Test: Volvo S60 T5 im Fahrbericht!

3 Tage lang hatte ich den Volvo S60 T5 zur Verfügung, in den drei Tagen bin ich knapp 1000 km mit dem Fahrzeug gefahren: Durch die Stadt, übers Land, über die Autobahn in Deutschland und auch in den Niederlanden war ich unterwegs. Das waren drei intensive Tage und was ich so alles erlebt habe, das möchte ich heute schildern:

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Ich könnte bei dem Volvo S60 T5 nun wirklich in die Tiefe gehen, ich könnte euch erzählen, dass der vorn quer eingebaute Turbo-Benziner „nur“ noch 2,0 Liter Hubraum hat, das es nun ein 4-Zylinder ist, während man früher doch auf einen 2,4 Liter 5-Zylinder setzen konnte doch interessiert das wirklich? Muss ich erwähnen, dass der Ladedruck 240 KPA beträgt, die Zündreihenfolge 1-3-4-2 ist und der Benziner bei 5.500 1/MIN 245 Pferdestärken loslassen möchte? Das maximale Drehmoment liegt im Bereich von 1.500-4.800 1/MIN bei 350 Nm und der 16 Ventiler mit doppelter oben liegenden Nockenwelle (DOHC) genehmigt sich Super-Benzin (min. ROZ 95) während er die Leistung über den Frontantrieb auf die Straße abgibt.

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Muss ich das wirklich alles wissen, bzw. wollt ihr das wirklich alles lesen? Ist es euch wichtig zu wissen, dass eine 8-Gang Geartronic verbaut ist? Das der Motor über eine Direkt-Einspritzung verfügt und das vorne 300 mm große, innenbelüftete, Bremsscheiben dafür sorgen, dass der Volvo S60 T5 auch wieder rechtzeitig zum stehen kommt? Oder wollt ihr eigentlich nur wissen, wie er sich fährt, wie er sich anfühlt, wie er sich bedienen lässt?

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Ich versuche heute mal den Spagat, möglichst viele technische Informationen gepaart mit dem persönlichen, natürlich subjektiven, Fahreindruck:

Das Fahrwerk (vorne ist eine Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbein und Querstabilisator verbaut, hinten gibt es eine Multi-Link-Einzelradaufhängung mit Spiralfedern und Gasdruckstoßdämpfer) lässt schon Stöße durch. Volvo wollte wohl einen gelungenen Kompromiss schaffen zwischen komfortabel und sportlich, vermutlich hätte man es noch etwas straffer abstimmen sollen um den sportlichen Fahrwerten gerecht zu werden, das würde dann allerdings zu Lasten des Komforts gehen.

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Die servounterstützte Zahnstangenlenkung ist tadellos, das Einlenkverhalten und die Rückmeldung ist gut und man erwischt sich sogar manchmal dabei, die Kurven etwas zügiger nehmen zu wollen. Der Wendekreis der 4,63 Meter langen Limousine beträgt übrigens 11,5 Meter. Inkl. Aussenspiegel ist der Volvo S60 2,09 breit, da kann es in Autobahnbaustellen schon einmal eng werden – vor allem wenn man dann auch noch den Spurhalte-Assistent eingeschaltet hat, der versucht den Fahrbahnmarkierungen zu folgen. Doch nehmen wir mal an, wir hätten freie Fahrt: Der Volvo S60 T5 beschleunigt innerhalb von 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, beschleunigt man im S-Modus weiter, dann erreicht man relativ zügig auch die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und ich bin Volvo wirklich dankbar dafür, dass sie den Tankinhalt großzügig ausgelegt haben. Während Premium-Marken wie Mercedes-Benz in Sachen Tankqualitäten nachlassen, steht hier noch ein 67,5 Liter Tank zur Verfügung. Der macht allerdings auch Sinn, denn den NEFZ-Verbrauch von 6,0 Liter kann man sicherlich im Labor schaffen, in der Realität sieht das schon mal ganz anders aus. Ich habe es geschafft, den Tank nach ca. 500 Kilometer komplett zu leeren.

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Apropo leer: Das Leergewicht beträgt etwas über 1,6 Tonnen, maximal Zuladen darf man 406 Kilo. So wird aus dem Volvo S60 T5 schon mal schnell ein 2 Tonnen Geschoss. Die Bremsen interessiert das nicht, ich musste auf der Autobahn – dank Mitmenschen die keinen Rückspiegel besitzen, bzw. die Geschwindigkeit des rückwärtigen Verkehrs nicht einschätzen können, von Tempo 230 auf ca. 80 km/h verzögern und fühlte mich dabei nicht in Gefahr. Dank ESC und ABS hätte ich zur Not auch noch ausweichen können. Zu weich ist mir persönlich, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten, das Fahrwerk. Bei einer Probefahrt sollte man also unbedingt auch mal über ein Autobahn-Teilstück fahren und das noch mal verifizieren.

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Der Kofferraum hat mich überrascht. Mit einem Gepäckvolumen von 380 Liter (gemessen nach der VDA-Messmethode) ist der ausreichend groß für den Wochenend-Einkauf oder auch den Kurzurlaub. Für Familien, die mit dem Volvo in den Urlaub wollen, empfielt sich ggf. noch ein Dachgepäckträger. Hierbei muss man darauf achten, dass man das Dach mit maximal 75 kg belasten darf und das dieses Gewicht natürlich auch bei der maximalen Zuladung mitgerechnet werden muss. Die Ladekantenhöhe beträgt 65 cm, ca. 90 cm breite Gegenstände passen zwischen die Radhäuser und die dürfen maximal 39 cm hoch sein.

