Fahrbericht / Test: Der neue Volvo XC90 D5 AWD Momentum 2015

Schauen wir uns den globalen Markt an, dann war der Volvo XC90 eines der beliebtesten SUV in der Premium-Klasse weltweit. Doch der alte XC90 kam nun etwas in die Jahre, kein Wunder, wurde er doch fast 13 Jahre lang gefertigt. Nun steht der neue Volvo XC90 bei den Händlern und der greift nicht nur nach den Sternen, nein auch nach den Ringen.

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Erkennt man bei anderen Herstellern neue Fahrzeuge oft nur an der Bezeichnung, so ist es hier der Name, der der gemeinsame Nenner sein dürfte. Volvo hat mit dem XC90 ein komplett neues Fahrzeug auf den Markt gebracht und das strotzt nur so vor Selbstvertrauen und Innovationen.

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Optisch gesehen: Gelungen, oder? Auch der Innenraum zeigt sich hochwertig. Feinste Materialien an allen Stellen, die man anfassen muss. Offenporiges Holz, Leder – was will man eigentlich mehr? Einen aufgeräumten Innenraum realisierte Volvo durch den Einsatz eines 9,2″ Touch-Screens. Darüber wird nicht nur das Infotainment- und Navigationssystem gesteuert sondern auch die Klimatisierung, die Sitzheizung und die Einstellungen der Assistenzsysteme.

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Davon gibt es optional viele, so viele, dass sich manch Premium-Hersteller besser mal verstecken sollte, denn selbst ein Head-up Display und eine 360° Kamera gibt es hier, ebenso einen adaptiven Tempomaten der auch im Stau folgen kann und einen aktiven Spurhalteassistenten. Dann kann man vermutlich auch am besten die bequemen Sitze vorne und hinten genießen, nur auf die optionalen Plätze 6 und 7 sollte wohl nur der ausweichen, der unter 1,70m ist.

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Ein Genuss: Das optionale Soundsystem von Bowers & Wilkins. Das schlägt zwar ein Loch in die Haushaltskasse, jedoch verwandelt dieses auch den Volvo XC90 zum Konzertsaal auf 4 Räder. Ein Konzertsaal für ein bis sieben Personen, hinten können zwei Kindersitze montiert werden. Für Baby-Schalen ist der Beifahrerairbag abschaltbar.

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Beim 4,95 Meter langen Volvo XC90 ist wie gesagt alles neu. Neben dem neuen Design und den neuen Motoren, gibt es eine variable Plattform. Auf der entstehen auch in Zukunft alle Mittelklasse und Oberklasse Fahrzeuge von Volvo. Durch die 4-Zylinder Motoren konnte Volvo auch die Vorderachse überarbeiten, hier kommen nun Doppel Querlenker zum Einsatz und optional zieht ein sehr komfortables Luftfahrwerk ein.

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Gefahren bin ich den 225 PS starken 2.0 Liter Bi-Turbo Diesel, das maximale Drehmoment liegt bei 470 Nm. Der Selbstzünder treibt nicht nur allein die Vorderachse an, nein hier ist – der Zusatz AWD verrät es bereits – ein Allradantrieb verbaut. Die Beschleunigung auf Tempo 100 ist in 7,8 Sekunden erledigt und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Sportlichere Fahrwerte versprechen die anderen Motoren, so gibt es auch ein Benziner und einen Hybriden. Ausgeträumt ist aber der Traum von V6, V8 etc. – Volvo testet aber an 4-Zylinder Motoren mit einer Leistung von bis zu 400 PS, aber das dürfte ich euch eigentlich gar nicht verraten.

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Bei normaler Fahrt zeigt der Volvo XC90 D5 AWD keine Antriebsschwäche, fast leichtfüßig möchte ich die Fahrweise beschreiben. Das Luftfahrwerk macht die Reise zum Vergnügen und die Bremsen sind ausreichend groß dimensioniert. Die 8-Gang Automatik wechselt zuverlässig die Gänge. Will man den XC90 allerdings etwas die Sporen geben, dann merkt man wie der kleine 2.0 Liter Diesel etwas überfordert ist, aber wer bewegt den SUV schon sportiv?

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Dafür ist die leichtgängige Lenkung ggf. auch etwas zu leichtgängig, denn eine richtig gute Rückmeldung von der Fahrbahn gibt es nicht. Eventuell ist das auch besser so, wer weiß was die optionalen 20″ Räder mir so alles erzählt hätten?

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Bringen wir es auf den Punkt: Für 90% der Volvo XC90 Käufer dürfte der kleine Diesel die richtige Anschaffung sein, mit einem NEFZ-Verbrauch von 5,8 Liter kann man locker über 1000 km weit reisen, denn der Tank fasst 71 Liter Kraftstoff. Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von 314 Liter, legt man die hintere Sitzreihe um, sind es bis zu 1886 Liter, die verstaut werden können. Wer sich das Luftfahrwerk gönnt, kann die 78 cm hohe Ladekante per Tastendruck etwas herabsetzen.

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Der Basispreis für das 225 PS starke Einstiegsmodell Volvo XC90 D5 liegt bei 53.400 Euro. Mit entsprechenden Komfort- und Sicherheitsausstattungen kann man allerdings auch schnell 80.000 und mehr ausgeben, wenn man denn will. Dafür bekommt man einen 4,95 Meter langen und 2,14 Meter breiten SUV, der dank einer Höhe von 1,77 aber auch weiterhin in die meisten Parkhäuser und Garagen passt.

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Das schreiben die anderen Onliner über den Volvo XC90 II:

Fabian Messner (autophorie.de): „An das innovative, leicht verständliche Sensus System reicht dabei dennoch kein Konkurrent heran, einzig und alleine die Knöpfe hätten noch etwas edler ausgeführt werden können. Es fällt schwer, noch mehr Kritik an diesem Auto auch nur irgendwie zu finden; 13 Jahre nach der ersten Generation des Volvo XC90 haben die Schweden alles richtig gemacht und das neue Modell genutzt, um zu zeigen, zu was diese Marke fähig ist. Jetzt ist Audi mit dem neuen Q7 am Zug.“

Thomas Majchrzak (autogefuehl.de): „Bei den Händlern steht der neue Volvo XC90 ab Juni 2015. Schon jetzt zeigen die Vorbestellungen, dass das Interesse an dem Fahrzeug so groß ist wie nie zuvor. Zwar wird es dauern, bis Volvo dieselben Zahlen in diesem Segment schaffen kann wie die großen deutschen Premiumhersteller, aber ganz ehrlich: Das ist sogar machbar. Denn die Qualität stimmt, die Emotionalität ist höher, das Design top und das Fahrverhalten neu, frisch und überraschend.“

Peter Ruch (radical-mag.com): „Tatsächlich findet der grösste Teil der Bedienung über einen Touchscreen von der Grösse eines iPad statt. Ein solches Konzept haben andere Hersteller, allen voran natürlich Tesla, aber auch der französische PSA-Konzern, schon länger im Programm. Doch die Schweden ziehen das mit einer Konsequenz durch, die nicht bloss erstaunt, sondern von den Kunden sicher eine gewisse Gewöhnungszeit verlangt. Es ist schon gut durchdacht, das System: die Bedienung von Navi oder Klimatisierung erfolgt so intuitiv wie bei einem iPhone, selbstverständlich lassen sich die einzelnen Unter-Menüs zur Seite oder wegwischen (oder über die Sprachsteuerung aktivieren). Der grosse Vorteil: das Cockpit kann sehr sauber gestaltet werden, alles ist ruhig und elegant.“

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