Neuwagen der Woche: Der VW Sharan (2015)

Der neue VW Sharan kommt im Juli mit fünf neuen Benzin- (TSI) und Dieselmotoren (TDI) auf den Markt. Bereits jetzt hatten wir die Gelegenheit, uns das Facelift einmal etwas genauer anzusehen.

Laut Volkswagen sind die Direkteinspritzer mit Turboaufladung jetzt um bis zu 14,3 Prozent sparsamer und erfüllen alle die EU6-Norm. Sie sind zudem mit Start-Stopp-System plus Bremsenergie-Rückgewinnung ausgerüstet, alle Diesel außerdem mit einem SCR-Katalysator.

Es gibt zwei TSI-Motoren mit 110 kW / 150 PS und 162 kW / 220 PS und drei TDI-Motoren mit 85 kW / 115 PS, 110 kW / 150 PS und 135 kW / 184 PS. Außer dem 115-PS-TDI lassen sich alle Motoren mit dem 6-Gang-DSG-Getriebe kombinieren, dieses ermöglicht jetzt auch das kraftstoffsparende Segeln, bei dem der Motor beim Gaswegnehmen ausgekoppelt wird.

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Der 220-PS-TSI ist serienmäßig mit DSG ausgestattet, der 150-PS-TDI ist alternativ mit Allradantrieb bestellbar. Je nach Motorisierung liegt der kombinierte Kraftstoffverbrauch zwischen 7,1 und 4,9 Liter auf 100 Kilometer und der CO2-Ausstoß zwischen 167 und 130 Gramm pro Kilometer. Beispielsweise soll der 150-PS-Benziner in Verbindung mit dem serienmäßigen Schaltgetriebe nur 6,4 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen und die TDI-Versionen mit 115 PS und 150 PS lediglich 5,0 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

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Gefahren bin ich den 220 PS TSI aber auch den 150 PS TDI zu dem ich, als Familienvater, eher raten würde. Zu dem Verbrauch möchte ich dieses Mal nichts sagen, da die Testzeit dafür zu kurz war. Vermutlich würde ich wieder 2 Liter über dem NEFZ-Wert liegen.

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Der neue VW Sharan bietet einige neue Komfort- und Assistenzsysteme und davon sind manche auch schon serienmäßig an Bord, beispielsweise die Multikollisionsbremse, die automatisch abbremsen kann und die „Auto-Hold“-Funktion für die elektrische Parkbremse.

Optional bekommt man noch weitere Assistenten wie zum Beispiel den Spurhalteassistent „Lane Assist“, den Parklenkassistent, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit integrierter Citynotbremsfunktion, die automatische Distanzregelung ACC sowie den Toter-Winkel-Warner „Blind Spot-Sensor“ mit Ausparkassistent.

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Die zweite Generation des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB klingt schon cool, oder?) soll ein Höchstmaß an Konnektivität bieten. Die neuen Radio- und Infotainmentsysteme mit 5“- und 6,5“-Displays binden via „Guide & Inform“ und „App-Connect“ Smartphones ein, speisen verschiedene Apps in das verbaute System und sollen mit schnellen Prozessoren für optimiertes Booten, rasche Routenberechnung und optimale Touchscreen-Performance sorgen.

Hinter „App-Connect“ verbergen sich die Smartphone-Schnittstellen „MirrorLink™“, „Android Auto™“ von Google und „CarPlay™“ von Apple. Die Volkswagen Online-Dienste von „Guide & Inform“ bieten Infos zu Staus, Parkplätzen und zu den günstigsten Tankstellen. Das Infotainmentsystem „Discover Media“ kann mit „Media Control“ gekoppelt werden, worüber man dann via WLAN und Tablet auf Funktionen wie die Navigation oder den Media Player zugreifen kann.

