Fahrbericht / Test: Mercedes-Benz B 180 CDI – die B-Klasse ist erstklassig!

Seit Ende 2014 steht das Facelift der B-Klasse von Mercedes-Benz bei den Händlern. Insgesamt gibt es 4 Dieselmotoren, 4 Benzinmotoren sowie 2 Modelle mit alternativen Antrieben, nämlich mit Erdgas- und Elektroantrieb. Außerdem gibt es 2 sparsamere BlueEFFICIENCY-Editionen und 4 allradgetriebene Modelle.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-2

Für einen Praxis-Alltagstest habe ich mich für den B 180 CDI entschieden, also ein kleiner sparsamer Selbstzünder. Unter der Motorhaube von der Mercedes-Benz B-Klasse B 180 CDI steckt ein 4-Zylinder Reihenmotor mit 1.461 ccm Hubraum. Er leistet 80 kW (109 PS) und bringt den B 180 CDI handgeschaltet in 11,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, wenn man denn schnell genug schaltet und ggf. noch etwas Rückenwind hat.

Bei Tempo 190 ist Schluss mit lustig, für den Alltag eigentlich schnell genug, wenn man nicht allzu häufig auf der Autobahn unterwegs ist. Das Drehmoment von 260 Nm liegt bei 1.750-2.500 Umdrehungen pro Minute an der Kurbelwelle an.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-48

Die Gänge werden manuell vom 6-Gang-Schaltgetriebe (alternativ und gegen Aufpreis automatisch vom 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe) gewechselt. Beim optionalen Doppelkupplungsgetriebe kann man direkt am Lenkrad die Gänge wechseln, außerdem hat man die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Schaltprogrammen zu wählen, von kraftstoffsparend bis sportlich.

Durch die ECO Start-Stopp-Funktion wird der Motor an Ampeln oder im Stau vorübergehend abgeschaltet und spart somit Kraftstoff. 56 Liter Diesel passen in den Tank, laut Mercedes-Benz liegt der Normverbrauch für den Handschalter bei nur 4,1 Litern und die CO2-Emissionen liegen bei 107 g/km. In der Realität habe ich ca. 2 Liter mehr benötigt.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-22

Mit den drei optionalen Ausstattungslinien Style, Urban und AMG Line kann man seinen Wunsch-Benz konfigurieren, wenn er nicht nur die Serienausstattung haben soll. Zusätzlich kann man verschiedene Ausstattungspakete hinzuwählen, zum Beispiel das Night-Paket mit schwarzen Exterieur-Elementen, das Exklusiv-Paket mit vielen Komfort- und Optik-Features und das AMG Exklusiv-Paket mit AMG spezifischer Ausstattung.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-6

Serienmäßig ist das Exterieur schon sportlicher geworden, beispielsweise mit den geschwungenen Seitenlinien und der Frontschürze inklusive großem Grill mit Stern. Die LED-Tagfahrleuchten sind nun in die Scheinwerfer integriert, optional gibt es jetzt auch die LED High Performance Scheinwerfer, die zur Begrüßung erst blau und dann weiß leuchten. Am Heck erkennt man die neue B-Klasse an den veränderten Rückleuchten.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-8

Doch wie schlägt sich die B-Klasse im Alltag? Erstaunlich gut, wenn man keine Ampelsprints gewinnen möchte. Die Lenkung ist direkt und vermittelt eine gute Rückmeldung, die Bremsanlage ist ausreichend groß dimensioniert und das Fahrwerk komfortabel, ggf. teilweise zu komfortabel aber die B-Klasse ist natürlich kein Sportwagen, auch wenn die Endrohre rein optisch ggf. mehr versprechen.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-10

Man hat eine gute Rundumsicht in einer komfortablen Sitzposition. Beim Serien-Interieur gilt die übliche Übersichtlichkeit und Hochwertigkeit, die natürlich durch die Wahl von zusätzlicher Ausstattung aufgewertet werden kann. Hierzu gehören zum Beispiel das Multimedia-System Comand Online mit einem freistehenden 8″ TFT-Multifunktionsdisplay, über das man die diversen Multimediafunktionen wie Navi, Telefon, Audio, Video oder auch das Internet im Blick hat, außerdem eine Sportpedalerie in gebürstetem Edelstahl sowie unterschiedliche Zierelemente.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-24

