Neuwagen der Woche: Seat Leon ST Cupra – der Weltrekord-Kombi aus Spanien!

Laut Hersteller ist der Seat Leon ST Cupra ein Familienauto mit Sportwagenkonzept, ob das Fahrzeug nur eine große Klappe hat oder auch hält was es verspricht, soll dieser Fahrbericht zeigen.

Deutschland ist, auch wenn die SUV-Modelle derzeitig auf dem Vormarsch sind, ein Kombi-Land. Geschätzt werden sie wegen des großen Volumens und der hohen Alltagstauglichkeit. Viele Kombi-Fahrer wünschen sich aber auch Sportwagenqualitäten.

Mal eben schnell von A nach B kommen, hier mal ein paar Landstraßen räubern und auf der Autobahn auch nicht den amtlichen Stauführer machen. Sportliche Kombi-Modelle gibt es von zahlreichen Herstellern und nun auch von Seat.

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Den Seat Leon ST Cupra gibt es in zwei Leistungsstufen, einmal leistet der 2.0 TSI (Turbo-Benziner) 265 PS und die andere Version hat sogar 280 Pferdestärken unter der Haube. Na? Werte bekannt? Richtig! Das sind VW Golf GTI Werte!

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Elektronisch abgeregelt sprintet der Seat Leon ST Cupra bis maximal 250 km/h, der Standart-Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt (in Verbindung mit dem aufpreispflichtigem Doppelkupplungsgetriebe) innerhalb von 6.0 Sekunden. Das sind Sportwagenwerte! Das DSG schaltet schnell und nahezu butterweich durch die Gänge, der 2.0 TSI hängt gut am Gas und klingt im Innenraum dabei (sicherlich auch dank Soundaktor) richtig kernig.

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Mit einem NEFZ-Verbrauch von 6,6 Liter soll der Seat Leon ST Cupra auskommen, wer die sportlichen Vorzüge ausreizt, kann ihn aber auch noch unterhalb der 10 Liter Grenze bewegen. Das solange bis der 50 Liter große Tank leer ist oder man sowieso mal wieder einen Stop einlegen möchte.

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Der Weg ist das Ziel und der Seat Leon ST Cupra fühlt sich nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Landstraße wohl. Auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings hält er derzeitig den Rekord für den schnellsten Kombi auf der Rennstrecke mit einer Zeit von 7 Minuten und 58 Sekunden.

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Auf kurvenreichen Landstraßen zeigt sich, dass das Fahrzeug auf der Rennstrecke abgestimmt wurde. Das Fahrwerk mit der adaptiven Regelung ist ein Traum, die Differentialsperre an der Vorderachse und die Progressivlenkung sorgen für viel Fahrspaß hinterm Frontscheibenglas, solange man das System nicht in seine Grenzen weisen möchte.

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Die Haftreibungsgrenzen und die Grenzen der Fahrphysik kann die Technik auch nicht außer Kraft setzen. Ist die Straße nass, schiebt er beim Beschleunigen über die Vorderräder und auch sonst untersteuert er ganz gerne mal.

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Was macht so eine Differentialsperre eigentlich?

Die neue Vorderachs-Differentialsperre optimiert die Traktion und somit auch die Fahrdynamik, im schlimmsten Fall (kommt nur sehr selten vor) kann das komplette Antriebsmoment auf ein Rad geleitet werden. Das verbessert dann natürlich das Handling und verhindert auch das Untersteuern. Ich möchte nicht wissen, wie der knapp 1,5 Tonnen schwere Seat Leon Cupra ST ohne Differentialsperre an der Vorderachse fahren würde.

Der Seat Leon ST Cupra im R+V24 Drive Check:

Wer das Fahrzeug in den Sport- bzw. in den Cupra-Modus versetzt, der bekommt nicht nur eine sportlichere Abstimmung, sondern auch den Klang um die Ohren.

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High-Tech-Kombi! Voll-LED Scheinwerfer an der Front, 5,8″ Infotainmentsystem im Innenraum und für den Notfall noch ein richtiges Ersatzrad im Kofferraum. In unserem Testwagen fehlte mir nur die Rückfahrkamera, man hat sich inzwischen so an die Vorzüge gewöhnt. Damit der Fahrer/die Fahrerin auch bei zügiger Fahrt einen kühlen Kopf behält wurde direkt eine Klimaautomatik verbaut, auch diese ist serienmäßig im Seat Leon Cupra ST montiert.

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Der Seat Leon ST Cupra ist 4,54 m lang und mit Aussenspiegel 1,98 m breit. Der Radstand beträgt 2,64 m und kommt den Insassen zu Gute, viel Platz gibt es vorne, ausreichend Platz gibt es hinten und am meisten Platz gibt es natürlich im Gepäckraum: Das Kofferraumvolumen beträgt 587 Liter.

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Maximal zuladen darf man 484 kg, klappt man die Rücksitze um, steht ein maximales Ladevolumen von 1.457 Liter zur Verfügung. Das Umlegen der Rücksitze ist ein Kinderspiel! Hinten links und rechts im Kofferraum muss man nur den Hebel ziehen und schon steht das komplette Volumen zur Verfügung.

Links und rechts gibt es noch weitere Ablagen und unter dem Kofferraumboden sogar noch ein richtiges Reserverad, welches gleichzeitig dem Subwoofer als Halterung dient.

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Der Basispreis von unserem Testwagen beträgt 32.950 Euro, dank einigen optionalen Ausstattungsmöglichkeiten wie z.B. dem 6-Gang DSG kostet das Fahrzeug 38.540 Euro. Wieviele Kombis mit über 260 PS und einem Beschleunigungswert von 6,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h gibt es dafür?

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Meiner Meinung nach ist der Seat Leon ST Cupra ein guter Kompromiss für diejenigen, die zwar ein sportliches Fahrzeug haben möchten, aber eigentlich ein praktisches Fahrzeug fahren müssen. Fahrdynamisch dürfte der 3- bzw. der 5-Türer vermutlich noch einen Ticken besser sein, doch schränkt das den Fahrspaß bei diesem Kombi hier gar nicht ein.

Ja, der Seat Leon ST Cupra macht Laune und irgendwie ist er auch etwas der Wolf im Schafspelz, denn richtig aufdringlich finde ich die optischen Veränderungen nicht.

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Was schreiben die anderen Onliner über den Seat Leon ST Cupra?

Thomas Blachetzki (autogefuehl.de): „Der Seat Leon ST Cupra 280 ist ein äusserst reizvoller, schneller, dynamischer Sportkombi, der mit beeindruckenden Fahrleistungen aufwarten kann, die vor wenigen Jahren noch reinrassigen Sportwagen vorbehalten waren. Ihm gelingt der Spagat zwischen Sportwagen und Kombi sehr gut. Das macht ihn so variabel und vielseitig. Besonders zu empfehlen ist das große Panoramaglasdach. Es lässt sich elektrisch öffnen, bringt Licht und Luft ins Auto und gibt den Insassen den Blick zum Himmel frei. Ein durchaus akzeptables Ladevolumen und Platz für 5 Personen auf der einen Seite und wenn es auf die Rennstrecke geht, ein echter Sportwagen auf der anderen Seite. Das macht Spaß. Auch wenn es das Gesamtpaket nicht zum Schnäppchenpreis gibt.“

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