Wörthersee 2015: Audi, Skoda und VW geben mit Sicherheit Vollgas!

Tuning und Sicherheit! Zwei Themen, die für mich persönlich richtig und wichtig sind. Durch das sogenannte „Tuning“ kann man sein Fahrzeug entweder bereits bei der Bestellung oder später individualisieren und wenn man sich an die Gesetzesgebungen hält, dann hat man mit Sicherheit auch viel Spaß mit dem optischen bzw. akustischem Ergebnis.

Ich persönlich, 35 Jahre jung, habe auch diverse modifizierte Fahrzeuge gefahren, doch während ich früher noch auf stark umgebaute Optik-Pakete, viel Musik und vor allem laute Auspuffanlagen gestanden habe, würde ich heute das sogenannte OEM-Styling bevorzugen.

OEM? Original Equipment Manufacturer! Teile von anderen Fahrzeugen aus dem jeweiligen Konzern verbauen, das Fahrzeug ggf. noch tiefer legen. Felgen, Fahrwerk, Fertig!

Das ist meine persönliche Devise und es gibt eine Veranstaltung im Jahr, die kann ich einfach nicht links liegen lassen. Das Wörthersee-Treffen lockt jährlich bis zu 200.000 Besucher nach Kärtnen, besser gesagt nach Reifnitz und auch wenn das „Treffen“ eigentlich inzwischen „vor dem Treffen“ stattfindet, habe ich immer noch viel Spaß, die umgebauten Fahrzeuge zu sehen und auch die Hersteller Audi, Seat, Skoda und Volkswagen zeigen vor Ort was machbar ist.

Bevor ich am Freitag weitere Exponate vom Wörthersee 2015 präsentiere, möchte ich heute bereits die ersten Informationen zu den Fahrzeugen bringen, die von Audi und Co. extra für das Wörthersee-Treffen aufgebaut wurden, besser gesagt habe ich mir drei Exponate ausgesucht die ganz gut zeigen, dass man beim Tuning auch schon mal etwas den Bogen überspannen darf. Wer nun gleich zwischen den Zeilen liest, wird übrigens auch interessante technische Lösungsansätze entdecken:

Audi

Der Audi TT clubsport turbo verfügt über eine Leistung von 441 kW (600 PS). Alleine das wäre ja schon ein Highlight, doch wie wird diese Leistung realisiert? Der 2,5 Liter TFSI (5-Zylinder) bekommt einen elektrischen BiTurbo. Durch den elektrisch angetriebenen Verdichter möchte man das Turbo-Loch stopfen. Ich kann aus dem Nähkästchen plaudern, dass auch ein anderer Hersteller in Deutschland an diesem System arbeitet, Audi bringt es im Showcar aber als Erster im Benziner zum See. Bereits 2014 zeigte Audi den elektrischen Turbolader (auch EAV genannt) im TDI.

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Die großen Vorteile liegen auf der Hand: Der Turbolader dreht spontan und ansatzlos auf Maximaldrehzahl und erhöht immer dann den Ladedruck, wenn für den Abgasturbolader zu wenig Antriebsenergie im Abgas zur Verfügung steht.

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Dazu muss man natürlich wissen, dass der Turbolader, der den Ladedruck erhöht, in der Regel durch den Abgasstrom angetrieben wird. Man muss sich das wie ein Schaufelrad vorstellen. Das Ziel: Schneller höhere Ladedrücke realisieren, um das Ansprechverhalten zu verbessern und die Sprintgeschwindigkeit zu verbessern.

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Der 2.5 TFSI‑Fünfzylinder verfügt über ein maximales Drehmoment von 650 Nm, welches in einem Drehzahlband von 3.000 bis 7.000 1/min zur Verfügung steht, die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles 6-Gang-Getriebe und wenn man es drauf hat, dann beschleunigt man das Fahrzeug innerhalb von 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Vortrieb endet bei 310 km/h und die Höchstgeschwindigkeit rechtfertig selbstverständlich auch das Leitwerk am Heck.

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Unter der Karosserie versteckt sich aber nicht nur der e-Turbolader, sondern auch ein komplett neues Stromnetz. Parallel zum 12 Volt-Netz, sorgt ein 48 Volt-Stromnetz für die notwendige Stromversorgung des EAV, in der Zukunft werden wir also nicht nur über elektronische Turbolader, sondern auch über Energiespeicher sprechen, auch das gilt für andere Hersteller, denn die Verbraucher wollen immer mehr.

Was bietet der Audi TT clubsport turbo sonst noch?

Sidepipe-Auspuff, quattro Allradantrieb, Gewindefahrwerk mit Liftfunktion und 9,5 x 20″ Felgen im Radkasten. Wer schnell unterwegs ist, muss auch schnell bremsen können, für die negative Beschleunigung sind 370er Kohlefaser-Keramikbremsscheiben verantwortlich.

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Der extreme Audi TT verfügt nicht nur über ansprechende Fahrleistung und über technische Innovationen, nein er zeigt sich auch brachial verbreitet. 14 cm ist er breiter, vermutlich hätten die Breitreifen auch sonst nicht in die Radkästen gepasst.

Skoda

Was passiert, wenn man den Rallye Skoda Fabia R5 mit einem Skoda Fabia Combi kreuzt, das kann man auch am Wörthersee sehen. Skoda bringt nicht nur den Rallye-Wagen selbst mit an den See, sondern auch eine interessante Studie, welche unter der Combi-Karosserie die Rennsport-Technik spazieren fährt.

Unter der Haube vom Skoda Fabia Combi R5 Showcar sitzt also tatsächlich der 1.6 Liter Turbo-Benziner, die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Getriebe und rollen wird der viertürige Combi auf 18 Zoll Alurädern.

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Neben der weiß-grün-schwarzen Lackierung fällt das Showcar durch die großen Lufteinlässe und die verbreiterten Kotflügel auf. Am Heck sorgt ein großer Spoiler für den notwendigen Anpressdruck auf der Hinterachse und der Abgasstrom verlässt durch ein mittig platziertes Endrohr den formschönen Combi.

Skoda selbst hat sich, nach eigener Angabe, von einem Skoda Fabia RS verabschiedet. Nun darf man wieder träumen, wie wäre es mit einem sportlichen Skoda Fabia Combi?

Volkswagen

2016 wird der VW Golf GTI 40 Jahre alt. Am Wörthersee selbst steht ein Stein-Golf und auch in Wolfsburg wird demnächst ein Stein-Golf stehen, um den legendären GTI zu feiern. Volkswagen nimmt sich das zum Anlass und bringt dann Anfang 2016 den Golf GTI Clubsport auf den Markt. Eine seriennahe Studie des Modells wird aber schon am 14. Mai 2015 beim GTI-Treffen am Wörthersee präsentiert – das Tuning-Treffen als Premieren-Ort.

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Der VW Golf 7 GTI Clubsport soll mit 195 kW (265 PS) dann 35 PS mehr haben als der VW Golf GTI Performance, außerdem dank Boost-Funktion eine temporär um etwa 10 Prozent höhere Spitzenleistung. In Kombination mit verbesserten Antriebswerten soll der Golf GTI Clubsport besonders dynamisch sein und ein stabiles Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten, auch in Kurven, aufweisen.

Der VW Golf GTI Clubsport soll außerdem mit einem individualisierten Interieur und exklusiven Karosseriedetails auf den Markt kommen, die die Performance des GTI weiter steigern, aber trotzdem Form und Funktion harmonieren lassen sollen. Hierzu gehören ein neuer Frontstoßfänger, neue Seitenschweller, ein neuer und aerodynamischer Dachkantenspoiler sowie ein speziell entwickelter Heckdiffusor.

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Keine Angst, das war noch längst nicht alles, Skoda und Volkswagen bringen auch noch die sogenannten Azubi-Cars mit an den Wörthersee, die möchte ich am Freitag vorstellen, garniert mit den anderen Higlights vom See.

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Dabei werde ich natürlich auch meine Augen offen halten und eventuelle Kuriosiäten mitbrigen. Seid also am Freitag dabei wenn es heißt: „Tuning, Trends und Wörthersee!“

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