Das Display lässt sich leider nicht zum Fahrer neigen. Optional bekommt man das Schließsystem Keyless-Go, bei dem man nur den elektronischen Schlüssel dabeihaben muss, um das Fahrzeug zu öffnen, schließen oder auch zu starten.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-9

Sicherheit wird bei der neuen Mercedes-Benz B-Klasse natürlich auch weiterhin groß geschrieben: Zu bieten hat er neben Airbags, ABS und ESP auch diverse zusätzliche Assistenzsysteme wie zum Beispiel den „Collision Prevention Assist Plus“. Er warnt vor eventuellen Kollisionen und bremst im Notfall selbstständig ab.

Zum Serienumfang gehört auch der Aufmerksamkeits-Assistent „Attention Assist“. Er stellt den Ablenkungsgrad des Fahrers über eine Balkenanzeige dar und warnt auch akustisch. Die adaptive Bremse mit Hold-Funktion, Berganfahrhilfe und das adaptive, blinkende Bremslicht komplettiert die serienmäßige Sicherheit.

Gegen Aufpreis bekommt man beispielsweise einen Park-Assistenten, Totwinkel-Assistenten oder Spurhalte-Assistenten. Der Park-Assistent funktioniert sogar richtig gut, ist eine Lücke erkannt, lenkt die B-Klasse einfach hinein.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-12

Der Stuttgarter hat mit Handschaltung ein Leergewicht von 1.420 kg, zu dem man 565 kg zuladen darf. Das Kofferraumvolumen beträgt 488 Liter, umgeklappt 1.547 Liter. Dank dem optionalen „Easy Vario Plus System“ für die Rücksitzbank ist diese auch noch verschiebbar und bietet noch mehr Platz.

Gebremst darf man 1.200 kg ziehen, die Dachlast liegt bei 57 kg. Der Benz ist 4,39 m lang, mit Außenspiegeln 2,01 m breit und 1,56 m hoch. Der Wendekreis beträgt 11 m bei einem Radstand von 2,70 m.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-13

Zu einem Basispreis von 28.857,50 Euro bekommt man den frontgetriebenen B 180 CDI als Handschalter, das Doppelkupplungsgetriebe kostet 2.166 Euro extra. Wenn man dann noch die schier endlose Liste an Sonderausstattung ansieht, weiß man, dass da noch viel Luft nach oben ist.

Ich habe bewusst ein paar „Umsteiger“ in das Fahrzeug gesetzt, da ich mich ja inzwischen ganz gut mit Mercedes-Benz-Fahrzeugen auskenne. Einige monierten das Command Online System, beschwerten sich über die fehlende Touchscreen-Funktion und mir persönlich ist es passiert, dass ich den Radiosender durch die Armauflage auf die Mittelarmlehne verstellt hatte.

Auf Autobahn-Etappen ist das Standart-Fahrwerk etwas zu komfortabel, aber irgendwas ist ja immer. Die B-Klasse ist meiner Meinung ein würdiger Nachfolger für die „alte A-Klasse“ und aufgefrischt sieht sie auch noch richtig gut aus.

mercedes-benz-b-klasse-2015-b180-cdi-test-fahrbericht-jens-stratmann-14

Ein Fahrzeug für die kleine Familie: Die Kinder haben hinten ausreichend Platz und können sich selbstständig anschnallen. Die Gurtlängen sind auch lang genug für Maxi-Cosi Sitze oder andere Baby-Schalen und auch Kindersitze lassen sich links und rechts via ISO-Fix oder Gurthalterung befestigen.

Ihr benötigt mehr Platz? Dann wäre vermutlich, wenn man bei der Marke bleiben möchte, die Mercedes-Benz C-Klasse als T-Modell euer Fahrzeug. Wer über einen Markenwechsel nachdenkt, der sollte sich mal den BMW 2er Active Tourer ansehen.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: