Hindernisse der Elektromobilität – Gegenargumente

Meine Kollegin Verena hat in ihrem letzten Artikel einige Punkte gesammelt, die der Elektromobilität im Weg stehen. Ohne jetzt in simples „Ich habe mehr Recht als du“ zu verfallen, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, auf die von ihr beschriebenen Punkte aus anderer Perspektive einzugehen.

1. Reichweite

Die Reichweite ist das Totschlagargument, wenn es darum geht die E-Autos in Frage zu stellen. Aber es kommt eben drauf an, welche Strecken man fährt. Natürlich lacht jemand über die 140km Reichweite, wenn er jeden Tag 160 Kilometer zurücklegen muss.

Aber ich würde, wenn ich nicht die Bahn nähme, jeden Tag knapp 40 Kilometer fahren. Obwohl die Reichweite von den Herstellern ja durchaus „optimistisch“ angegeben wird, käme ich hier mit jedem Elektroauto klar. Und man lädt ja idealerweise nachts in der eigenen Garage.

2. Preis

Elektroautos sind teurer, keine Frage. Ich hätte den Aufschlag eher auf 10.000 Euro beziffert. Günstige Einstiegsmodelle gibt es aber auch: Der Renault Zoe ist mit knapp 20.000 Euro Anschaffungspreis konkurrenzfähig.

Für mich ist es aber nicht nur das Tanken von Strom, das Elektroautos attraktiv macht. Die Beschleunigung eines Elektromotors ist nicht mit Verbrennern zu vergleichen. Wer schon mal so kräftig von 0 auf 80 km/h ohne zu Schalten beschleunigt hat, verbannt Verbrenner am liebsten ins letzte Jahrhundert. Tests mit mehreren, autointeressierten Männern aus meinem Freundeskreis haben die Faszination für die Dynamik der E-Autos bestätigt.

3. Staatliche Förderung

Elektromobilität wird in Deutschland kaum für die Endkunden gefördert. Das ist natürlich schade. Ich wäre eher bereit ein E-Auto zu kaufen, wenn es für mich nicht ganz so teuer wäre. Was aber komplett untergeht: Die Bundesregierung hat einige Millionen in die E-Mobilität gesteckt und verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Hersteller direkt gefördert. Ohne diese Förderung wären die Hersteller unter Umständen überhaupt nicht bereit, Elektroautos zu entwickeln.

Außerdem gibt es immer wieder mehr oder weniger realistische Vorschläge der Förderung oder Bevorteilung. Natürlich machen Vorteile wie eigene Parkplätze oder Benutzen der Busspur Elektroautos attraktiver, sind aber lokal begrenzt und somit nicht automatisch für jeden attraktiv im Gegensatz zu einer Kaufprämie.

4. Infrastruktur

Zoe_Tankquelle

Bei diesem Argument musste mein eigener Erfahrungsbericht herhalten. Ja, das lange Wochenende war „holprig“, ungelogen. Es wäre aber weniger holprig gelaufen, wenn ich eine NFC-Karte zum Tanken gehabt hätte. Diese hätte sicher einen festen Platz im Auto, wenn es mein eigenes E-Auto wäre. Es gibt zwar momentan keine Möglichkeit, vor meiner Haustüre zu parken, aber würde ich wirklich demnächst ein E-Auto mein Eigen nennen, müsste man dafür eben eine Lösung finden.

Sollte ich aber irgendwann mal in den Besitz eines E-Autos kommen gehe ich schwer davon au,s dann schon woanders zu wohnen, eventuell mit eigener Garage, wo ein Elektrolader kein Problem wäre. Die öffentliche Infrastruktur wächst und wächst. Deutschland ist da zwar noch eher Entwicklungsland, aber es ist auch utopisch zu glauben, dass binnen kurzer Zeit ein Tankstellennetz aufgebaut werden kann, das mit den konventionellen Tankstellen mithalten kann.

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