Melbourne – Sydney: Eine unterschätzte Strecke!

Als meine Freundin und ich eine Ecke von Australien bereist haben, haben wir uns im Vorfeld auf die Great Ocean Road als Teil des Trips gefreut. Allerdings haben wir im Anschluss festgestellt, dass der Teil von Melbourne nach Sydney sich nicht hinter der weltberühmten Küstenstraße verstecken braucht.Wir sind von Sydney über die Blue Mountains nach Melbourne gefahren, so dass wir die Küstenstraße südlich von Sydney für den Rückweg einplanen konnten. Nachdem wir die Great Ocean Road wieder zurückgefahren sind, machen wir Stopp in Torquay. Ein Besuch der Outlets blieb mir dieses Mal erspart.

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Um den Umweg und den dichten Verkehr rund um Melbourne zu vermeiden, entschieden wir uns für eine Fährüberfahrt von Queenscliff nach Sorrento. Keine billige Angelegenheit: 62 Dollar für Auto inkl. Fahrer und noch mal 11 Dollar für den Beifahrer. Aber dafür macht man relativ flott und entspannt einige Kilometer gut. Auf der anderen Seite angekommen, fährt man durch die australischen Hamptons: Das Gebiet ist dafür bekannt, Wochenendausflugsziel für die wohlandenen Mebourner zu sein.

Während die Ecke zwischen Melbourne und dem Wilsons Promonotory National Park noch recht unspektakulär daher kommt, wird es anschließend immer schöner und schöner. Die Straße führt meistens nicht direkt am Ozean entlang. Die Orte in denen wir übernachteten, waren aber am Wasser, so dass sich die Route verlängerte. D.h. man sollte nicht zu Beginn des Abschnittes davon ausgehen, dass man nur die Gesamtstrecke durch die Anzahl der Teilabschnitte teilen muss. Die Abstecher vom motorway zur Küste summieren sich.

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Entschädigt wird man durch eine sehr schöne Landschaft: Nah an der Küste eher flach (und teilweise sehr windig). Ansonsten gibt es viel Wald, immer wieder unterbrochen durch große Wiesen oder Weideflächen. Entfernt man sich von der Küste wird es hügelig, was oft einen schönen Ausblick beschert. So z.b. wenn man nach Lakes Entrance fährt, ein malerischer Küstenort. Auch schön: Es ist deutlich weniger Verkehr unterwegs! Im Gegensatz zur Great Ocean Road wirkt dieser Abschnitt fast verlassen.

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Einen Stopp hatten wir in Marlo, ein sehr überschaubarer Küstenort wo das Postamt gleichzeitig Cafe und Supermarkt ist. Am Strand trafen wir auf Angler, die gerade ihre Beute ausnahmen und einer begeisterten Robbe die Reste überließen. Sehr schön!

Etwas weiter nördlich haben wir in „Bermagui“ halt gemacht, ein Ort dessen korrekte Aussprache uns immer ein Rätsel bleiben wird. Ein beliebter Ausflugsort für Angler und Fischer, die Stellplätze für das Campingmobil sind großzügig, im Zweifel muss eben noch das eigene Boot drauf passen. Zum Sonnenuntergang schlenderten wir also durch das nächste überschaubare Dörfchen auf der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit. Es gab ein Pub, das nicht den besten Eindruck machte, eine Tankstelle und letztendlich landeten wir an einer Art Kiosk am Hafen und aßen Fish ’n Chips, belagert von unzähligen Möwen.

In Kiama konnten wir beim letzten Zwischenstop direkt vom Campingplatz an den Strand laufen, was ein hervorragender Abschluss unseres Road-Trips war. Wir waren uns einig: Blue Mountains und Great Ocean Road stehen in jedem Reiseführer, aber den anderen Teil des Trips als reine „Rückfahrt“ zu betrachten wäre total untertrieben.

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