Neuwagen der Woche: Der neue VW Caddy! Das neue Familienmitglied?

Im wunderschönen Umland von Marseille bin ich den neuen VW Caddy gefahren. Bewusst in der kurzen Version, mit 5 Sitzplätzen und in der Comfortline, denn ich glaube, dass diese Konfiguration die meisten von euch interessieren dürfte.

Die erste Generation des VW Caddy (I 14D) kam 1983 auf den Markt. Der Caddy wurde ursprünglich für Nordamerika als VW Rabbit Pickup konzipiert und dann gab es den ersten Caddy, der übrigens kleinere Türen hatte als der VW Golf 1, als Pritschenwagen und als Kastenwagen. VW Golf 1 vorne, Ladefläche hinten – das war der erste Caddy! Der letzte VW Caddy I lief 1992 vom Band und unter uns, ich hätte so einen wahrlich gerne, einfach nur aus Nostalgiegründen.

Dann kam der VW Caddy II, der hieß 9KV und wurde von 1995 bis 2003 gebaut. Seit 2003 kam dann der VW Caddy so wie wir ihn heutzutage kennen und schätzen. Der große Erfolg von Citroën Berlingo und Renault Kangoo, so munkelt man, war VW ein Dorn im Auge. Deswegen setzte man den Vorderwagen vom Touran auf ein Blattfeder-Heck und fertig war das Multifunktionsfahrzeug. Egal ob geschlossener Kasten oder Familientransporter, der VW Caddy 3 ist bis heute aus den Zulassungsstatistiken nicht mehr wegzudenken und ich persönlich, das muss ich an dieser Stelle sagen, finde den VW Caddy richtig gut. So gut sogar, dass ich genau dieses Modell zu Hause in der Garage stehen habe.

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Doch wir sind nicht nach Marseille geflogen, um in der Vergangenheit zu schwelgen – wir wollen uns den neuen VW Caddy, also numerisch betrachtet den VW Caddy 4 ansehen. Optisch betrachtet wurde der Hochdachkombi mit Samthandschuhen angefasst, die Front zeigt sich entwas nachgeschärft und die Stoßstangen sind etwas sportlicher geworden. Einen neuen Kühlergrill und neue Scheinwerfer entdecke ich auch noch und tja, das wars. Never touch a running system, warum sollte man den VW Caddy auch verschlimmbessern. Ich wüsste ehrlich gesagt auch nichts, was die Designer hätten besser machen können.

Hier ist der VW Caddy im R+V24 Drive Check Video:

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Die Seitenlinie zeigt sich auch eher unverändert und am Heck gibt es eine neue Stoßstange, eine andere Heckklappe und neue Rückleuchten. Ich würde nicht von einem reinen Facelift sprechen, dagegen spricht vor allem das, was sich unter der Motorhaube und vor allem unter der Karosserie versteckt. Vorab kann ich schon mal sagen, dass sich der VW Caddy auch nicht vor den aktuellen Mitbewerbern (Ford Tourneo Connect und Mercedes-Benz Citan) verstecken muss.

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Den neuen VW Caddy gibt es auch wieder in verschiedenen Ausstattungsvarianten: Los geht es mit dem VW Caddy Conceptline, gefolgt vom Trendline, darüber positioniert ist die Comfortline gefolgt vom Caddy Highline. Na? Könnt ihr noch folgen? Direkt zum Marktstart gibt es das Sondermodell „Caddy Trendline „Generation Four““ und alle Caddys gibt es entweder als kurze oder als 47 cm längere Maxi-Version. Wie gewohnt gibt es den VW Caddy mit 5 oder mit 7 Sitzplätzen und wer starke Arme hat, kann die Sitze ausbauen und so sein ganz persönliches Raumkonzept realisieren.

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Die Motorenpalette bietet beim Diesel ein Leistungsspektrum von 75 bis 150 PS, bei den Benzinern stehen 84 bis 125 PS. Auch ein Erdgasantrieb (TGI) mit 110 PS wird erhältlich sein.

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Gefahren bin ich den 150 PS starken 2.0 Liter Diesel mit BlueMotion-Technologie und 6-Gang Handschaltung. „Leider“ gibt es meinen geliebten 1.6 Liter TDI nur noch im Nutzfahrzeugbereich. Der Grund? Die strenge EU6 Norm! Nun zwingt mich die EU einen 2.0 Liter Diesel zu kaufen, aber was tut man nicht alles für den Umweltschutz.

