Fahrbericht / Test: Der neue Audi RS3! Perfektion hoch 3!

Den neuen Audi RS3 hatten wir hier schon einmal kurz vorgestellt, doch nun sind wir ihn auch in Deutschland gefahren, auch auf der Autobahn, auch im Stadtverkehr und können das Fahrzeug nun etwas besser beurteilen.

Unter der Haube des RS 3 findet man einen 2,5 Liter-Turbo-Fünfzylinder mit 270 kW (367 PS) und einem maximalen Drehmoment von 465 Nm bei 1.625 bis 5.550 Umdrehungen. Er sprintet in nur 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bei 250 km/h elektronisch abgeregelt.

Gegen Zahlung von 1.500 Euro kann die Höchstgeschwindigkeit auf 280 km/h angehoben werden. Laut NEFZ soll der Verbrauch bei 8,1 Litern auf 100 Kilometer liegen, wozu ein Rekuperationssystem, eine bedarfsgeregelte Ölpumpe und ein neu entwickeltes Start-Stop-System beitragen sollen.

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Der typische Audi-Singleframe-Grill trägt ein hochglänzend schwarzes Wabengitter und einen matten Alu-Rahmen. Er ziert in diesem Fall die Front des Audi RS 3, natürlich mit dem dazugehörigen RS 3-Schriftzug. Unter der Kennzeichenblende sitzt ein Lufteinlasstrichter, durch den die Ladeluft einströmt, die großen Lufteinlässe versorgen den Zusatz-Wasserkühler und den Getriebeölkühler.

Seinen dynamischen Look erhält der RS 3 durch die verbreiterten Vorderkotflügel, die kantigen Schwellerleisten, die Alu-Spiegelgehäuse und den großen Dachkantenspoiler. Der markante Heckstoßfänger mit hochglänzend schwarzem Diffusoreinsatz, das Wabengitter und die zwei großen, ovalen Endrohre tun ihren Rest dazu.

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Serienmäßig bekommt man die RS-Abgasanlage, optional und erstmals in diesem Segment auch eine Sportabgasanlage. Die Klappensteuerung ermöglicht je nach Last und Drehzahl ein noch intensiveres Klangerlebnis, welches sich über das Fahrdynamiksystem Audi drive select steuern lässt.

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Auf Wunsch bekommt man auch eine Motorabdeckung aus Carbon und verschiedene Optikpakete. Das Topmodell der A3-Reihe fährt auf 19“ Leichmetallfelgen, hinter denen sich vorne die innen belüfteten und gelochten Bremsscheiben im gewichtssparenden Wave-Design befinden. Sie werden von schwarzen oder auf Wunsch von roten Bremssättel mit RS-Schriftzug gepackt. Gegen Aufpreis bekommt man Kohlefaser-Keramik-Bremsscheiben an der Vorderachse mit anthrazitgrauen Bremssätteln.

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Im schwarz gehaltenen Innenraum des Audi RS 3 setzen RS-Logos an verschiedenen Stellen Akzente, zum Beispiel auf dem unten abgeflachten RS-Multifunktions-Sportlederlenkrad. Man nimmt hinter ihm in ledernen Sportsitzen mit grauen Kontrastziernähten Platz.

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Die Türverkleidungen sind in Alcantara und die Dekoreinlagen wahlweise in 3D-Optik schwarz, Aluminium Race oder Carbon. Ganz RS-typisch sind die Türöffner als Doppelstege gestaltet, im Fußraum glänzen Pedale und Fußstütze in Edelstahl. Anthrazitschwarz glänzende Applikationen rahmen die Instrumente ein. Das Fahrerinformationssystem beinhaltet ein Ölthermometer und einen Laptimer, der Drehzahlmesser eine Ladedruckanzeige. Vor den schwarzen Zifferblättern mit weißen Skalen drehen sich rote Zeiger.