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Das VW Car-Net konnten wir nicht testen, dafür aber CarPlay und das hat wieder hervorragend funktioniert. Für mich persönlich ist das die kleine Revolution bei den Infotainment-Systemen. Das erste Mal gesehen damals bei Mercedes-Benz, nun kommt es bei zahlreichen Herstellern in die Optionalitätenkiste und wenn ich mir ein Neufahrzeug bestellen würde, hätte es Apple-Carplay. Plug-in and Play! Keine langen Installationswege mehr. Einfach das iPhone einstecken und telefonieren, navigieren, Musik streamen, herrlich!

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Das Interieur wurde aufgewertet mit drei neuen Dekoren für die Schalttafel und die Türverkleidungen. Unterschiedliche Lenkräder und eine Massagefunktion für die optional erhältlichen 12-Wege-Sitze stehen auch noch in der Aufpreisliste.

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Jetzt aber mal „Butter bei die Fische“: Beim Exterieur fallen die Unterschiede zum Vorgänger kaum auf. Am Heck gibt’s jetzt LED-Technik mit einer prägnanteren Lichtsignatur, rundherum neue 16-Zöller und zwei neue Lackfarben. Das war es! Rein optisch betrachtet! Die Erneuerungen verstecken sich hier also unter der Karosserie.

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Der neue VW Sharan ist 4,85 m lang, ohne Dachreling 1,71 m hoch, mit Außenspiegeln 2,08 m breit und wird als 5- 6-, oder 7-Sitzer und mit zwei Schiebetüren angeboten. Sein Innenraum soll möglichst variabel nutzbar sein, daher lassen sich beispielsweise die Einzelsitze der zweiten und dritten Sitzreihe dank des Sitzkonzeptes EasyFold mit einem Klappmechanismus einfach im Fahrzeugboden verstauen.

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Die Fondsitze der zweiten Sitzreihe sind zudem längs und um 20 Grad in der Lehnenneigung einstellbar. Das Kofferraumvolumen beträgt maximal 2.430 Liter, 33 Ablagen schaffen noch mehr Stauraum und optional gibt es auch noch einen Dachgepäckträger, einen Fahrradträger usw.

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Zur Markteinführung bringt Volkswagen zwei Sondermodelle auf den Markt: den Sharan Ocean in „Hudson Bay Blue Metallic“ und den Sharan Beach in „Crimson Red“.

Sie haben eine modellspezifische Ausstattung mit neu designten 16-Zoll-Alurädern und einer silbernen Dachreling, außerdem sind serienmäßig verschiedene Assistenzsysteme an Bord wie zum Beispiel das ACC, der Lane Assist, der Blind Spot-Sensor plus Ausparkassistent und der Park Assist.

Im Interieur finden sich Sitzbezüge mit zur Außenfarbe passenden Ziernähten und eine dazu passende Schalthebelverkleidung, ein Multifunktionslenkrad, elektrische statt manuelle Schiebetüren im Fond und eine Klimaautomatik.

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Mein Fazit: Hätte ich keinen VW Caddy und wäre ich nicht so zufrieden, dann würde ich zum neuen VW Sharan schielen. Der bietet auch als 7 Sitzer noch mehr Platz im Kofferraum und sieht – ehrlich gesagt – auch noch etwas mehr wie ein PKW aus.

Leider merkt man das auch in der Preisliste. Los geht es ab knapp 32.000 Euro, wobei man für einen gut ausgestatteten VW Sharan auch gut und gerne 45.000 Euro auf den Verkauftresen legen kann.

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Viel Geld für ein Familienfahrzeug, kein Wunder also, dass er auch oft als Geschäftswagen eingesetzt wird.

Kritikpunkte? Ich verstehe nicht, warum man optional keine LED Scheinwerfer bekommen kann, die A-Säule behindert, gerade in engen Kurven, etwas die Sicht und die Vorderachse ist mit 220 PS (festgestellt bei nasser Fahrbahn) auch überfordert.

Das Fahrwerk ist gut, die Lenkung ebenfalls, meine Sitzposition vorne links war ideal und gut einstellbar. Sämtliche Anzeigen konnte ich gut ablesen, auch wenn für meine Vorliebe das Display vom Infotainmentsystem ruhig noch etwas höher hätte sein können.

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