Opelvillen: Ein Spaziergang über eines der großen Oldtimertreffen Deutschlands

„Salut F.! Bin am Sonntag bei den Opelvillen, treffe mich mit T. – kommst Du auch?“ Wenn mein Freund D. so schreibt, was soll man tun, man fügt sich in sein Schicksal! Schwimmbadbesuch mit den jungen Damen und Herren wird nach hinten geschoben (ist ja sowieso zu heiß…) und gut ausgestattet mit Strohhut und Fotoapparat an den Main.

Zu dritt waren wir also unterwegs, jeder mit anderem Wissensschwerpunkten und Vorlieben, eine Menge habe ich an dem Tag gelernt…

Es war warm und voll, ein herrliches zwangloses Treffen, elegante Jaguar XK neben krawalligen C-Kadetts und Ford Escort RS, Mercedes Flügeltürer neben reichlich /8ern.

Alles garniert mit Exoten und einer Menge amerikanischer V8-Cars aus den 60, 70er Jahren – so kamen alle auf ihre Kosten! A propos… kein Eintritt – familienfreundlich!

Hier eine wirklich klitzekleine Auswahl meiner Favoriten…und da ein ständiges Kommen und Gehen (Weg-Fahren) herrscht, habe ich bei weitem nicht alles sehen können. Für alle, die nicht kommen konnten, hier eine, meine Auswahl!

Starten wir mit drei Italienern:

Ein echter Lancia Stratos, einst von Björn Waldegard über die schlechten Straßen gehetzt… in den 70ern die Kombination, die es zu schlagen galt!

Opelvillen: Stratos

Eine schöner Ferrari Dino 308 – für mich in dieser schnörkellosen Eleganz noch attraktiver als die folgenden 308 GTB/GTS.

Opelvillen: Ferrari Dino 308

Alfa Romeo Junior Zagato, von dem nur insgesamt ca. 1.400 Stück hergestellt wurden, ähnlich wie der Ferrari: Weniger echter Sportwagen als eher ein schöner flinker GT.

Opelvillen: Alfa Romeo Zagato Junior

Auch Zweiräder waren da: Von Hochrädern, Opel-Fahrrad mit Kardan etc. auch zum Beispiel ein Objekt, in dem wohl ein Schweizer Militärrad mit einem amerikanischen Evans-Motor gekreuzt wurde – na, ganz so eindeutig ist auch die Geschichte mit dem Motor nicht, sieht zwar so aus, ist aber vielleicht doch von der Firma Stock, die die EVANS Powercycles zuerst in Mannheim, dann in Berlin in Lizenz herstellte. Der originale Motorrad-Rahmen ist weg, wenn jemand noch so etwas übrig hat… bitte melden, dann kann man dem Besitzer helfen!

Opelvillen: Evans Stock

Die Firma Opel als Hauptsponsor ließ es sich natürlich nicht nehmen, einige der Kräder aus der Firmengeschichte zu zeigen:

Opelvillen: Opel Kräder

Interessant auch eine Nimbus, ein solide gebautes Vierzylinder-Motorrad aus Dänemark – diese Konstruktion wurde tatsächlich von 1932 bis 1957 gebaut, hatte einen Ventiltrieb über Königswelle und war und ist noch heute ein Musterbeispiel exzellenter Qualität.

Opelvillen: Nimbus

Aus England ein weiterer meiner Favoriten, ein Name wie Donnerhall: Norton Commando, hier als 850er. Es gab sie auch etwas drehfreudiger als 750er, beides großartige Maschinen und mit die letzten Überbleibsel der viele Jahre dominierenden englischen Motorradindustrie.

Opelvillen: Norton Commando 850

Bleiben wir doch einfach bei den Briten!

Gleich zwei Reliants, Produkte von Kunststoffspezialisten aus England, die sich sowohl in Klein- als auch in Sportwagen/GTs versuchten:

Zunächst einmal der Dreirad-Robin (der übrigens gar nicht so schnell umkippen soll, wie ihm immer nachgesagt wird…). Genauso wie die Norton mit 850 ccm bestückt, allerdings sinnvollerweise nur mit 15 kW, soll er trotzdem die 120 km/h schaffen – das ist was für Mutige!

Opelvillen: Reliant Robin

Der andere ist ein Scimitar GT der ersten Serie, ein leichter 2+2 Sitzer mit Ford 6-Zylinder, in ca. 1.000 Exemplaren gebaut, ich finde ihn bullig-elegant…

Opelvillen: Reliant Scimitar

Auch aus Englands glorreicher Zeit stammen diese beiden MGs; ein TF aus dem Jahr 1954 und sein Nachfolger MGA, beide leichte, muntere Sportwagen, die weltweit hochgeschätzt wurden – von den gut 100.000 gebauten MGA wurden knapp 95% ! exportiert, die meisten in die USA.

Opelvillen: MG TF und MGA

Ein Exemplar eines amerikanischen Wagens zeige ich dann doch noch, die zahlreichen Mustangs und anderen PonyCars kann man ja öfter sehen…

Hier also ein Hudson Pacemaker aus den frühen 50ern, was für eine stylishe Stromlinienform!

Opelvillen: Hudson

Zum Abschluß noch ein Objekt aus Deutschland: Ein Maybach aus den 30er Jahren, aber nicht das, was man erwartet… In den Nachkriegsjahren wurde aus einem der edelsten Vorkriegsfahrzeuge eine motorisierte Säge – die sich noch heute im Originalzustand befindet – ein tolles Relikt!

Und viel seltener als die Hochglanz-Maybachs in den diversen besser ausgestatteten Museen der Welt.

Opelvillen: Maybach Säge

Nicht zeigen konnte ich jetzt Bilder von der Münch, dem Aero, von Panhard und dem Holden, dem Stolz Australiens, dem Goggo-Roller, Daimler Dart, Jaguars, Austins und Morris, den Alpines und R16TX, seht es mir nach und ihr zahlreichen Opels, von Corsa bis Kapitän und Diplomat – auch ihr wäret eine eigene Geschichte wert gewesen.

Mal sehen, vielleicht nächstes Jahr!

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