Rettungsgasse – wie geht das?

Gestern stand ich im Stau und schaute mir das Heck des vor mir stehenden Wagens ein bisschen genauer an, denn ich hatte ja Zeit. Mein Blick blieb an einem Aufkleber hängen, obwohl ich Aufkleber auf Autos überhaupt nicht mag. Und ich geb zu, ich find sogar ein Fahrzeugheck ohne Typenbezeichnung schöner.

Aber zurück zum Aufkleber, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Er bestand aus drei Piktogrammen und dem Schriftzug „Stau? Rettungsgasse bilden“. Ich fand ihn auf Anhieb gut gemacht und dachte mir dann: Wer braucht so etwas eigentlich?

Eigentlich haben wir doch alle in der Fahrschule gelernt, dass wir im Falle eines Staus Platz für Rettungsfahrzeuge und Abschleppdienst machen. Bei zwei Spuren fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur an den linken Rand, die Fahrzeuge auf der rechten Spur an den rechten Rand.

Bei mehr als zwei Spuren ist die Rettungsgasse zwischen dem linken und allen daneben liegenden Spuren zu bilden. So weit die Theorie.

Aber die eigene Erfahrung auf Deutschlands Autobahnen zeigt doch leider, dass es die wenigsten wirklich machen. Da sucht sich doch jeder den Platz von dem er die beste Sicht hat. Also dachte ich mir ist der Aufkleber eine gute Sache und ich forsche mal, wer ihn herstellt oder vertreibt.

Rettungsgasse

Eine Suchanfrage später war ich auf der Seite www.rettungsgasse-rettet-leben.de. Da gibt es nicht nur den Aufkleber sondern auch die Geschichte dahinter. Und die ist interessant, auch weil ich selbst davon betroffen war.

Anlass für die Kampagne zur Rettungsgasse ist ein LKW-Unfall auf der A3 bei Niedernhausen, der sich am Nachmittag des 18.07.2014 ereignete. Damals wurde die Rettungsgasse immer wieder zugestellt, obwohl einige Rettungsfahrzeuge schon hindurchgefahren waren und andere noch hindurch mussten. Letztlich verzögerten sich so unnötig die Rettungsmaßnahmen.

Ich war an diesem Tag auf dem Weg zum Jahrestreffen der ALPINA – Gemeinschaft im Hotel Micador Niedernhausen und Stand im Stau auf der B455, die direkt zur A3 führt. Fast alle Teilnehmer des Treffens standen ebenfalls im Stau und so war das erste Gesprächsthema klar. Die extreme Hitze an diesem Tag und die stundenlange Warterei auf der Autobahn hatten alle gestresst. Über die Rettungsgasse haben wir nicht gesprochen.

Bei den beteiligten Einsatzkräften reifte die Idee mit einer Kampagne die Rettungsgasse und das richtige Verhalten im Straßenverkehr den Autofahrern präsenter zu machen und so den Rettungskräften zu helfen, schneller ans Ziel zu kommen.

Gesagt – getan: Die Landesgruppe Hessen der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft und das private Portal Wiesbaden112.de erstellten die Seite, Flyer und den Aufkleber.

Weil ich die Idee sinnvoll finde, werde ich mir demnächst auch einen Aufkleber ans Heck kleben und ich hoffe, dass wir damit ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schaffen und sich etwas verändert!

Bild: www.rettungsgasse-rettet-leben.de

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