2015 Ford Mondeo Limousine – Test / Fahrbericht / Kritik

Endlich bin ich dann auch einmal kurz den aktuellen Ford Mondeo 1.5 EcoBoost in der Titanium Austattung gefahren. Zur Fahrveranstaltung konnte ich damals nicht und nun ist der neue Mondeo ja auch schon seit ein paar Monaten im Handel.

Das hat ja ganz schön lange gedauert, bis er den Weg nach Deutschland gefunden hat. Bereits seit 2012 ist der Ford Mondeo als Ford Fusion in den USA auf dem Markt und getreu dem Motto „One Ford“ ist die Technik auf allen Märkten fast identisch; einziger Unterschied: Der Amerikaner noch eine andere Lichttechnik.

Aber nun ist er da und rein äusserlich darf ich gestehen, dass ich den Ford Mondeo sehr attraktiv finde.

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Unter der Haube des, übrigens in Indic-Blau Metallic lackierten, Ford Mondeo versteckt sich der 1,5 Liter EcoBoost Benziner. 160 Pferdestärken und ein maximales Drehmoment von 240 Nm liegen hier an. Der NEFZ-Verbrauch wird mit 5,8 Liter auf 100 km angegeben.

Unter uns? Wer den Ford Mondeo etwas zügiger fahren möchte und sich durch das manuelle Durashift 6-Gang-Schaltgetriebe wühlt, der wird mindestens zwei Liter mehr verbrauchen, vermutlich sogar drei.

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Der Ford Mondeo ist 4,87 m lang, 2,12 m breit (inkl. Außenspiegel) und 1,48 m hoch. Der Radstand beträgt 2,85 m und das kommt vor allem den Insassen auf den Rücksitzen zu Gute. Hier hatte ich ausreichend Platz.

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Viel Platz braucht der Ford Mondeo auch beim Wendevorgang, der Wendekreis wird mit 11,90 m angegeben. Das Kofferraumvolumen beträgt 550 Liter, klappt man die Rücksitze um, dann sind es 1.446 Liter, die zur Verfügung stehen.

Auf das Dach darf man 75 kg packen, die gesamte Zuladung liegt bei der Motorisierung bei 736 kg. Das Leergewicht vom Ford Mondeo 1.5 EcoBoost liegt bei 1,484 kg, das ist ein durchaus akzeptabler Wert, verglichen mit den Mitbewerbern und der Größe des Fahrzeuges.

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Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Benziner den Ford Mondeo innerhalb von 9,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 222 km/h. Das Fahrverhalten? Das Fahrwerk ist sehr komfortabel, die Lenkung leichtgängig, aber präsize und der Motor lädt auch eher zum cruisen als zum rasen ein. Die Rückmeldung vom Fahrzustand zum Fahrer ist vollkommen in Ordnung. Das Getriebe zeigt sich gut abgestuft, ist aber eher kurz ausgelegt. Die verbaute Bremsanlage ist entsprechend zur Motorleistung dimensioniert und lässt sich fein dosieren.

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Loben möchte ich die gute Verarbeitung, die hohe Zuladung, das hohe Sicherheitsniveau und – wie bei jedem Ford – die Frontscheibenheizung.

Kritik gibt es auch: Hinten gibt es Gurt-Airbags, somit kann man da nicht jeden Kindersitz montieren, der Wendekreis ist wahrlich groß und mir persönlich gefällt das Interieur auch nicht so gut. Aber das ist Geschmacksache.

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In der, von mir gefahrenen, Titanium-Ausstattung gibt es den Spurhalte- und Fernlichtassistenten, die Verkehrsschilderkennung und den Müdigkeitswarner serienmäßig. Das Cockpit des Ford Mondeo erklärt sich von selbst, die Anzeigen sind vielleicht etwas zu klein, das Infotainmentsystem (von Sony) mit Ford SYNC 2 lässt sich über den Touchscreen bzw. über die Sprachsteuerung bedienen.

Leider sind die Fingerabdrücke auf dem Display aber schon sehr nervig:

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Auf der Autobahn ist mir aufgefallen, dass der Ford Mondeo auch bei höheren Geschwindigkeiten angenehm leise bleibt. Der Motor scheint gut gedämmt und auch die Windgeräusche sind nicht wirklich störend.

Ist eine Anhängerkupplung verbaut, kann man Anhänger bis zu 1,25 Tonnen ziehen (gebremst), die Stützlast von 75 kg reicht auch für schwere Fahrräder (wie z.B. die derzeitig immer beliebteren Elektrofahrräder).

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Kommen wir zum Preis, mit der Basis-Motorisierung geht es los ab 30.150 Euro, unser Titanium-Testwagen hatte einen Preis von 39.490 Euro. Der Turnier – sprich der Ford Mondeo Kombi – ist etwas teurer.

Vergleichen lassen muss sich der Ford Mondeo z.B. mit dem Audi A4 (der ja bald seinen Nachfolger bekommt), dem aktuellen 3er, dem Mazda 6, der aktuellen Mercedes-Benz C-Klasse, dem Opel Insignia, dem Volvo S60, dem Skoda Octavia oder aber auch dem VW Passat.

Da sehe ich persönlich zahlreiche gute, richtig gute, Alternativen zum Ford Mondeo. Am Ende entscheidet dann vermutlich doch das Bauchgefühl, für den Mondeo spricht seine scharfe Optik an der Front und irgendwann dann vermutlich auch der Preis,. Denn einen richtig gut ausgestatteten Ford Mondeo bekommt man für knapp 40.000 Euro und spätestens in der Disziplin muss er sich hinter seinen Mitbewerbern auch nicht mehr verstecken.

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Der Ford Mondeo war immer schon beliebt als Flottenfahrzeug, daran wird sich nichts ändern. Ob die verlorenen zwei Jahre aufgeholt werden können? Das wird die Zukunft zeigen.

Das schreiben die anderen Onliner über den Ford Mondeo:
Bjoern Habegger: „Ich sehe keinen Grund, weswegen der neue Mondeo sein Stückchen vom Kuchen am Markt der Dienstwagen, Firmenwagen und auch Familienkombis nicht massiv vergrößern sollte. Die Verspätung bringt ihn zusammen mit dem neuen Passat auf den Markt, was ihm ein wenig Aufmerksamkeit kostet, aber ein Mondeo war nie näher am Klassenprimus als heute!“

Arild Eichbaum: „Mit all seinen Tugenden und Behaglichkeiten, die auch die flache Ladekante des maximal 1.630 Liter fassenden Ladeabteils gehört, brilliert der 217 km/h schnelle Ford Mondeo Turnier Titanium als Autobahnraser für Außendienstler genauso gut wie als prächtig ausgestatteter Pampersbomber.“

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Tom Schwede: „Der neue Ford Mondeo ist zeitgemäßes Auto, das in der Mittelklasse gegen die Vertreter von Audi, Opel, VW und Mazda antritt. Traditionell stark ist Ford im Firmengeschäft. Dort hat Opel mit dem Insignia in letzter Zeit erheblich an Boden gut gemacht. Insofern wird spannend, ob Ford mit dem neuen Mondeo zum Gegenschlag ausholen kann.“

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