VW Golf 6 Variant – bekannte Mängel / Fehlerquellen / Kaufberatung

Bei einem aktuellen VW Golf kann man in der Regel gar nicht so viel verkehrt machen. Die Fahrzeuge sind von einer guten Qualität und so intuitiv zu bedienen, dass manche Bedienungsanleitungen selbst nach zig Jahren noch als neuwertig verkauft werden könnten. Doch welchen VW Golf sollte man kaufen? Wie wäre es mit einem VW Golf 6 Variant für knapp 9.000 Euro?

Der erste Blick sollte in den Geldbeutel gehen

Wie viel Budget steht mir zur Verfügung? Und was brauche ich eigentlich? Limousine oder Kombi – beim VW Golf auch Variant genannt. Auf welchen Luxus möchte man nicht verzichten? Elektrische Fensterheber? Klimaanlage? Brauche ich Allrad?

Jetzt gilt es eigentlich nur noch zwei Fragen zu klären: Benziner oder Diesel? Und kaufe ich privat oder vom Händler? Sind die Rahmenbedingungen geklärt, kann die Suche im Netz auch schon losgehen und schnell findet man Inserate wie dieses hier:

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„Baujahr 01/2011 – 1.6 TDI 105 PS – 115.000 km – 9.200 Euro – 5 Gang Handschaltung – 8 fach bereift – ein Jahr Gebrauchtwagengarantie.“

Wir sprechen also über den VW Golf 6 Variant, nicht nur rein optisch betrachtet ein Facelift vom VW Golf 5. Der 1.6 TDI aus dem Jahre 2011 ist bereits der Blue-Motion Diesel, sprich der sparsamere Diesel mit Start-Stop Automatik.

Durchzug hat er vor allem im 2. und im 3. Gang und der 5. Gang ist extrem lang übersetzt, damit man Kraftstoff sparen kann. Tempo 190 km/h sind auf der Autobahn möglich, doch dann wird er schon etwas durstiger.

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Es gibt natürlich auch andere Motoren: Als Basis gibt es den 1.4 Liter Sauger mit 80 PS; wer etwas mehr Durchzug haben möchte, sollte den 1.4 Liter TSI (Turbo-Benziner) wählen. Hier sind es 122 Pferdestärken und den Motor würde ich auch meinem besten Freund empfehlen, wenn er keinen Diesel haben möchte.

Denn da haben wir mit dem 105 PS starken 1.6 Liter TDI schon die vernünftigste Wahl getroffen. Wenn man möchte, schafft man es, den Golf 6 Variant mit einem Verbrauch von 5-6 Liter zu bewegen.

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Die Einstiegsmotoren sind an ein 5-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt, die stärkeren Motoren (2.0 TDI, …) wurden mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet. Optional ist auch das DSG angeboten worden.

Dies ist ein automatisiertes 6-Gang oder 7-Gang-Schaltgetriebe mit 2 Kupplungen, daher wird es auch Doppelkupplungsgetriebe oder Direktschaltgetriebe genannt. Ein Steuergerät übernimmt den Schaltvorgang und durch die zwei Kupplungen ist ein Schalten ohne Zugkraftunterbrechung möglich, auch ein Schaltnicken bleibt aus.

Da die Automatik fast immer die optimale Drehzahl auswählt, fährt man bei defensiver Fahrweise mit einem DSG sparsamer.

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Gebrauchtwagenkäufer dürfen sich auch mal etwas gönnen, denn die Klimaanlage war bereits in der Trendline Edition Serie. Wer etwas mehr möchte, sollte nach der Comfortline Edition Ausschau halten und ggf. nach den Optionen, die man gerne hätte. Unser Variant hier steht im Winter noch auf Stahlfelgen, sicherlich gibt es auch Erstkäufer, die sich auch im Winter schöne Alus gegönnt haben.