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Auf der Rücksitzbank – und wichtig für Familien: Bei der Mechanik der Schiebetüren wurde noch einmal nachgebessert, die rollen nun ohne Ruckeln auf den Schienen. Wie gehabt lassen sich die Sitzbänke im Fond klappen und herausnehmen. Dazu sollte man aber die nötige Kraft haben. Die ISO-Fix-Halterungen wurden verbessert, man kann Kindersitze jetzt noch einfacher montieren – drei nebeneinander passen aber auch weiterhin nicht.

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Neben dem erneuerten Infotainment hat der Caddy nun auch Müdigkeitserkennung, Multikollisionsbremse, City-Notbremsfunktion, Curtain-Airbags und auf Wunsch den Abstandsregeltempomaten ACC an Bord. Gegen Aufpreis kann das Infotainment-System auch CarPlay, Mirror-Link und Android-Auto und wer ein iPhone besitzt, sollte sich das System unbedingt einmal ansehen, das ist nämlich meine Empfehlung.

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Ich musste mit meinem eigenen Caddy ja wegen einer Rückrufaktion zur Werkstatt, da wurde der Dämpfer der Heckklappe ausgewechselt. Ich gehe nun mal davon aus, dass dieser Fehler hier nicht mehr auftreten kann. Die Lade-Qualitäten vom VW Caddy sind unbestritten gut. Die niedrige Ladekanten-Höhe und das zur Verfügung stehende Volumen von bis zu 3.030 Liter in der kurzen Version sind phänomenal, das gepaart mit der Starrachse (mit Blattfedern) und der dadurch entstehenden hohen Zuladungsmöglichkeit machen aus dem VW Caddy den Allzwecks-Begleiter.

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Das Fahrwerk wurde definitiv noch mal verbessert, das ist aber auch schon beim Vorgänger gut gewesen. Mit der 150 PS Diesel Version war ich stets flott unterwegs, von 0 auf 100 km/h ging es knapp unter 10 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 194 km/h. Gut, die habe ich in Frankreich natürlich nicht ausreizen können.

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Die elektromechanische Lenkung könnte etwas direkter sein, aber präzises Einlenken ist möglich. Die Bremsen sind ausreichend groß dimensioniert, so ein Hochdachkombi ist ja schließlich kein Rennwagen. Das manuelle 6-Gang Getriebe wäre heute nicht mehr meine erste Wahl, die Gangwechsel gestalten sich aber auch weiterhin leichtgängig. Ich würde das Doppelkupplungsgetriebe nehmen, so viel Luxus muss sein. Vorallem mit dem ACC, sprich dem adaptiven Tempomaten, wird der VW Caddy zur Großraumlimousine. Die bequemen Sitze sorgen ebenfalls für ein Wohlfühlklima.

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Gefahren bin ich die PKW-Version, da fallen mir die kleineren Außenspiegel auf, die aber immer noch für einen guten Rückblick sorgen. Was mir während der Fahrt aufgefallen ist, das kann entweder am neuen Motor oder an einer verbesserten Dämmung liegen: Der neue Caddy ist leiser geworden, das gefällt mir sehr.

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Kurz: Der neue VW Caddy fährt sich besser als der Vorgänger, da hat Volkswagen an den richtigen Stellschrauben geschraubt!

Was schreiben die anderen Onliner über den VW Caddy?

Thomas Majchrzak (autogefuehl.de) : „Der neue Volkswagen Caddy hat mehr neues, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Der Wechsel der Plattform bringt eine Modernität, die über die neuen Scheinwerfer hinausgeht. Die Agilität, sofern man davon bei einem solchen Fahrzeug sprechen kann, wurde deutlich gesteigert und der Qualitätseindruck gestärkt. Das liegt an den simplen, aber gut verarbeiteten Materialien und der Geräuschisolierung. Das Fahrverhalten ist ohne Fehl und Tadel. Bei noch recht kompakten Abmessungen bietet schon der normale Caddy eine große Vielseitigkeit im Innenraum, die viele Familien weiter überzeugen wird.“

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