Neuwagen der Woche: Der neue Skoda Superb (2015)

Vorab: Der nachfolgende Test-Bericht liest sich wie eine Liebeserklärung und das aus gutem Grund, denn der neue Skoda Superb ist der beste (bezahlbare) Neuwagen den ich in den letzen Jahren gefahren bin und erneut ein Beleg dafür, dass die Marke Skoda zu Recht auf Platz 1 der Import-Liste steht. Alle guten Dinge sind drei?

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-18

Darf ich vorstellen? Die dritte Generation vom Skoda Superb:

Skoda hat den Octavia nachgeschärft, den Fabia attraktiv gemacht, mit dem Rapid ein neues Modell auf den Markt gebracht und nun kommt zur Krönung noch der neue Skoda Superb und ohne zu übertreiben kann man dieses Fahrzeug mit höherpreisigen Marken wie Audi, BMW und Mercedes-Benz vergleichen, denn bei dem Skoda stimmt nicht nur die Haptik, die Optik, die Technik – nein, es stimmt auch noch das Platzangebot und vor allem auch noch der Preis.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-13

Direkt ab Marktstart gibt es den kleinen 1.4 TSI mit 125 PS zu einem Basispreis ab 24.590 Euro, der kleinste Diesel kostet mindestens 26.490 Euro (1.6 TDI mit 120 PS). Der derzeitig größte Diesel (2.0 TDI mit 150 PS) wird ab 28.190 Euro eingepreist und der teuerste Skoda Superb, der startet ab 33.990 Euro und hat dann den 220 PS starken 2.0 Liter Turbo-Benziner unter der Haube.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-19

Im besten Fall geht es innerhalb von 7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der langsamste schafft den Sprint immer noch in 10,9 Sekunden, doch will man mit dieser Limousine überhaupt schnell unterwegs sein? Man hat die Wahl!

Sportlich oder komfortabel, die Auswahlmöglichkeit bietet auch das DCC – ein adaptives Fahrwerk -, welches nun zum ersten Mal in einem Skoda verfügbar ist und diese Option würde ich ziehen, die 910 Euro sind gut angelegt. Im Sportprogramm lassen sich die Kurven (so lange die nicht zu eng sind) räubern, im Komfort-Modus bügelt die (nun etwas längere) Limousine selbst die Unebenheiten der schlechten Fahrbahn in Italien weg. Ein tolles Fahrgefühl!

Hier ist unser Video-Fahrbericht zum neuen Skoda Superb:

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-21

Wir waren mit dem Skoda Superb im Umland von Florenz unterwegs. Die Toskana! Herrlich! Die Gegend und vor allem auch die Hauptstadt Florenz passt zum Skoda Superb, denn auch sie verfügt über eine beachtlichte Geschichte, der Skoda Superb über eine beeindruckende Tradition.

Florenz verbindet man mit Kunst, Renaissance, der Familie Medici, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Galileo Galilei und die historische Innenstadt, die übrigens nicht mit Leihfahrzeugen befahren werden darf. Florenz ist Weltkulturerbe, Modestadt, Wirtschaftzentrum und an vielen Orten einfach nur wunderschön.

An manchen Ecken sieht es dann halt nicht so schön aus, aber das ist wohl an jedem Ort der Welt so. Doch wie sieht der neue Skoda Superb aus?

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-22

Der neue Skoda Superb zeigt sich nachgeschärft, er hat Ecken und Kanten und man kann sich auf den ersten Blick nicht satt sehen, überall gibt es was zu entdecken:

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-20

In den Scheinwerfern gibt es kleine Lichtleiter, die Sicht und Schattenkanten strecken die Limousine ungemein und geben ihr den sportlichen Touch. Die Rückleuchten verfügen über ein neues Lichtbild und trotzdem erkennt man auf den ersten Blick: Das ist ein Skoda!

Tradition verpflichtet, auch wenn man sich von dem dreigestrichenen C verabschiedet hat. Bis dato konnte man die Fahrzeuge immer an Hand der Rückleuchten erkennten: Ein C in der Lichtsignatur = Skoda Fabia, zwei C = Skoda Octavia und drei C bekam der Skoda Superb.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-37

Technisch zeigt er sich aufgewertet ohne aber den Preisbogen zu überspannen, so gibt es z.B. optional den adaptiven Tempomat inklusive Stauassistent. Dieses System ist in der Lage, komplett bis auf 0 km/h herunterzubremsen und auch wieder selbstständig zu beschleunigen. Auf die Wunschliste kann natürlich auch noch der Totwinkel-Warner, der Spurhalteassistent, der Ausparkassistent usw. und auch beim Infotainment gibt es optional Android Auto, Apple CarPlay und so weiter; über eine eigene App kann man aus dem Fond z.B. auch eine neue Route in das Auto schicken, wenn man das denn möchte.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-16

