2015 Volvo V60 Cross Country D4 Summum – Test – Fahrbericht – Kritik

Kurz vorweg, ist man schon den neuen Volvo XC90 gefahren, dann erscheint der Innenraum vom Volvo V60 Cross Country D4 (in der Summum Edition) wie eine Zeitreise zum Ende der 90er Jahre! Viel Kunststoff, viele Knöpfe, viele Schalter. Aber lasst uns den höhergelegten Kombi mal nicht vorab verurteilen.

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Unter der Motorhaube von unserem Volvo V60 befindet sich der 2.0 Liter Reihenvierzylinder, ein Selbstzünder mit Bi-Turboaufladung.

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Der 16 Ventiler verfügt über eine maximale Leistung von 140 kW (190 PS) und kann maximal ein Drehmoment von 400 Nm an die Kurbelwelle abgeben. In unserem Fall wird die Kraft über die Geartronic, also der 8-Gang Automatik, über die Vorderachse abgegeben.

Vorsicht! Diese zeigt sich gerade bei leicht feuchter Fahrbahn schon etwas überfordert von der Leistung, ich empfehle deswegen definitiv die Version mit Allrad-Antrieb, die bei einer „Cross Country“ Version vermutlich auch mehr Sinn macht, denn Traktion kann man bekanntlich nie genug haben.

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Die Serienausstattung ist üppig: So gibt es das City Safety System, Airbags für Fahrer und Beifahrer, ein Schleudertrauma Schutzsystem, die ISOFIX-Halterungen für die Kinder hinten, die adaptiven Bremsleuchten, die Frontscheibenheizung (die man im Sommer nicht braucht, im Winter aber bei anderen Fahrzeugen wirklich vermisst), die Klimaautomatik und sogar die Sitzheizung. In der oben genannten Ausstattungsvariante kostet der Volvo V60 D4 mindestens 44.730 Euro.

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Unser Testfahrzeug hat noch ein paar Extras bekommen, so schlägt die 8-Gang Automatik mit 2.250 Euro zu Buche, das Business-Paket Pro (inkl. Sensus Conncet Pro Infotainment System und Volvo on Call) verschlingt 1.800 Euro und das Fahrerassistenzpaket inkl. aktivem Tempomaten, Bremsassistent, Fußgängererkennung und Blind Spot Warner lässt sich Volvo mit 2.150 Euro bezahlen.

Die Rückfahrkamera kostet 480 Euro und ist ihr Geld, sorry Volvo, nicht wert. Da hilft auch nicht, dass ich in das unscharfe Bild noch reinzoomen kann.

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Die hier verbauten 19″ Felgen kosten 800 Euro Aufpreis, das ist genauso vertretbar wie die Summe von 500 Euro, die man für die abgedunkelten Seiten- und Heckfenster investieren darf.

Richtig günstig und auf Grund der eher schlechten Rundumsicht definitiv ein Pflichtkauf: Die Einparkhilfe vorne und hinten! Die wird gerade einmal mit 290 Euro berechnet – das Geld dürfte man schnell wieder eingespart haben.

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Unser Testwagenpreis? 55.810 Euro! Und das inklusive der aufpreispflichtigen Lackierung in Bright Silber-Metallic.

Über die Ausstattung haben wir nun gesprochen, aber wie fährt er sich?

Wenn der 2.0 Liter Diesel innerhalb von 7,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, dann zeigt der Motor was er kann. Durchzugsstark ist der 4-Zylinder, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h und das Geräuschniveau ist, meiner Meinung nach, vollkommen im erwarteten Rahmen.

Der NEFZ-Verbrauch wird mit 4,6 Liter auf 100 km angegeben, ein Wert, den man gut und gerne im Alltag auch um 2-3 Liter toppen kann.

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Die Lenkung (das Lenkrad ist axial und vertikal verstellbar) ist leichtgängig, die Rückmeldung ist in Ordnung. Die Sitze (ebenfalls gut einstellbar) bieten mir aber nicht genügend Seitenhalt.

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Die 8 Gang Automatik wechselt die Gänge sanft, es sei denn man schaltet in den Sport-Modus, dann geht es etwas dynamischer zur Sache. Aber machen wir uns nichts vor, aus dem Volvo V60 D4, der leer bereits 1.742 kg wiegt, macht man kein Sportwagen.

