Adam, Karl, Giulietta und Co – Woher kommen die Autonamen

Auf welchen Weg hat sich denn da plötzlich Opel begeben – dort nennt man seine aktuellen Kleinwagen zunächst Adam, einen weiteren dann Karl. Was das soll? Gibt es solche Autonamen öfter? Na schauen wir doch mal!

Adam (!) Opel war der Gründer von Opel, dort stellte er zunächst vor allem Nähmaschinen her, dann auch Fahrräder. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Sophie in Absprache mit den fünf gemeinsamen Söhnen die Firma des Automobilpioniers Lutzmann und produzierte ab 1899 Automobile, den Opel Patentmotorwagen „System Lutzmann“.

Einer der Söhne war Carl, und so erklärt sich auch der Name des anderen modernen Opel-Kleinwagens!

Andere Autohersteller nannten ihre Autos in den letzten Jahrzehnten mit Vornamen. Hier mal eine kleine Sammlung:

Bekannt sind natürlich die Alfas Giulia und Giulietta (italienisch für Julia und Julchen), legendäre sportliche Wagen aus der früheren italienischen Edelschmiede. Aus Italien möchte ich auch erwähnen den Lancia Aurelia, ja, für Puristen: Benannt nach einer römischen Straße, aber ich kenne eine entzückende junge Dame namens Aurelia, daher muss auch der Lancia hier auftauchen! Ciao, Aurelia!

Dino war der Spitzname von Alfredo, dem 1956 verstorbenen Sohn von Enzo Ferrari, der sowohl bei Renn- als auch bei wunderschönen Sportwagen genutzt wurde.

DINO 246 GT von 1972 (Foto von Jean-Michel Cérede, Versteigerungskatalog Poulain Le Fur, 09.04.1995)

In Deutschland fällt mir passend zum Dino zunächst das Goggomobil ein. Goggomobil, so heißt doch keiner, wie kommt der Mensch da auf einen Vornamen? Na doch, „Gogg“ war der Spitzname eines Enkels von Hans Glas, dem Hersteller von Glas und Goggomobil und diente als Namensgeber… es gab auch einen Roller, der nach dem Bübchen Goggo hieß – wer kann das schon von sich behaupten, dass sowohl Zwei-als auch Vierräder nach ihm benannt wurden?

Weiter in Deutschland: Natürlich Isabella und Arabella, die beiden Borgwards aus den 50ern, bis heute insbesondere erstere mit legendärem Ruf, dazu den Lloyd Alexander, in dem auch meine Eltern unterwegs waren.

Als Gegensatz dazu norddeutsche Sachlichkeit: VW Fridolin, der offiziell VW 147 hieß, aber auch bei VW inoffiziell unter Fridolin geführt wurde.

VW Fridolin

Und genannt werden muss natürlich von einem anderen Konzernteil der aktuelle Fabia, der bleibt ohne Foto.

Ein Sprung über den Rhein: Aktuell die Zoe von Renault und die Mia, deren Bau leider auch schon wieder eingestellt wurde, dabei war das ein wirklich vernünftiges Gerät!

Und früher gab es die Rosalie von Citroen, die Vorläuferin des Gangstercitroens, französische Mittelklasse, günstig und gut, ein echtes Qualitätsauto!

Citroen Rosalie

Von Citroen gab es außerdem in den 80ern den Axel, eine in Rumänien bei dem Citroen-Joint-Venture „Oltcit“ gebaute Billigversion des skurrilen, aber wunderbar fahrenden Citroen Visa.

Oltcit Axel Club 1987 (aus „auto katalog 1987“, vereinigte motor-verlage)

Simca Ariane, ein repräsentative Limousine eines Konzerns mit bewegter Geschichte, dürfte den wenigsten bekannt sei, daher hier ein Bild:

Simca Ariane: „Une ancienne - Flickr - besopha“ von besopha - Une ancienne. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Une_ancienne_-_Flickr_-_besopha.jpg#/media/File:Une_ancienne_-_Flickr_-_besopha.jpg

Nach Japan: Toyota Carina, von 1970 bis 2001 ein Welterfolg der Japaner oder Mazda Carol, ein Dauerbrenner in Japan…

Russland: Lada Samara, in Deutschland faktisch unverkäuflich.

In England fallen mir erstmal nur der Vauxhall Victor ein und natürlich: Elise, ein wirklich leckerer Lotus!

„Für Elise“ schwärme ich! Aber seltsam, wenige Briten mit Eigennamen – und das bei der früheren Vielfalt – Kennt Ihr noch mehr Engländer mit Eigennamen..?

Noch ein Sprung über den großen Teich, zum Zweitbekanntesten: Edsel.

Der Ford Edsel war benannt nach einem Sohn von Henry Ford… einer der grandiosesten Fehlschläge der Autogeschichte, da ging Ford wohl ziemlich alles daneben, fast wäre man daran pleite gegangen.

Ford Edsel

Und nun zur erfolgreichsten Namensträgerin:

Emil Jellinek, ein erfolgreicher Geschäftsmann der Gründerzeit, beschloss um die Jahrhundertwende, die hervorragenden Autos einer kleinen Cannstatter Firma an der Riviera unter die schon damals dort ansässige internationale Schickeria zu bringen.

Das gelang ihm in kürzester Zeit sehr gut, es folgten Rennsiege, grandiose Verkaufserfolge und der Wagen wurde immer bekannter. Verschiedene Legenden ranken sich darum, wie der Motorwagen in der Folge zu einem anderen Namen kam, fassen wir es kurz:

Jellineks Tochter hieß Mercedes und dieser Name wurde mit dem Wagen auf verschiedensten Wegen in Verbindung gebracht!

1902 wurde Mercedes von der Daimler-Motoren-Gesellschaft als Marke geschützt und dieser Markenname ist immer noch einer der Sterne in der Autowelt.

Mercedes (aus Werbebroschüre des Fördervereins Auto+Technik Museum Sinsheim)

P.S.
Gerne schlage ich den Bogen noch einmal zurück zu Opel, und trage hier mein persönliches Anliegen vor:

Ich wünsche mir eine kleine, praktische, 5 sitzige, elektrisch angetriebene Cabriolimousine – und denkt zurück, einer der 5 Opel-Brüder hieß Friedrich, genannt Fritz, oder auch Raketenfritz, da er sich im Jahr 1928 wagte, mit einem Opel RAK2 mit 238 km/h tief über die AVUS zu „fliegen“

Opel RAK2

Wie sieht es aus mit einem Opel Fritz?

Fotoquellen:
Citroen Rosalie: Wikimedia – Arnaud 25
Simca Ariane: Wikimedia – besopha
Ford Edsel: Wikimedia – Tony Hisgett

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