Bekannte Mängelquellen

Auch wenn der VW Golf „eigentlich“ eine weiße Weste hat, es gibt typische Schwachstellen / Mängel bei einem VW Golf 6, die möchte ich nicht verschweigen. Aus dem Grund empfehle ich – vor allem da die Fahrzeuge ja auch noch recht teuer sind – die Autos bei einem Händler mit Gebrauchtwagengarantie zu kaufen, denn:

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Die TSI-Benziner, sprich die Benziner mit Turboaufladung haben Probleme mit der Ventilsteuerung, besser gesagt ist es der Kettenspanner, die Steuerkette und der Versteller der Nockenwelle. Das Problem ist bekannt und viele Fahrzeuge wurden dementsprechend auch schon repariert, bzw. waren schon beim VW Service. Wer sich also für einen Benziner entscheidet, sollte abklären, ob die Mängelquellen bereits beseitigt worden sind.

Wir haben hier ein Fahrzeug mit Handschaltung, natürlich gibt es auch Modelle mit dem DSG – sprich dem Doppelkupplungsgetriebe -, hier sollte man bei der Probefahrt überprüfen ob die Gänge ordnungsgemäß gewechselt werden. Macht der Motor Rasselgeräusche? Dann Finger weg und das gilt natürlich auch für Fahrzeuge, dessen Motorkontrollleuchte bereits brennt.

Bei der Probefahrt sollte man das Fahrzeug warm fahren, die Funktion der Servolenkung und der Bremsen überprüfen, fährt sich das Fahrzeug normal, zieht nichts nach rechts oder links (auch beim Bremsvorgang), funktioniert alles? Funktioniert die Klimaanlage? Wie sieht es mit den Fensterhebern aus?

Alles was technisch gesehen verbaut ist, sollte man bei der Probefahrt checken und das gilt auch für das Radio, die Instrumentenbeleuchtung, die Heizung oder die Beleuchtungseinrichtung.

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Normalerweise heißt es ja, dass ein zu hohes Angebot den Preis drückt. Das ist fast in allen Bereichen und vor allem bei fast allen Fahrzeugtypen so. Nicht so beim Golf, der Wiederverkaufspreis ist und bleibt hoch. Das liegt sicherlich auch an der guten Qualität und freut die derzeitigen Besitzer, aber auch die zukünftigen Käufer, denn sie kaufen nun ein wertstabiles Fahrzeug.

Aufpassen muss man trotzdem, denn es gibt leider auch beim VW Golf die Möglichkeit den Tachostand zu manipulieren und natürlich ist ein Fahrzeug mit nur „70.000 km“ besser zu verkaufen, als ein Modell mit 170.000 km auf der Uhr.

Beim Kauf sollte man sich also das Check-Heft zeigen lassen und auch sonst auf verräterische Signale achten: Abgenutzte Pedale, Schaltsack verschlissen, Sitze verschlissen, Teppiche verschlissen? Das spricht für eine hohe Laufleistung! Ist das Check-Heft nicht vorhanden, dann sollte man lieber Abstand halten, denn woher soll man sonst wissen, ob auch die Wartungen regelmäßig vorgenommen wurden?

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Die Geschichte des VW Golf Variant ist übrigens noch gar nicht so alt, die fing mit dem VW Golf III an und bereits der erste verkaufte sich wie geschnittenes Brot, auch der VW Golf IV überzeugte als Variant. Der 505 Liter große Kofferraum kann bis zu einer Breite von 1,29 gut genutzt werden und wenn man die Rückenlehnen umlegt, stehen 1.550 Liter zur Verfügung und 1,70 m lange Gegenstände können untergebracht werden.

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Bei der Probefahrt sollte man sich auch davon überzeugen, ob die Heckklappendämpfer noch funktionieren, wie sieht es mit dem Federungskomfort aus? Sind die Stoßdämpfer noch in Ordnung oder wurde der VW Golf 6 Variant auch zum Ziehen von schweren Anhängern benutzt?

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Bei Preisen um die 10.000 Euro empfehle ich durchaus mit dem Fahrzeug zum Schnell-Test zu fahren, quasi eine TÜV-Prüfung „light“, die man bei vielen amtlich anerkannten Sachverständigen machen kann. Das kostet ein paar Euro, doch lieber investiert man die, als später auf den teuern Kosten sitzen zu bleiben.

Den VW Golf 6 Variant 1.6 TDI gab es damals ab 23.100 Euro, nun kostet er nach knapp 4 Jahren weniger als die Hälfte, das gilt übrigens auch für die Mitbewerber, von denen ich durchaus auch den Skoda Octavia Combi empfehlen würde.

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