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Die Bremsen sind ausreichend groß dimensioniert und lassen sich fein dosieren. Das Fahrwerk ist mir persönlich zu straff, hier würde ich euch allerdings gerne folgenden Tipp geben:

Fahrt bei Interesse den Volvo selber einmal Probe, eventuell war mein Popometer heute morgen verstimmt oder die hinteren Stoßdämpfer defekt. Ich hatte das Gefühl, dass die Hinterachse poltert und das ohne Beladung, das mag aber auch an den optionalen und bei unserem Testfahrzeug verbauten 19″ Felgen liegen, denn die mindern den Fahrkomfort natürlich auch.

Das zulässige Gesamtgewicht vom Volvo V60 D4 liegt bei 2,2 Tonnen, die maximale Zuladung beträgt 458 kg und das Kofferraumvolumen wird mit 430 Liter angeben.

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Leider muss man sich weit strecken um die Rücksitzlehnen vom Kofferraum aus umzulegen. Eine ganz ebene Ladefläche hat man dann auch nicht zur Verfügung, hinten steigt die Ladefläche leicht an.

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Gut gelöst finde ich die umklappbaren Kopfstützen hinten, legt man diese um (wenn hinten keine Personen sitzen), sieht man im Rückspiegel und beim Blick über die Schulter auch mehr.

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Der Volvo V60 D4 ist 4,63 Meter lang, 1,54 hoch und verfügt über einen Radstand von 2,77 Meter. Hinten haben zwei Personen bequem Platz, für die dritte wird es (eigentlich wie in jedem Fahrzeug) schon etwas enger. Loben möchte ich die großzügig dimensionierte Armlehne mit den beiden Getränkehaltern.

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Mit Außenspiegel ist der Volvo knapp 2,10 Meter breit, da muss man also in den engen Autobahnbaustellen (auf der linken Spur) schon vorsichtig sein. Die Bodenfreiheit vorne (Stoßstange) liegt bei 20 cm, mit dem Volvo V60 D4 (Cross Country) kann man sich also durchaus auch schon mal auf dem ein oder anderen Feldweg trauen.

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Wie sieht es denn mit dem Volvo V60 Cross Country als Zugmaschine aus? Mit dem D4 Motor und dem Automatikgetriebe darf der Volvo mit Frontantrieb 1.800 kg (gebremst) ziehen, mit Allradantrieb sogar 1,9 Tonnen. Die maximale Stützlast liegt in beiden Fällen bei 90 kg. Das maximale Gewicht ungebremster Anhänger liegt bei 750 kg, hier liegt die Stützlast bei 50 kg.

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Mein Fa(hr)zit?

Ich kann durchaus die Menschen verstehen, die sich für einen Volvo V60 entscheiden, auch diejenigen, die sich für die Cross Country Version interessieren. Rein optisch gesehen finde ich den Volvo V60 richtig gelungen, die großen 19″ Felgen (serienmäßig rollt der auf 16″ Felgen) stehen dem Fahrzeug ausgesprochen gut und auch der Kofferraum ist groß genug für die alltäglichen Besorgungen. Einen Cross Country würde ich allerdings immer mit Allradantrieb nehmen.

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Das die Mittelkonsole etwas dem Fahrer zugewandt ist, finde ich super, die zahlreichen Tasten allerdings (gerade für Umsteiger) befremdlich, auch wenn alles klar strukturiert und beschriftet ist. Die Menüführung vom Infotainment-System ist auch selbsterklärend, wenn auch das Display mir inzwischen zu klein ist und meiner Meinung nach auch etwas mehr Kontrast hätte bieten können.

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Von der Verarbeitung her, ist der Volvo V60 meiner Meinung nach ein richtig gutes Auto! Eventuell liegt es auch am Diesel, dass es zwischen uns irgendwie nicht gefunkt hat. Vielleicht fehlte mir auch der Allradantrieb (übrigens eine Haldex-Lösung) mit der Traktion und eventuell würden – für den Komfort – auch 18″ Reifen reichen.

Weitere Meinungen zum Volvo V60 (Cross Country) gefällig? Gerne: autogefuehl.deder-auto-blogger.de

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