Museum Autovision in Altlußheim bei Speyer

Das Museum Autovision in Altlußheim ist räumlich gerade einige Kilometer vom Technik-Museum Speyer entfernt, konzeptionell stellt es jedoch einen echten Gegenentwurf dar.

Schon lange wollte ich mal reinschauen, da die Webseite sehr interessante Themen versprach, nun war es endlich soweit!

Diese Schwerpunkte decken hier verschiedene Aspekte der Geschichte der Motorisierung ab und schlagen den Bogen von der frühen Vergangenheit bis in die Jetztzeit – und Ideen für die mögliche Zukunft werden auch gezeigt!

Das Konzept beruht darauf, dass man wirklich aus dem Vergangenem etwas lernen können soll – dementsprechend wird hier einiges mehr erklärt und veranschaulicht als in anderen Museen.

Und darum haben wir diese Woche zum ersten Mal die Vorstellung eines Museums in zwei Blogbeiträgen – im Museum Autovision treffen nämlich „Oldtimer“ auf „Trends“- zu letzterem aber später mehr, also bitte nicht wundern, wenn Ihr am Donnerstag wieder etwas über „Autovision“ findet…

Hier soll nun zunächst die Vergangenheit regieren, und so stelle ich Euch drei der Schwerpunkte des Museum vor.

Schwerpunkt 1: Bugatti

Mit den Bugattis beginne ich: Derzeit sind fünf unterschiedliche Bugattis vom Typ 57 ausgestellt, drei weitere sind in der Restauration.

Der Typ 57, das Meisterwerk von Jean Bugatti, war im Vorkriegseuropa der Inbegriff des agilen, exklusiven Grand Tourisme. Man konnte atemberaubende Reisedurchschnitte erzielen, die unterschiedlichsten Karosserie-Typen (vom Werk wie auch von den zahlreichen Maßschneidern) deckten jeden Bedarf aufs eleganteste ab.

Der Zustand der Exponate geht vom restauriertem Chassis mit Mechanik bis zu kompletten Fahrzeugen, und diese sowohl besser als neu bis zu absolut original – gerade letzterer Bugatti ist ein großer Schatz, denn wo sonst als an diesen Objekten sollten Chemiker feststellen können, wie die Farben zusammengesetzt und aufgetragen wurden, Sattler, Stellmacher und Lederspezialisten, wie Stoffe, Hölzer und Leder be- und verarbeitet wurden.

Museum Autovision: Bugatti 57

Schwerpunkt 2: NSU

Der zweite Sammlungsschwerpunkt ist NSU – diese Marke war in den 50ern der größte Motorradhersteller der Welt, aber dem ging einiges voraus!

NSU ist abzuleiten aus „NeckarSUlm“, einer gemütlichen Neckarstadt. Dort wurden im 19. Jahrhundert Strickmaschinen hergestellt, seit 1886 Fahrräder und ab 1901 bereits Motorräder mit weltweiter Verbreitung und hervorragendem Ruf.

1905 nahm man auch den Bau von PKW auf, die insbesondere in den 10er und 20er Jahren als echte Qualitätsprodukte galten, allerdings nie eine große Verbreitung erfuhren, dementsprechend wenige sind erhalten – und hier ist die wohl größte Sammlung an Vorkriegs-NSU-Wagen zusammengetragen.

Museum Autovision: 3 ganz frühe NSU

Museum Autovision: NSU Vorkriegswagen

Nachkriegswagen wie die zahlreichen „Prinzen“ sind dabei ebenso vertreten wie eine stattliche Anzahl von NSU-Motorrädern, zum einen Serienkräder von den Anfängen (ergänzend ein Exemplar des ersten Serienmotorrades „Hildebrand & Wolfmüller“) über die bekannte NSU 501T und die OSL zur Fox, Max und Konsul, dazu auch Rennmaschinen wie Renn- und Sportmax und einer der Baummschen Geschwindigkeitsweltrekord-“Liegestühle“.

Museum Autovision: PrinzengardeMuseum Autovision: Zweirad-Nachkriegspracht

Schwerpunkt 3: Wankel

Dazu passt der dritte Schwerpunkt „Wankel“- NSU war in den 50er Jahren das Unternehmen, das am engsten mit Felix Wankel zusammenarbeitete, um dessen Motor eine Zukunft zu verschaffen. Dieses grandiose und doch bis heute zumindest bei den Verbrennungsmotoren bislang nicht erfolgreiche Verfahren wird hier – auch in seiner Fortentwicklung – sehr gut vorgestellt, als Exponate gibt es neben Rasenmähern, Fluggeräten, einem Wasserski-Zuggerät (so etwas hatte ich davor auch noch nicht gesehen…) natürlich zahlreiche Straßenfahrzeuge.

Mit Hercules, Suzuki, VanVeen und 2 Nortons wird fast alles gezeigt, was an Zweirädern mit dem Wankel unterwegs war.

Museum Autovision: Wankel-Motorräder

Bei den Autos wird mit mehreren Mazda Cosmo und RX und den NSUs Wankel Spider und RO80 ebenfalls eine breite Palette angeboten, von letzterem ist auch das Schnittmodell der IAA 1967 ausgestellt.

Museum Autovision: Wankel-Mazdas

Eine komplettere Sammlung an Wankel-Objekten ist mir nicht bekannt, schön, dass es dieses Museum gibt!

Also Oldtimer-Freunde, nichts wie hin!

Und wem das noch nicht reichen sollte, dem empfehle ich, einen Blick in den nächsten „Trend“-Beitrag zu werfen, da folgt die Vorstellung der anderen Seite des „Museums Autovision“. Denn hier ist die Moderne mindestens so spannend dargestellt wie die Vergangenheit.

P.S.
Und so will ich sicher nicht meckern, nur als Anregung: Wie sieht es denn noch aus mit der Wankel Yamaha und –MZ und einem der Wankel-Citroens? Fänd ich toll.

P.P.S.
Es handelt sich hier um ein kleineres Museum … der Empfang war überaus herzlich, mit Sachkenntnis wurde ich direkt zu Beginn über das Museum, seine Hintergründe und Exponate informiert.

Nochmal von hier aus großes Lob und herzlichen Dank!

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