Neuwagen der Woche: Der neue VW T6 (Transporter, Multivan, Caravelle)

Guten Morgen aus Amsterdam! Heute startet hier die AutoRai (die Automesse in den Niederlanden) und am Vorabend feierte ein ganz besonderes Fahrzeug Premiere: Der neue – sorry VW – Bulli, denn auch wenn ihr ihn T6 nennt, für mich wird es immer der Bulli bleiben. Bevor ich euch aber etwas über den T6 erzähle, etwas zur Geschichte.

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Vor fast genau 65 Jahren startete die Produktion und war der erste Transporter zunächst noch ein Transportmittel, so wurde er schnell zum Familienmitglied, zum Flower-Power-Transporter und zur Legende. Wer von uns hätte nicht gerne einen VW Samba Bus?

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Guterhaltene Exemplare vom Samba werden heute schon fast gegen Gold aufgewogen. Ich glaube jeder – wirklich jeder – hat eine Geschichte zum VW Bus.

Bei mir war der erste VW Bus ein Eiswagen, der kam immer in die Straße und wenn die Klingel ertönte, dann wusste ich: Gleich wird es lecker! Andere nutzten den VW Bus als Camper, als Surfer-Mobil, als Familientransporter oder halt wirklich als richtiges Transportmittel.

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Das taten wir später in der Firma auch; wir hatten einen VW T4 (der übrigens heute noch fährt) und einen VW T5 und nun ist er da, der Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel vom Volkswagen T1.

Insgesamt wurden bis heute fast zwölf Millionen Fahrzeuge gefertigt und hier ist der neue VW T6 – der Bus – der Bulli – ach nennt ihn doch wie ihr es wollt, von mir aus auch Generation Six, wenn ihr euch dann cooler fühlt.

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Die Präsentation von VW Nutzfahrzeuge hatte es gestern in sich, denn es waren alle VW Bus Generationen vor Ort und ein ganz spezieller Gast: Mark Knopfler (passenderweise auch 65 Jahre alt) dürfte den meisten als Kopf und Gründer der Dire Straits bekannt sein. Mark Knopfler kam, sang und ernete viel Applaus.

Etwas weniger Applaus bekam das Facelift des VW T5, denn die optischen Unterschiede fallen auf den ersten Blick nun wirklich nicht auf.

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Bevor ich euch etwas über die optischen und technischen Veränderungen erzähle, schnell noch ein paar Worte zu dem Mitbewerber, denn in dieser Klasse gibt es meiner Meinung nach nur einen:

Das ist die Mercedes-Benz V-Klasse und die hat ja nun wahrlich aufgeholt, wenn nicht sogar überholt.

Okay, das war auch leicht, denn der VW T5 ist ein wenig in die Jahre gekommen, nun findet das Duell auf Augenhöhe statt und spätestens nach den ersten Fahrveranstaltungen wird man sicherlich sehen können, welches Fahrzeug in der Gunst nun vorne liegt.

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Äusserlich hat sich nicht viel verändert und unter uns? Ich finde das richtig gut, hier ist weniger manchmal mehr. Aber wie gerade schon erwähnt, kommt nun natürlich kein „WOW“-Effekt, wenn man den neuen VW T6 das erste Mal sieht. An der Front sieht man das leichte Facelift und vor allem die neuen LED-Scheinwerfer, die kommen hier natürlich besonders gut zur Geltung.

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Gehen wir an der Seite entlang, sehen wir auch keine großen optischen Veränderungen; der Teufel steckt hier im Detail. Kommen wir zum Heck, sehen wir auch hier nur minimale Veränderungen wie z.B. die neue Leuchtengrafik der Rückleuchten oder eine leicht veränderte Heckklappe.

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Nachgeschärft! Das Fahrzeug zeigt sich nachgeschärft, ich glaube so können wir verbleiben, aber die richtige Überraschung, die kommt im Innenraum, denn da hat Volkswagen wirklich einen Sprung gemacht was die Themen Haptik und Optik betrifft.

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Ein komplett neu gestaltetes Cockpit, ein neues Infotainmentsystem und dank dem optionalen APP-Connect können ausgewählte Smartphone Apps hier auch auf dem Display angezeigt werden. Der Bulli surft nun also auch noch im Internet.

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Ich sagte gerade bereits: Der Teufel steckt im Detail, denn unter der Karosserie wurde ganz schön was geschraubt.

Zum Beispiel beim Fahrwerk: Der VW T6 kommt mit der Fahrwerksregelung DCC. Elektrisch einstellbare Dämpfer lassen sich in drei Stufen abstimmen und nun wird es lustig, denn der VW T6 bekommt nicht nur einen Sport Modus, sondern optional auch ein Sportfahrwerk.

Bei den optionalen Assistenzsystemen gibt es im VW T6 nun fast alles, wie in anderen Fahrzeugen von VW. Das Fahrzeug aus der Nutzfahrzeugklasse nähert sich den PKW Modellen genauso an, wie der Mitbewerber mit Stern: Tempomat mit Abstandsfunktion, City-Notbremsfunktion, Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, Bergabfahrassistent, Müdigkeitserkennung, Totwinkelwarner und und und…

Das zweifarbige Sondermodell hier nennt sich übrigens „Generation Six“ und soll die Brücke zum alten VW T1 bauen. In den Radkästen drehen sich dafür die 18″ Disc-Felgen, die man z.B. auch vom VW Beetle kennen könnte und das Fahrzeug zeigt sich ansonsten auch sehr gut ausgestattet.

Der Preis von dem Sondermodell wurde noch nicht kommuniziert. Das Kofferraumvolumen soll gleich geblieben sein, die Zuladung konnte etwas erhöht werden.

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Ganz neu ist auch die Palette der Motoren. Zwei Benziner (mit 150 oder 204 PS) oder vier Diesel-Motoren werden angeboten. Diese haben eine Range zwischen 84 und 204 PS. Die Kraftübertragung erfolgt je nach Antrieb über ein manuelles 5- bzw. 6 Gang Getriebe oder über das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Bei den größeren Modellen gibt es optional auch das Allradsystem 4MOTION.

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Welche Information fehlt euch noch? Klar, der Preis. In der Basis-Version ist er sogar etwas günstiger geworden als der T5, der Einstieg in die Welt der T-Modelle beginnt bei 29.952 Euro für den VW T6 Multivan Conceptline mit dem kleinsten 84 PS Selbstzünder.

Günstiger weg kommen die reinen Transporter – die sich im Innenraum übrigens auch etwas robuster zeigen.

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Dort glänzt der neue VW T6 Transporter durch mehr Ablageflächen, während Multivan bzw. Caravelle schon fast als PKW durchgehen und das gilt für den neuen VW T6 und den Mitbewerber (V-Klasse).

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Bringen wir es noch einmal kurz auf den Punkt: Der VW T6 ist ein gelungenes Facelift mit vielen neuen technischen Lösungen und einem tollen Innenraum.

Ob das nun wirklich reicht, um sich mit der Mercedes-Benz V-Klasse zu messen? Ich könnte mir vorstellen, dass viele alleine wegen des Kult-Faktors zum VW T6 greifen werden, aber nun muss der VW T6 demnächst erst einmal bei der Fahrvorstellung zeigen, was sich technisch wirklich alles verbessert hat. Die Motoren sollen sparsamer sein und das adaptive Fahrwerk steht dem Transporter bestimmt auch gut. Ich bin gespannt.

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