Mit dem Wohnmobil durch die USA

Im März und April dieses Jahr habe ich mit meiner Familie einen Roadtrip durch die USA gemacht und kam zum ersten Mal in den Genuss, ein Wohnmobil zu fahren.

Der Plan war eine Überführung des Wohnmobils frisch vom Werk in Middlebury, Indiana bis zum Vermieter in San Francisco, Kalifornien. Unsere Route führte uns durch die Südstaaten bis nach New Orleans und danach am Golf von Mexiko entlang, in dem man sogar bei angenehmen Wassertemperaturen baden konnte!

Anschließend ging es weiter Richtung Westen über San Antonio, Phoenix und Las Vegas auf den Highway 1, auf dem wir das letzte Stück an der kalifornischen Küste entlang bis nach San Francisco gefahren sind. Und nach knapp vier Wochen hieß es auch schon wieder „Bye bye America!“

Unser Wohnmobil war circa 10 Meter lang, 3 ½ Meter hoch und 2 ½ Meter breit. Das bisher größte Auto, das ich gefahren bin, war der Honda CR-V (ich weiß, ein Riesengerät!) meines Vaters. Somit war das eine ordentliche Umstellung für mich.

Mit dem Wohnmobil durch die USA

Doch nach den ersten gefahrenen Meilen und Überholmanövern habe ich mich an die Größe gewöhnt und es hat sich angefühlt, als würde man einfach ein großes Auto fahren. Man musste nur darauf achten, dass man beim Überholen etwas mehr Zeit braucht, da man keine 3 Meter, sondern 10 Meter am anderen Auto vorbei bringen muss.

Trotz der etwa 7 Tonnen Gewicht beschleunigte das Wohnmobil dank 360 PS ziemlich flott und wir blieben nach roten Ampeln nicht weit hinter den PKWs zurück!

Bei Wind auf der Fahrbahn musste man sehr aufpassen und da wir viel durch karge Landschaften gefahren sind, war dies oft der Fall. Das Wohnmobil hat durch seine Länge und Höhe eine große Angriffsfläche und neigt dazu, in Richtung Straßengraben zu driften. Vor allem wenn ich bei Seitenwind nach Überholen eines Trucks aus dem Windschatten kam, musste ich das Lenkrad gut festhalten.

Ich war in dem Glauben, Wohnmobil fahren sei doch nicht so schwer. Doch dann kam die wirkliche Herausforderung – das Parken! Während ich auf Campingplätzen und großen Supermarktparkplätzen ziemlich problemlos umher fahren konnte und auch gerne mal 4 Parkplätze auf einmal belegte, wurde es an Tankstellen und Parkplätzen von Fastfood-Ketten, die wir des Öfteren besuchten, teilweise ziemlich knifflig.

Enge Passagen sollten generell gemieden werden, da das Wohnmobil einen sehr großen Wendekreis hat und der Überhang von knapp 2 Metern das Rangieren zur Millimeterarbeit werden lässt. Leider musste auch ich das erfahren. Bei einer Flussüberfahrt auf einer sehr engen Fähre stieß ich trotz Einweisung an die Bande und der Holm der Außenleiter des Wohnmobils brach. Egal, Mund abputzen und weiter fahren!

Mit dem Wohnmobil durch die USA

Wir hatten in den knapp 4 Wochen ein gewaltiges Pensum an Meilen abzuspulen und sind oft auch mal 6 Stunden am Tag gefahren. Doch ich muss sagen, es macht in den USA wirklich Spaß, Auto zu fahren! Durch die landschaftliche Vielfalt gibt es einfach unglaublich viel während der Fahrt zu sehen. In Louisiana waren es Sümpfe, in New Mexico und Arizona schöne Wüstenlandschaften mit teilweise blühenden Kakteen und felsige Berge und in Kalifornien das Meer. Vor allem der Highway 1 war mein Highlight.

Der Rest der Fahrt verlief zum Glück unfallfrei und alles in allem würde ich sagen, dass es wirklich Spaß gemacht hat ein Wohnmobil zu fahren. Es war eine neue Erfahrung und manchmal auch Herausforderung, so ein 10-Meter-Schiff sicher über die Straßen und Parkplätze Amerikas zu steuern. Und das nächste Mal versuche ich es mit einem größeren Gefährt!

GASTBEITRAG von Christian Brendel (Werksstudent bei R+V24)

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: