Fahrsicherheitstraining – eine Grenzerfahrung

Das eigene Fahrzeug an die Grenze bringen? Testen was geht? Das macht Spaß, wenn man es in der richtigen Umgebung tut!

Wer schon einmal aus der Kurve geflogen ist, weil er zu schnell unterwegs war, weiß zwar wo die Grenze seines Fahrzeuges ist, hat dafür aber teuer bezahlt. Hoffentlich ist ihm selbst und anderen Personen nichts passiert und es war nur ein Blechschaden.

Damit man risikolos das eigene Fahrzeug kennenlernen oder sprichwörtlich erfahren kann, lohnen sich Fahrscherheits- oder Fahrertrainings.

Es gibt in Deutschland einige Anbieter, die auf das persönliche Bedürfnis zugeschnittene Lehrgänge anbieten. Auf einem abgesperrten Gelände wird dann geübt, wie man sich in welcher Situation verhalten sollte.  Ich habe das jetzt ein paar Mal im Selbstversuch gemacht, weil ich was lernen und gleichzeitig Spaß haben wollte.

Richtige Sitzposition, Lenkradhaltung und vertraut werden mit dem eigenen Auto stehen eigentlich immer am Anfang eines Einsteiger-Lehrganges.

Dann geht es zur Sache – die Vollbremsung wird geübt. Und Vollbremsung meint wirklich voll!

Die ganze Kraft auf das Bremspedal bis zum völligen Stillstand des Wagens. Das ist eine im Alltag zum Glück eher selten vorkommende Bremsung. Da heute eigentlich alle mit ABS unterwegs sind, bleibt man auch bei Nässe voll auf der Bremse. Wer mit einem Auto älter als 30 Jahre unterwegs ist, darf die Stotterbremse machen, ABS mit dem eigenen Fuß simuliert.

Interessant ist der Vergleich der Bremswege unterschiedlicher Fahrzeuge. In der Gruppe lässt sich dann auch trefflich darüber spekulieren, ob es am Fahrer, den Reifen oder dem Fahrzeuggewicht liegt.

Das war die Aufwärmrunde und alle sind wach. Jetzt liegen auch keine losen Gegenstände mehr im Auto, denn die wären einem sonst schon um die Ohren geflogen. Wieder was gelernt.

Nun kommt noch mehr Wasser. Aquaplaning und Schleuderplatte warten auf die Fahrer. Eine Bremsung und Lenkung mit aufgeschwommenen Reifen ist schon interessant. Da darf es einem auch mal mulmig werden. Aber, es funktioniert! Und die Fontänen des aufspritzenden Wassers sehen toll aus.

Fahrsicherheitstraining

Die Schleuderplatte ist eine krasse Erfahrung. So, wie wenn dir jemand die Füße wegzieht. Es sind halt nur die Füße deines Autos.

Simuliert wird so ein ausbrechendes Heck. Anders als im wahren Leben ist der Fahrer auf die Situation vorbereitet, doch wird nach rechts oder links gezogen? Im ersten Durchgang dürfte wohl jeder einen oder mehrere Dreher um die eigene Achse vollführen und sich im Anschluss fragen: Wo bin ich?

Tja, dann eben üben. Gut zu wissen, dass es den anderen genauso geht. Und es sieht zumindest für die Zuschauer echt gut aus, wenn vier bis fünf Pirouetten gedreht werden.

Nach dem zweiten oder dritten Versuch gelingt es dann, den Wagen relativ gerade aus dem Schleuderprogramm heraus zu fahren. Das ist eine gute Erfahrung und ich ahne, was mit Fahrzeugbeherrschung gemeint ist. Vertrauen in das eigene Fahrzeug und in die eigenen Fähigkeiten als Lenker baut sich auf.

Aber es geht ja noch weiter! Die Kreisbahn kommt, der eigentliche Fun-Teil. Driften nach dem Motto „Fährste quer, siehste mehr“.

Kann ja nicht so schwer sein, denk ich mir und fahre los. Und was macht mein fahrbarer Untersatz? Er schiebt über die Vorderräder oder dreht sich weg! Warum? Gas-Pedal, Lenkung?

Okay, in der Theorie war es doch einfach, da probiere ich es eben nochmal. Also beschleunigen, zweiter Gang, lenken, gegenlenken und – das Heck kommt. Aha. Wenn ich jetzt den instabilen in einen dauerhaft instabilen also stabilen Zustand verwandeln könnte, dann hätte ich es geschafft. Aber eins wird klar: In fünf Minuten oder einer halben Stunde wird keiner zum Drift-König. Da bedarf es einer Fortsetzung.

Und mit dieser Erkenntnis endet der Lehrgang und der Entschluss ein weiteres Fahrsicherheitstraining zu buchen, ist gefasst. Mir hat es immer Spaß gemacht, wie sieht es bei euch aus? Wer sich für ein Training interessiert sollte mal bei Automobilclubs, Verkehrswacht, Herstellern oder anderen Veranstaltern im Netz schauen. Es gibt für jeden Geschmack und fahrbaren Untersatz das richtige Fahrertraining.

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