Was der Skoda Superb sonst noch so bietet? Regenschirme in den Türen, Eiskratzer hinterm Tankdeckel, USB-Anschlüsse und im Fond eine 220V Steckdose, die man mit 150 Watt belasten darf. Somit wird aus der normalen Limousine ein High-Tech-Traum für Geschäftsreisende. Laptop laden, eigene Musik genießen oder einfach mal entspannen. Im Stau dem Fahrzeug die Arbeit machen lassen (nicht komplett autonom) und wenn man mal möchte, darf man auch etwas flotter durch die Kurve fahren.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich gefunden: An der Front gibt es keine LED Scheinwerfer, für mich persönlich das Licht der Zukunft, sondern „nur“ Xenon-Scheinwerfer mit einem optionalen adaptiven Fernlicht. Vermutlich wollte man irgendwann dann doch den teureren Konzernbrüdern nicht mehr das Wasser abgraben.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-24

Platz ist in der kleinsten Hütte? Hier habt ihr aber eine große! 4,86 lang, ohne Außenspiegel 1,86 breit und 1,46 flach. Der Radstand beträgt ganze 2,84 m! Damit hat er den gleichen Radstand wie zum Beispiel ein kurzer VW T6 oder aber auch der neue VW CC.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-11

Ausreichend Platz vorne, gefühlt noch mehr Platz hinten. Schon mal in der Business-Klasse geflogen? Da gibt es auch keine größere Beinfreiheit. Nur eine Liegesitzfunktion fehlt noch im Skoda Superb zum perfekten Reisemobil. Im Fond könnte man Tango tanzen und auch wenn die Mercedes-Benz S-Klasse z.B. dort mehr Annehmlichkeiten bietet, gefühlt sind die Platzverhältnisse gleich.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-26

Richtig viel Platz bietet der Kofferraum. Reisst der Skoda Superb seine Klappe so richtig auf, dann hält er auch was er verspricht. Ein Ladevolumen von 625 Liter stehen zur Verfügung und klappt man die hinteren Sitze um, dann sind es bis zu 1.760 Liter. Diese Werte kann nur noch ein Fahrzeug toppen, das wird dann der Skoda Superb Combi, der ab Herbst 2015 in den Handel rollt und irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Fahrzeug – in der Preisklasse – sich nur selber schlagen kann.

skoda-superb-2015-test-fahrbericht-jens-stratmann-6

Die Heckklappe, die kann man natürlich zuschlagen, einfacher geht es aber per Tastendruck, denn die Heckklappe lässt sich rein elektrisch öffnen und schließen und wer mag, darf dabei den Superb sogar unter das attraktive Heck treten. Per Fußbewegung kann man die Heckklappe öffnen, das z.B. wenn man gerade die Hände voll hat und der Schlüssel in der Tasche steckt.

Fazit: Das beste Automobil aus dem MQB in der Preisklasse. Punkt.

Was schreibend die anderen Autoblogger über den neuen Skoda Superb?

Bjoern Habegger (mein-auto-blog.de): „Der Superb wird es den Konzernbrüdern ordentlich schwer machen. Denn ganz egal, worauf man Wert legt, der Škoda Superb kann es. Er glänzt bei der Verarbeitung, beim Design, bei der Ausstattung und beim Angebot der Multimedia- und Assistenzsysteme. Einzig das LED-Licht wurde dem großen Tschechen vorenthalten.“

Tom Schwede (1300ccm.de): „Wie schon sein Vorgänger überzeugt auch der Neue mit einem Platzangebot, das über die Maßstäbe seiner Fahrzeugklasse hinausgeht. Im welchem anderen Auto bleibt in der zweiten Reihe hinter dem Fahrer so viel Platz, wenn ich am Steuer sitze? Mir ist spontan keins eingefallen, das ich bereits gefahren bin!“

Fabian Messner (autophorie.de): „Der Skoda Superb in der dritten Generation fährt sich wie ein Leichtgewicht auf den Straßen (bis zu 75 Kilogramm abgespeckt gegenüber Vorgänger), das macht sich auch im Handling bemerkbar. Schwerstarbeit müssen nur noch Chauffeure anderer Marken verrichten, hier geht alles mit Leichtigkeit von der Hand. Das Design scharf wie bisher nur an der Vision C gesehen. Von „messerscharfen“ Kanten ist die Rede; obgleich sich niemand am Superb geschnitten hat, gut sieht er doch aus. Und dort geht sie auch hin die Zukunft des Skoda. Diese sieht rosig aus; noch besser wäre es dennoch, wenn VW ihm das LED-Licht erlauben würde.“

Sebastian Bauer (passiondriving.de): „Herausforderung für Motorjournalisten: schreiben Sie einen Text über den neuen Škoda Superb, ohne die Begriffe “Simply Clever”, “Passat”, “pragmatisch”, “Regenschirm”, “Beinfreiheit”, “Kofferraum”, “Preisvorteil”, “MQB” oder “Premium” zu verwenden.“ – das wird nicht häufig gelingen!

Weitere Videos zum neuen Skoda Superb:

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: