Ladungssicherung im Auto

Es ist Sommerzeit, es ist Ferienzeit… Hinreisewellen, Rückreisewellen… mit/ohne Kindern… mit/ohne/viel/wenig Gepäck… Väter/Mütter/Männer/Frauen stehen immer wieder vor der Entscheidung, mitzunehmende Ladung im Fahrzeug an geeigneter Stelle unterzubringen.

Aber nicht nur, wenn sich der Kofferraum vor lauter Gepäck nicht mehr schließen lässt, auch beim täglichen Arbeitsweg sollte man sich die Frage stellen, wohin nur mit dem Zeug!

Also auch wenn die Frau gerade mal nicht den gesamten Haurat für einen Besuch bei der Schwiegermutter mitnehmen möchte, sind Überlegungen zur Ladungssicherung angebracht. Sobald Gepäckstücke zu gefährlichen Geschossen werden können, ist Vorsicht angeraten.

Aber nicht nur dann… Eine nicht gesicherte Flasche Wasser kann sich unter dem Bremspedal verkeilen, ein Regenschirm sich plötzlich öffnen und die Sicht nehmen. Es gibt wohl nichts, was nicht schon passiert ist und wo nach Unfällen gerätselt wird, wie das nur passieren konnte.

R+V24, Der ADAC, diverse Magazine, Zeitungen und Fernsehsendungen widmen sich regelmäßig diesem Thema. Das tun sie nicht, weil das Problem so sexy ist und die Auflagen oder Einschaltquoten steigen lassen, sondern weil Polizei und die Unfallermittler immer wieder darauf aufmerksam machen möchten.

Neben zu hoher Geschwindigkeit ist ungesicherte Ladung eine der Hauptunfallursachen im Strassenverkehr. Ich möchte gar nicht daran denken, was so unter mancher LKW-Plane versteckt ist. Stellt euch vor, die Planen wären durchsichtig…

Fakt ist, dass die Polizei bei strengen Verkehrskontrollen LKWs aus dem Verkehr zieht, sofern deren Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert ist. Gewerbsmäßiger Transport soll aber hier nicht behandelt werden.

Private PKW im Fokus

Ein Kofferraum ist nicht nur für den Lufttransport gedacht

vorbildliche Kofferraumbeladung

Privat-PKW werden leider nicht so streng, meistens gar nicht kontrolliert und fahren häufig als tickende Bomben durch die Gegend. Viele Fahrer und Beifahrer sind sich überhaupt nicht bewusst, dass sie in einer Art Selbstmordkommando sich und andere erheblich gefährden.

Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Kofferraum bei einem Auto eine gewisse Funktion hat. Wenn man zur Erkenntnis gelangt ist, dass in einem Kofferraum nicht nur Luft transportiert werden kann, könnte man auf den Gedanken kommen, Koffer und andere Gegenstände dorthinein zu packen.

Damit wäre man auf dem Weg zur sicheren Ladungsverteilung ein ganzes Stück vorangekommen. Wichtig ist immer eine Erkenntnis: Solange die Ladung mich als Insasse im Falle einer Kollision oder eines Bremsvorganges nicht erschlagen kann, habe ich viel für mich und die Insassen getan. Klar ist, dass durch die Rücksitzlehnen jeder normale Gegenstand in privaten Fahrzeugen am Eindringen in das Wageninnere gehindert wird.

Sollten die zu transportierenden Sachen jedoch ein Gewicht aufweisen, welches bei einer Kollision oder eines starken Bremsvorganges ein ungehindertes Eindringen in den Fahrgastraum ermöglicht, also die Rückhaltevorrichtungen zerstört und dabei ggf. auch gleich noch die Insassen im Fond des Wagens gleich mit entsorgt, muss man sich die Frage stellen: „Fahre ich das geeignete Transportmittel… und wenn ja, mit welcher Geschwindigkeit?“

Die ganze Angelegenheit lässt sich nämlich auf einfache physikalische Grundgesetzte reduzieren und zwar auf die Begriffe Masse, Beschleunigung, Kraft und Trägheit und deren physikalische Formeln.

Jedem muss klar sein, dass ein 20 kg schwerer Koffer auf der Hutablage bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h und einer einfachen Kollision mit einer kinetische Energie von 10.890 Joule (umgerechnet etwa 1 Tonne Masse) auf den Hinterkopf des Fahrers einschlagen wird. Er wird dabei nicht nur den Kopf vom Rumpf des Fahrers trennen, sondern diesen gleich noch mit auf die Reise durch die Frontscheibe nehmen und sauber ein paar dutzend Meter vor dem Unfallereignis ablegen.

Jedem Fahrer muss ebenso klar sein, dass die Verteilung von Gegenständen im Koferraum oder im Font eines Fahrzeugs nach logischen Gesichtpunkten und mit gesundem Menschenverstand erfolgen sollte. Schwere Gegenstände sollten tiefer lagern und möglichst abgeschottet durch Vordersitzlehnen oder Rücksitzlehnen als leichtere Gegestände.

Überhaupt sollte man keinerlei Gegenstände im Fußraum des Fahrers deponieren. Zusätzlich zur Lagerung von Gegenständen im Kofferraum gibt es, von Herstellern unterschiedlich ausgestattet, Rückhaltenetze, die es lohnt, einzusetzen.

Spezieller Artikel zum Thema: Ladung im Kofferraum

Transport von  Kindern und Tieren

Hund_im_Auto

So ist keine ordnungsgemäße Sicherung eines Haustieres gewährleistet!

Kommen wir zu einem aktuellen Thema: Haustiere! Nicht nur, dass Haustiere selbst vor Kollisionen geschützt werden sollten (diverse Matten, Gurte und Behälter sind käuflich zu erwerben), auch der Schutz des eigenen Lebens vor der kinetischen Energie eines ausgewachsenen Rottweilers sollte auch dem gestressten Urlaubsfahrer ein Bedürfnis sein.

Spezieller Artikel zum Thema: Tiere im Auto

Ein noch viel wichtiger Aspekt ist aber die ordnungsgemäße Sicherung von Personen, speziell derjenigen Insassen, die nicht selbst für ihre Sicherheit sorgen können, die Kinder. In den Nachrichten hört man ja immer mal wieder von Eltern, die ihre Kinder in Tankstellen an der Autobahn vergessen… Ich möchte nicht wissen, was solche Eltern so im eigenen Auto vergessen und was demnach zu einem gefährlichen Geschoss werden kann.

Grundsätzlich haben sich alle Insassen im Fahrzeug anzuschnallen und Kinder müssen in den vorgeschriebenen Rückhaltesystemen untergebracht sein. Die neueren Autos geben zu Recht Signal, wenn sich jemand nicht angeschnallt hat. Wer trotzdem fahrlässig oder vorsätzlich mit dem eigenen und/oder mit dem Leben Anderer spielt, ist nicht nur dumm, sondern agiert unverantwortlich. Denn als Insasse im Fond eines Fahrzeugs wird man selbst auch leicht zum tödlichen Werkzeug der Kräfte.

In diesem Sinne, weiterhin Hals- und Beinbruch! … oder einfach mal eine Minute mehr Zeit investiert, als ein Leben lang mit Schuldgefühlen sich selbst oder anderen gegenüber belastet sein!

 

Fotoquelle:
Auto vor Urlaub: Flying Colours Ltd/DigitalVision/Thinkstock
Hund im Auto: lilu13/iStock/Thinkstock

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