IAA Vorschau 2015 – Die Pickups kommen!

Deutschland ist ein Kombi-Land. So sagt man. Schaue ich mich um, dann könnte Deutschland auch ein SUV-Land sein bzw. werden – doch was kommt danach? Wie wäre es mit einem Pickup? Zugegeben, Pickups sind auf dem deutschen Automarkt derzeitig eher sekundär zu betrachten. Die Hauptmärkte liegen in den USA, in Südamerika und im Osten. In Deutschland gibt es dennoch derzeitig die Möglichkeit, sich für einen Pickup zu entscheiden – egal ob man nun eine Zugmaschine braucht oder einfach die Form „cool“ findet. Seit einigen Jahren gehen die Zulassungszahlen für Pickups hier in Deutschland zurück, daher glaube ich nicht an den großen Durchbruch. Umso mehr verwundert es mich also, auf der IAA 2015 gleich drei neue Pickup-Modelle zu sehen, die dort eine Premiere feiern.


Mitsubishi
Die fünfte, und laut Hersteller, vollständig neu entwickelte Modellgeneration des Mitsubishi L200 soll im Hinblick auf Technologie, Leistungsspektrum und Effizienz ein neues Kapitel im deutschen Eintonner-Pickup-Segment aufschlagen. Und er hat auch gleich ein paar Trümpfe im Ärmel: Die markante Formensprache soll Kraft und Robustheit vermitteln, der L200 soll dank permanenten Allradantrieb stets über eine ausreichende Traktion verfügen. Unter der Haube? Ein 2,4 Liter Diesel mit 154 oder 181 PS. Platz vergrößert, Qualität erhöht, Preiswert geblieben: Los geht es ab 26.290 Euro!

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Ob in Sache Preis/Leistung die Mitbewerber mithalten können? Doch kommen wir zu den wichtigen Werten: Mit einer Ladeflächenlänge von 1,52 Meter (bei der Doppelkabine) bzw. 1,85 Meter (bei der Singlekabine) schlägt er den gleich folgenden Nissan NP300 bereits in der Länge. Die Zuladung liegt je nach Ausstattung zwischen 935 bis 960 kg. In Sachen Anhängelast muss er sich gegen den Nissan geschlagen geben, hier ist bereits bei 3,1 Tonnen Schluss. Dafür trumpft er mit einem geringen Wendekreis, der soll beim Mitsubishi L200 bei gerade einmal 11,8 Meter liegen.

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Fotos: © Mitsubishi 2015

Nissan
Nissan bringt (wie bereits angekündet) den neuen Nissan NP300 Navara mit auf die 66. Internationale Automobilausstellung und möchte damit nach eigener Aussage „die Messlatte für Pick-ups“ etwas höher legen.

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Der Anspruch kommt nicht von ungefähr, munkelt man doch, dass der zukünftige Mercedes-Benz Pickup ebenso auf dieser Plattform entstehen wird. Unter die Haube vom Nissan NP300 Navara kommt ein 2,3 Liter Diesel Motor, der in Deutschland in zwei Leistungsstufen angeboten wird. So stehen entweder 118 kW/160 PS oder aber 140 kW/190 PS zur Verfügung. Das Lastentier bekommt neben dem robustem Offroad-Charakter allerdings auch moderne Technologien aus dem PKW-Bereich. So gibt es hier z.B. den Around View Monitor von Nissan (zeigt das Fahrzeug aus der Vogelperspektive) sowie einen Notbremsassistenten.

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Während klassische Pickups (und ebenso die King Cab Variante vom NP 300 Navara) mit einer Starrachse mit Blattfedern an der Hinterachse auskommen, gibt es hier in dem Modell mit der Doppelkabine eine Multilink-Hinterradaufhängung.

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Das Design ist speziell für den europäischen Markt entwickelt und zeigt sich – natürlich – sportlich, dynamisch und robust. Gibt es eigentlich ein Auto auf der IAA, welches nicht sportlich und dynamisch sein soll? Optional gibt es den Nissan Navara auch mit Heckantrieb! Für eine optimale Traktion ist das Fahrzeug „eigentlich“ mit einem Allradantrieb ausgestattet, für Speziallösungen gibt es den SingleCab aber auch mit reinem Heckantrieb. Doch kommen wir nun mal zu den wichtigsten Informationen: Die Anhängelast beträgt 3,5 Tonnen und die Nutzlast? Die liegt bei einer Tonne! In der Double Cab Version misst die Ladeflächenlänge nun 1.57 Meter, in der Single Cab Version sind es sogar 1.78 Meter.

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Fotos: © Nissan 2015

Renault
Renault zeigt das „Alaskan Concept“ Fahrzeug. Ebenfalls ein Pickup in der Ein-Tonnen-Klasse und das Design des Alaskan Concept soll auf das spätere Renault Serienmodell hinweisen. Renault möchte den Pick-up für Beruf und Freizeit in verschiedenen Karosserieausführungen und Motorisierungen anbieten.

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Viele Infos gibt es im Studien-Zustand natürlich noch nicht, in der Studie drehen sich 21″ Räder und das Fahrzeug bekommt Voll-LED Scheinwerfer und Rückleuchten. Muss ich eigentlich erwähnen, dass Renault und Nissan zusammenarbeiten? Hier kommt ebenfalls ein Common-Rail-Diesel mit 2,3 Liter Hubraum und Twin-Turbo-Technik zum Einsatz, der Motor kommt bereits im Renault Master zum Einsatz.

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Das Design? Laut Renault „aufsehenerregend“, doch auch hier gibt es die wichtiste Information: Die Nutzlast beträgt über eine Tonne. Mit der Doppelkabine bietet der Renault Pickup bis zu fünf Personen Platz. Ein technisches Feature, welches es so sicherlich nicht in die Serie schafft: Anstatt Rückspiegel verfügt die Studie über Rückfahrkameras.

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Fotos: © Renault

Mercedes-Benz
Nissan und Renault ziehen also vorweg, Mercedes-Benz besetzt derzeitig ja fast jede Nische – ein Pickup fehlt bisher noch. Er wird aber kommen – sehr wahrscheinlich erst in Genf 2016 und noch nicht zur IAA 2015! Die Produktion des Mercedes-Benz Pickups (der ggf. Mercedes-Benz GLT heißen könnte) wird 2016 im Nissan-Werk in Cuernavaca, Mexiko, beginnen. Für Lateinamerika wird der Mercedes-Benz Pickup von Nissan im Renault-Werk in Cordoba, Argentinien, produziert. Die drei Pickups werden aber auch im Nissan-Werk in Barcelona für andere Märkte gefertigt. Eine Ausnahme gibt es: Nordamerika!

Volkswagen
Renault, Nissan, aber auch Mercedes-Benz greifen nun nicht zu den Sternen, sondern möchten gerne den Klassen-Primus aus Wolfsburg überholen. Der VW Amarok ist derzeitig nämlich das erfolgreichste Pickup-Fahrzeug in Deutschland. Der Amarok wird übrigens in Buenos Aires aber auch in Hannover gefertigt und hat die längste Ladefläche (als Single Cab) mit 2,21 Meter (Doppelkabine 1,55 Meter) und natürlich auch den zeitlichen Vorsprung. Warten wir also ab, wie sich der Pickup Markt in Deutschland entwickeln wird, nach Kombi und SUV muss ja auch noch Platz sein für andere Lifestyle-Mobilitäts-Konzepte, denn inzwischen werden Kombi und SUV Modelle auch vermehrt für den Freizeitbereich eingesetzt.

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