IAA Rundgang 2015 – Teil 4: Das neue smart fortwo cabrio (2016)!

Heute sprechen wir über Kleinigkeiten! Kleine, kompakte Fahrzeuge musste man auf der IAA 2015 ja fast mit der Lupe suchen, vor allem wenn man Neuigkeiten entdecken wollte. Bei meinem persönlichen IAA Rundgang 2015 habe ich also aufgepasst und auch ein kleines Highlight gefunden. Der – auf Grund der Optik – etwas umstrittene smart fortwo kommt nun nämlich auch als Cabrio auf die Straße.

Auf der IAA 1999 präsentierte smart erstmalig das Cabrio, welches dann im Frühjahr 2000 auf den europäischen Markt kam. Seit dem ersten Modellwechsel 2006 kann man das Verdeck vollautomatisch betätigen, bei der dritten Generation ab 2010 gab es dann neue Verdeckstoffe in Rot und Blau. Genug zur Historie, denn auf der IAA feierte das neue smart fortwo Cabrio seine Weltpremiere.

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Das neue smart cabrio ist das einzig „echte“ Cabrio in seiner Fahrzeugklasse, so vermeldet es der Hersteller und ja, man kann die Dachholme entfernen, ansonsten wäre es vermutlich mit den Faltdachfahrzeugen zu vergleichen. Das smart fortwo Cabrio ist vom geschlossenen Zweisitzer über einen Zweisitzer mit Faltdach bis hin zum komplett offenen Zweisitzer nutzbar.

Wie groß ist das smart fortwo Cabrio?

Mit seinen Außenabmessungen von 2,69 m Länge, 1,66 m Breite und 1,55 m Höhe ist das Cabrio eindeutig ein Mitglied der smart-Familie und schafft enge Wendemanöver durch seinen Wendekreis von 6,95 m von Bordstein zu Bordstein beziehungsweise 7,30 m von Wand zu Wand ohne Probleme.

Die Silhouette mit den extrem kurzen Überhängen und das Gesicht mit dem Grill im Bienenwaben-Fading-Design und den rhombischen Frontscheinwerfern ist typisch smart.

Im Vergleich zu den geschlossenen Varianten ist die B-Säule schmaler und der Verlauf der tridion Sicherheitszelle soll das smart fortwo cabrio noch sportlicher wirken lassen. Mein Kritikpunkt: Mich stört das hintere Glas vom Fenster, das lässt sich nicht versenken (passt nicht in die Tür) und stört somit mein optisches Empfinden.

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Die Serienausstattung des smart fortwo cabrios entspricht der der geschlossenen Variante und bietet unter anderem zwei Sonnenblenden mit Makeup-Spiegeln, eine Mittelkonsole mit Schublade, sowie Kleiderhaken hinten am Querbügel. Auf Wunsch ist ein Windschott lieferbar.

Weitere Sicherheits- und Komfortdetails wie die Smartphone-Integration per MirrorLink® (serienmäßig in Kombination mit dem smart Media-System) oder das Urban-Style-Paket (unter anderem mit schwarzen Radlaufverkleidungen und Tieferlegung) sind gegen Aufpreis erhältlich.

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Beim „tritop“ Textilverdeck kann man nun aus drei unterschiedlichen Farben wählen: blue denim (Jeans-Optik), rot oder schwarz. Es ist 20 mm dick und 1,8 m² groß und damit etwa 4 Prozent größer als das des Vorgängers. Die Außenhaut ist aus besonders lichtbeständigem Polyacrylgewebe, der Innenhimmel ist ein Polyester/Baumwolle-Mix in grau und dazwischen sitzt eine Kautschuk-Lage.

Warum erwähne ich das? Man fährt so einen smart ja vermutlich auch im Winter und da muss die Wärme drinnen bleiben, die Geräusche aber draussen. Mit der Mischung könnte das funktionieren.

Die Heckscheibe ist aus Glas und beheizbar. Das Öffnen des Verdecks funktioniert vollautomatisch in 12 Sekunden, auch bei Höchstgeschwindigkeit. Der Mechanismus kann auch vom 3-Tasten-Fahrzeugschlüssel per Funkfernbedienung ausgelöst werden.

Besonders flexibel nutzbar ist das Verdeck mit den herausnehmbaren seitlichen Dachholmen, die in der Farbe der tridion Sicherheitszelle gehalten sind. Sie können zusätzlich entfernt und in der Innenseite der Heckklappe verstaut werden. Dieses Ablagefach kann man auch als zusätzlichen Stauraum für Gegenstände wie Warnweste, Verbandstasche oder Warndreieck nutzen.

Was kommt unter die Haube bzw. in diesem Fall unter den Heckdeckel?

Zur Wahl stehen zwei Dreizylindermotoren, der eine mit 999 cm³ und 52 kW (71 PS) und der andere mit 898 cm³ und 66 kW (90 PS). Beide lassen sich mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe oder dem vollautomatischen Doppelkupplungsgetriebe twinamic kombinieren.

Den Spurt auf 100 km/h schafft der 71-PS-Motor in 14,9 Sekunden handgeschaltet, mit twinamic braucht er 15,5 Sekunden und verbraucht dabei 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 151 km/h.

Mit 90 PS ist der Sprint wohl in nur 10,8 Sekunden mit Handschaltung und 11,7 Sekunden mit twinamic zu schaffen. Ende mit Vortrieb ist hier bei 155 km/h. Der Verbrauch liegt bei 4,3 Litern mit Handschaltung und 4,2 Litern mit twinamic.

Das neue smart fortwo cabrio wurde denselben strengen Tests unterzogen wie die Cabrios von Mercedes-Benz. Diese umfassen unzählige Funktionstest unter allen möglichen Bedingungen und bei Temperaturen zwischen -40 und +80 Grad Celsius, außerdem die Fahrzeug-Gesamterprobung auf verschiedenen Testgeländen und Straßen weltweit. Der Waschstraßentest stellt die Dichtigkeit sicher. Die Strömungsgeschwindigkeiten des Fahrtwindes im Innenraum wurden im Windkanal von Mercedes-Benz mit Hilfe der Versuchspuppe „Tanja“ (hier nicht auf den Fotos) untersucht.

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Das neue smart fortwo cabrio ist durch verschiedenen Modifikationen und einen Materialmix aus ultrahochfesten warmumgeformten Stähle und höchstfesten Mehrphasenstählen bis jetzt das steifste smart cabrio. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Torsionssteifigkeit um rund 15 Prozent verbessert.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Crashtests wurden auch zusätzliche Mercedes-Benz interne Crashtests, wie der Dachfalltest aus 50 cm Höhe, mit oft weit strengeren Anforderungen durchgeführt.

Assistenzsysteme aus höheren Fahrzeugklassen sollen helfen, Unfälle zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem das serienmäßige ESP® der neusten Generation mit Seitenwind-Assistent und Berganfahr-Funktion, die optionale Abstandswarnfunktion, sowie der ebenfalls optionale Spurhalte-Assistent.

Wer sich für das Thema Sicherheit interessiert, dem empfehle ich ausdrücklich unsere Sicherheits-Reihe: Teil 1 über aktive und passive Sicherheit und Teil 2 zu Crash-Test-Dummys.

Das neue smart cabrio kann ab Mitte November bestellt werden, bei den Händlern soll es dann ab Februar 2016 stehen.

Meine Meinung?

Ich mag das Design vom neuen smart nicht ganz so gerne, da finde ich den neuen Renault Twingo rein äusserlich ansprechender, aber als Cabrio, da könnte ich mir den City-Flitzer durchaus vorstellen.

Ansonsten gab es keine neue Kleinigkeiten auf der IAA 2015?

Nun, was die Weltpremieren betrifft, könnte man nun sicherlich noch den Fiat 500 erwähnen, der bekam sein Facelift und seine technische Überarbeitung, aber ansonsten war es das tatsächlich.

Die IAA 2015 war dieses Jahr die Messe der etwas größeren Fahrzeuge, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch weiterhin ein Platz für City-Flitzer in unseren Herzen sein wird.

Am kommenden Mittwoch spreche ich noch einmal über die IAA 2015 und zeige euch meine persönlichen Highlights was die Sportfahrzeuge, aber auch die Concept-Studien betrifft und dann sehen wir die IAA erst im Jahre 2017 wieder, denn nächstes Jahr gibt es ja die Nutzfahrzeug-IAA in Hannover.

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