige Laufkosten vereint, gab den Ausschlag für den Einsatz im neuen AMG Kundensportmodell, so Mercedes-AMG.

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Hinter vorgehaltener Hand spricht man von einem präzisen Einlenkverhalten, von hohen Querbeschleunigungen, von einer erstklassigen Agilität und einer sehr hohen Traktion.

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Diese Eigenschaften sollen dem Fahrer auf unterschiedlichen Rennkursen den nötigen Vorteil verschaffen, den er für vordere Platzierungen benötigt und die agressive Optik wird sicherlich für Überholprestige sorgen. Vermutlich hätte Mercedes-AMG es gerne noch aggressiver gehabt, aber das neue Reglement lässt das wohl nicht zu.

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04 Porsche Cayman GT4

Während man im Porsche 911 GT3 nur noch das PDK (Doppelkupplungs-Getriebe) bekommt, muss man hier – Verzeihung – darf man hier noch selber schalten. Der sportlichste Cayman aller Zeiten lädt dazu ein, sich selbst durch die Gänge zu bewegen und wer das richtig gut kann, der wird innerhalb von 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

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Sollen wir wetten, dass ein PDK es schneller hinbekommen hätte? Aber ist schneller wirklich immer besser? Ist es nicht gerade dieser pure Spaß an der Beschleunigung? Das puristische Vergnügen? Im Porsche Cayman GT4 arbeitet der Boxermotor vom 911 Carrera S.

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Das ist ein 3,8-Liter-Sechszylinder, der im Cayman GT4 385 PS und 420 Newtonmeter Drehmoment leistet. Der Motor sitzt beim Cayman in der Mitte, damit er dort untergebracht werden konnte, musste der Ansaugtrakt überarbeitet werden. Aus dem Grund leistet das Aggregat auch 15 PS weniger, doch diese Minderleistung wird denke ich kaum jemanden auffallen.

Gefallen würde mir der Porsche Cayman GT4, vermutlich wäre er sogar derzeitig mein Porsche, wenn ich mich nicht unsterblich in den Porsche 911 GT3 RS verliebt hätte.

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05 Ferrari 488 GTB

Während der Porsche 911 GT3 RS noch über einen Hochleistungs-Saugmotor verfügt – die Motoren werden früher oder später leider aussterben – bringt Ferrari nun einen Sportwagen mit Mittelmotor und Turboaufladung.

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Der legendäre Ferrari F40 hatte das übrigens auch schon – also einen Mittelmotor mit Turboaufladung. Im Ferrari 488 GTB schlägt ein 3,9 Liter Herz, welches dank der Aufladung 670 PS leisten mag. Von 0 auf 100 km/h geht es innerhalb von 3,0 Sekunden

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06 Ford GT40

Nach der überraschenden Premiere in Detroit feierte der neue Ford GT in Genf seine Europa-Premiere. Ford GT40. Das klingt nach Le Mans, oder? Das klingt nach einem Sportwagen, das klingt nach Geschichte, nach Männergeschichten, nach vier Le Mans Siegen in Folge und nun möchte man wieder angreifen.

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Unter der Haube? Ein 3,5-Liter V6-Motor, der dank doppelter Turbo-Aufladung mehr als 600 PS auf den Leistungsprüfstand bringen soll. Für die Kraftübertragung ist ein 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe verantwortlich und wir dürfen gespannt sein, ob Ford es wieder schafft einen Ferrari-Killer auf die Rennstrecke zu bringen.

Der Preis von neuen Ford GT40? Etwa 365.000 Euro! Autsch!

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07 Koenigsegg Regera

Koenigsegg zeigte auf dem Genfer Autosalon den mehr als 1.500 PS starken Koenigsegg Regera. Wir sprechen hier von der Systemleistung, denn das potzenziell stärkste Serienauto der Welt ist ein Hybrid-Modell. Der Elektroantrieb soll alleine 700 Pferdestärken mobilisieren und das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit mehr als 2.000 Nm an. Von 0 auf (aufgepassst) 400 km/h geht es innerhalb von 20 Sekunden, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt nach bereits 2,8 Sekunden und nun wird es geekig:

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Der Koenigsegg Regera hat kein herkömmliches Schaltgetriebe. Damit der Regera anfahren kann, verfügt er über einen Elektromotor, der direkt an der Kurbelwelle sitzt.Genfer-Automobil-Salon-2015-809

Im untereren Drehzahlbereich wird der 5.0 Liter V8 Verbrenner abgekoppelt und erst bei höheren Drehzahlen per Hydraulik kraftschlüssig verbunden. Eigentlich clever, oder? Ihr wollt einen fundierten Beitrag zu dem System? Kein Problem: Sebastian Bauer hat sich das ganz genau angesehen.

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So, das war es mit Genf. Die nächste große Messe, die ich besuchen werde, ist dann tatsächlich erst die IAA.

Wenn ich euch verrate, dass teilweise jetzt schon klar ist was dort zu sehen ist, ist das Ganze doch etwas verrückt was die Vorberichterstattung betrifft, oder? In den kommenden Wochen geht es hier erst einmal weiter mit ganz normalen Fahrzeugvorstellungen.

So habe ich mir z.B. den Mazda 3 als 150 PS Diesel gewünscht, den Opel Zafira Tourer bin ich über 2.500 km gefahren und den neuen Audi A3 e-tron kann ich auch schon mal anteasern. Die kommenden Wochen werden also spannend.

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