Jetzt hat der Marder mich also doch noch erwischt

Jetzt hat er mich also doch noch erwischt – mehr als 30 Jahre lang ging es immer gut, man hielt sich für immun, dann schlug Martes foina zu!

Das ist Martes foina:

Martes foina tritt in Deutschland unter dem alias-Namen „Steinmarder“ auf, und diese putzigen, niedlichen Tierchen besuchten uns zu Hause und gestalteten Teile des Motorraumes meines Autos um.

Vom Marder malträtierter Motorraum

Dumm gelaufen, es handelte sich nämlich nicht nur um optische Veränderungen, hier ist mir das Aussehen eines Motorraumes bei einem Alltagsauto komplett egal.

Leider waren nämlich auch die Zündkabel Ziel der Begierde des Steinmarder-Gastes, und damit änderte sich der Charakter des Motors von drehfreudig und munter zu halbtot – da der Motor nur noch auf der Hälfte seiner Zylinder seiner originären Aufgabe der Verbrennung von Kraftstoff und der Erzeugung von Kraft zur Fortbewegung nachkam, ging nicht mehr viel.

Vom Marder angenagtes Zündkabel

Im Zug der Befassung mit dem Geschehen durfte ich lernen, dass der Erstbesucher-Marder als Tatverdächtiger ausscheidet. Der macht es sich normalerweise nur gemütlich, kuschelt ein bisschen im Motorraum herum und markiert dort sein neues Wohnzimmer-Revier mit Duftmarken.

Schlecht geht es aus, wenn dann ein zweiter Marder vorbeikommt und feststellen muss, dass sich bereits ein anderer dort sein Geheichnis (eines meiner Lieblingswörter, gibt’s auch als Gehaichnis, hier mehr darüber) eingerichtet hat. Der Folgende findet das Verhalten seines Vorgängers nämlich ausgesprochen ungebührlich und reagiert mit Aggression, er zerlegt dann die vom Ersten so geschätzte Inneneinrichtung nach Kräften. Und die sind bei den possierlichen Tierchen im Kieferbereich beträchtlich.

Lästig, dass die beiden das nicht woanders austragen konnten, aber, wie gesagt, schwer traf es nur die Zündkabel …

Statistik und Tipps

Und ein kurzer Blick in die Statistik: 2011 gab es bei den deutschen Versicherern über 220.000 gemeldete Marderschäden, da nicht alle dagegen versichert sind, geht der GDV von einem Vielfachen an Schäden und einer dreistelligen Millionensumme an Schäden aus…

Und wie so häufig, wenn man es im Umfeld erzählt: Jeder kennt einen, der einen kennt, oder hat gute Tipps.

Die Kaninchendrahtlösung habe ich jetzt mal ausprobiert und bin gespannt, ob er wieder kommt.

Ich setze auf Kaninchendraht zur Marderabwehr

Duftbäume oder Toilettensteine vermeide ich erst mal, da stinkt dann vielleicht das Auto nach, gleiches gilt für mit Diesel getränkte Stofflappen in der Garage oder ähnliches.

Die Uni Giessen hat sich damit beschäftigt, anscheinend muss man sich zur effektiven Marderabwehr Hochspannungsgeräte in den Motorraum bauen – erst mal kommt eine Motorwäsche dran, damit die bisher gelegten Marderduftspuren möglichst verschwinden und nicht ein Dritter vorbeikommt, der auch noch ein bisschen randalieren muss.

Hat sonst jemand DEN ULTMATIVEN TIPP zur Marderabwehr?

Dazu fällt mir ein:
Ein Kollege hat eine Abwehranlage mit hochfrequenten Störgeräuschen im häuslichen Regal liegen und ist zu bequem (sage ich) / kommt wegen beruflicher Überlastung (sagt er) nicht dazu, sie einzubauen. Und mit der Methode ist er vom Marder verschont geblieben! Gut geblufft, Herr Kollege!? Reicht es also, sich so etwas nur zu kaufen und damit zu drohen? Könnte es dann auch genügen, ein Foto von dem Gerät zu machen und dieses in der Garage an die Wand zu hängen?

Vielleicht sollte man dann doch am Auto oder im Motorraum einen Aufkleber anbringen: Achtung, das Auto ist mardergesichert! Ist die Herstellung und der Vertrieb dieser Aufkleber eine Geschäftsidee?

Man kommt schon ins Grübeln…

Fotoquelle:
Martes foina – Wikimedia Mariomassone

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