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Okay, haben wir das Fahrzeug nun also beladen, dann werden wir bei der Probefahrt feststellen, dass das Wandlergetriebe – vor allem bei Vollgas – nicht ganz so sauber schaltet, wie man es ggf. erwartet hätte. Bei nasser Fahrbahn schiebt der Volvo S60 T5 auch ganz gerne mal über die Vorderachse, vor allem in engen Kurven. Das Phänomen teilt sich der Volvo S60 allerdings mit fast allen anderen Fahrzeugen mit Frontantrieb und einer Leistung über 240 PS. Nun muss ich aber kritisieren, dass er für die Leistung schon fast etwas „langsam“ ist. Damit meine ich nicht den Beschleunigungswert, der geht vollkommen in Ordnung. Ich meine die Höchstgeschwindigkeit, denn da bleibt er mit Tempo 230 km/h weit unter der imaginieren 250 km/h Grenze. Hab ich den 5-Zylinder vermisst? Was den Klang betrifft auf jeden Fall, fahrdynamisch eher nicht.

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Mein Fah(r)zit: Begeistert bin ich vom äusserlichen Design. Der Volvo S60 T5 sieht meiner Meinung nach wirklich gut aus und zeigt sich auch von der Haptik im Innenraum sehr gut verarbeitet. Mit dem Navigation-System kam ich nach ein paar Stunden Eingewöhnung ganz gut klar, loben möchte ich die Freisprechfunktion und die vielen Einstellmöglichkeiten. Das Fahrzeug bietet ausreichend Platz für 4 Personen und etwas Gepäck und ich fühlte mich gestern nach knapp 500 Autobahn-Kilometern richtig frisch als ich ausgestiegen bin – somit würde ich dem Fahrzeug auch für Langstrecken empfehlen. Ein sportliches Fahrgefühl blieb aus, aber eine schöne Reise-Limousine bleibt der Volvo S60 T5 trotzdem. Dank den zahlreichen Tasten konnte ich die Assistenzsysteme gut per Tastendruck ausschalten und musste mich dafür nicht erst lange durch irgendwelche Untermenüs wühlen. Umsteigern dürfte der Umstieg leicht fallen, der Volvo S60 lässt sich intuitiv bedienen und ist – unterm Strich – ein richtig schönes, solides Fahrzeug. Also Kombi, da heißt er übrigens V60.

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Gut funktioniert die Schildererkennung, die mir beim Blitzer-Marathon vermutlich den Führerschein gerettet hat, denn ein Tempolimit hätte ich wirklich übersehen. Gut funktioniert auch der adaptive Tempomat, der mir gerade in den Niederlanden ein stressfreies Fahren ermöglicht hat. Der (einstellbare) Abstand zum Vordermann wird gehalten und das Fahrzeug beschleunigt und verzögert selbstständig. Das ist das teil-autonome Fahren, welches ich richtig gut finde. Das virtuelle Cockpit lässt sich gut ablesen und bei Dunkelheit wird die Helligkeit automatisch angepasst.

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Die Getränkehalter sind gut zu erreichen, es gibt auch – meiner Meinung nach – ausreichend Ablageflächen für den Fahrer und die Türtaschen sind auch groß genug. Der Fahrersitz ließ sich in meinem Testfahrzeug elektrisch einstellen, das Lenkrad verfügt über eine manuelle Einstellmöglichkeit (axial und vertikal) und dank der Gurthöhenverstellung dürfte hier wirklich jeder eine gute Sitzposition finden. Die Rundumsicht ist etwas eingeschränkt, aber mit der optionalen Rückfahrkamera oder den Parksensoren stellt der Einparkvorgang auch kein Problem dar.

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Den letzen Absatz wird man bei Volvo nicht gerne lesen, aber es gibt richtig schöne – junge – Gebrauchtwagen zu einem (im Vergleich zum offiziellen Verkaufspreis) günstigen Preis, da lohnt es sich schon auf die Suche zu gehen nach jungen Vorführfahrzeugen, Leasingrückläufern oder jungen Gebrauchtwagen, denn leichter kann man kein Geld sparen. Der Volvo S60 T5 ist nun seit November 2013 auf dem Markt, sprich Jahreswagen mit entsprechender Laufleistung gibt es auch auf dem Markt, haltet da einfach mal die Augen und Ohren offen.

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Weitere Blogger-Stimmen über den Volvo S60:

motorreport.de: „Das Sensus Connect Pro mit 7-Zoll Display hat es in sich und überzeugt dennoch durch eine logische, weitestgehend einfache Menüführung. Nicht nur sämtliche Fahrassistenzsysteme werden einzeln und unmissverständlich darüber eingestellt, wie der Name schon sagt, geht das System mittels SIM-Karte, die sich in einem Slot links im Handschuhfach befindet, auch online. (Wahlweise auch über die Internetverbindung eines Mobiltelefons). Es gibt einen Internetbrowser (funktioniert nur im Stillstand) und eine separate App “Local Search” für die Dinge, die eben oft nicht im Offline-Verzeichnis eines Navigationssystems gefunden werden. Der Preis des Sensus Conect Pro liegt in Verbindung mit dem Business Paket und den absolut empfehlenswerten “Premium Sound” Lautsprechern bei 1.150 EUR.“

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