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Auf Wunsch liefert Audi die S-Sportsitze mit Rautensteppung und geprägten Schriftzügen oder die neu entwickelten und leichteren RS-Schalensitze aus Carbon. Zur weiteren Individualisierung bekommt man außerdem das RS3-Designpaket mit roten Akzenten und das Komfortpaket mit elektrischen und beheizbaren Vordersitzen, Vier-Wege-Lendenwirbelstützen, automatisch abblendenden Außenspiegeln sowie Licht- und Regensensor. Zur Serienausstattung des Audi RS 3 zählen beispielsweise die Einparkhilfe plus, die Komfort-Klimaautomatik und das MMI Radio. Alle optionalen Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme der A 3-Reihe sind auch im RS 3 zu haben.

Der Fünftürer ist 55 kg leichter als sein Vorgänger und wiegt komplett leer 1.520 kg. Die Basis für diesen Top-Wert legt der Modulare Querbaukasten (MQB). Die Karosserie ist durch das RS-Sportfahrwerk um 25 mm tiefer gelegt. Gegen Aufpreis erhältlich ist das adaptive Dämpfungssystem Audi magnetic ride, dessen Management in das serienmäßige Fahrdynamiksystem Audi drive select eingebunden ist. Audi drive select umfasst die Modi „Comfort“, „Auto“, „Dynamic“ und „Individual“. Die Kräfte des TFSI werden über die 7-Gang-S tronic auf den permanenten Allradantrieb quattro geleitet.

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Im Modus „Dynamic“ des Fahrdynamiksystems Audi drive select wird jeder Schaltvorgang von einem Zwischengasstoß begleitet. Der Fahrer kann die 7-Gang-S tronic in zwei automatischen Modi schalten lassen oder manuell über die Schaltwippen oder den Wählhebel die Gänge einlegen. Die Launch Control soll beim Sprint aus dem Stand für eine optimale Traktion und minimalen Reifenschlupf sorgen. Die unteren Gänge sind sportlich kurz übersetzt, der siebte Gang kraftstoffsparend lang. Das ESC bietet einen Sportmodus und lässt sich auch ganz abschalten.

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Soviel zur Therorie, doch wie fährt er sich? Er ist kein Kostverächter… Auf der Strecke zwischen Ingolstadt und Bielefeld, das sind ziemlich genau 530 km, musste ich zwei Mal zur Tankstelle. Unter uns, eigentlich musste ich jeden Tag der Teststellung zur Tankstelle, denn den NEFZ-Verbrauch von 8,1 Liter habe ich im Alltag um 4-6 Liter überboten.

Die Stadt mag der RS3 nicht, dann eher die Landstraße und wenn man ihn über die Autobahn zu Höchstleistungen ausführt, dann wird er durstig.

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Damit hätten wir den einzigen Kritikpunkt auch schon abgehandelt, denn ansonsten zeigt sich der Audi RS3 in einer selten gesehenen Perfektion. Die Lenkung: Perfekt! Die Bremsen: Perfekt! Das Fahrwerk: Perfekt! Die Sitze: Ein Traum!

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Die Haptik: Perfekt und das gilt auch für das Handling! Der Preis ist heiß, denn das günstigste RS Modell aus dem Audi-Stall gibt es ab 53.390,00€. Der RS3 ist so scharf, dass nun sogar Mercedes-AMG den A45 AMG nachgeschärft hat, wenn das mal kein verstecktes Kompliment war.

Alltagstauglich zeigt sich der Audi RS3 (wenn wir jetzt nicht mehr über den Verbrauch sprechen) auch noch: Hinten zwei Kinder? Kein Problem! Hinten zwei Erwachsene? Auch kein Problem!

In den Kofferraum passt mehr als nur der Wochenendeinkauf, eigentlich wäre der Audi RS3 auch ein ideales Erstfahrzeug, aber vermutlich wird es dann wohl eher eine ideale Einstiegsdroge sein. Danach folgen dann vermutlich Audi RS4, Audi RS6 und dann der Audi R8 – Tradition verpflichtet!

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