Wie fahren Kinder sicher im Auto mit?

Ab nächster Woche sind hier in Hessen wieder Schulferien und für viele stehen Urlaub und Ausflüge auf dem Programm. Bei den Autofahrten ist vor allem auf das Wohl und die Sicherheit der Kinder zu achten, doch wie transportiert man sie am besten?

Kindersitz

Extraschutz durch Kindersitz

In Paragraph 21 der StVO steht eindeutig, dass jedes Kind unter 12 Jahren oder 1,50 Meter Körpergröße in einem Kindersitz gesichert werden muss. Entscheidend ist, welche Grenze hierbei zuerst überschritten wird.

Missachtung der Vorschrift wird mit einem Bußgeld von bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Leider gibt es oft Fälle, wo Kinder nicht richtig angegurtet sind und sich deswegen in Lebensgefahr befinden! Auch wenn es nur eine Kurzstrecke ist, ist es nicht sicher, das Kind auf dem Schoß „gut festzuhalten“! Kommt es zu einem plötzlichen Bremsen, wirken enorme Kräfte auf die Insassen. Das bloße Festhalten des Kindes kommt dagegen nicht an.

Verschiedene Kindersitzklassen

Sehr wichtig bei der Entscheidung für den richtigen Kindersitz ist das Gewicht des Kindes.

Es gibt folgende Gewichtsklassen bei Kindersitzen:

  • Gruppe 0/0+: Geburt bis 13 Kilogramm
  • Gruppe 1: 9 bis 18 Kilogramm
  • Gruppe II/III: 15 bis 26 Kilogramm

Die Gruppe 0/0+ umfasst Sitze für Säuglinge. Diese sogenannten Babyschalen werden entgegen der Fahrtrichtung genutzt und durch den klassischen Dreipunktgurt oder eine ISOFIX-Halterung gesichert. Damit kann eine Zeitspanne von bis zu 15 Monaten abgedeckt werden.

In Kindersitzen der Gruppe I werden Kinder im Alter von etwa 15 Monaten bis drei/vier Jahren transportiert. Auf dem Markt sind viele unterschiedliche Systeme, aber am weitesten verbreitet sind Sitze mit Fünfpunktgurtsystem, sogenannte Hosenträgergurtsysteme. Sie werden in Fartrichtung angebracht und ermöglichen so den Kindern, sich während der Fahrt mit allen Mitfahrern gut zu unterhalten und viel mitzubekommen.

Kindersitz

Im Alter von drei/vier bis 12 Jahren sind Kinder am besten in Kindersitzen der Gruppe II/III aufgehoben. Diese Sitze werden in Fahrtrichtung angebracht und das Kind wird mit dem Dreipunktegurt festgeschnallt. Der normale Anschallprozess kann also schon gut vom Kind selbst eingeübt werden.

Kindersitz - Lösung integriert im normalen Sitz

Risiko Airbag

Die eigentlich schützenden Airbags sind für Erwachsene konzipiert und können daher für Kinder sehr gefährlich werden: Die Wucht der sich blitzschnell öffnenden Airbags ist enorm – Kinder können mit ihrer Körpergröße und -kraft dem kaum etwas entgegen setzten.

Deswegen ist es wichtig, sich genau mit den Airbagmechanismen des Autos und den Eigenschaften des Kindersitzes vertraut zu machen!

Viele platzieren ihr Baby oder Kleinkind gerne auf dem Beifahrersitz. So ist das Kind näher dran und wenn es mal weint, ist es in „Griffnähe“. Doch der Beifahrersitz ist gefährlich!

Wenn es einen Beifahrer-Frontairbag gibt, dürfen auf dem Beifahrersitz auf keinen Fall rückwärtsgerichtete Baby- oder Kindersitze angebracht werden. Einzige Ausnahme: Wenn der Airbag ausgeschaltet ist.

Zum Schutz: Airbag aktivieren oder deaktivieren (Schalter oft im Handschuhfach)

Hier ist es wichtig, dass stets dran gedacht wird, wer gerade auf dem Beifahrersitz mitfährt. Bei Erwachsenen sollte der Airbag natürlich wieder aktiviert sein.

Wenn das Kind in einem nach vorne gerichteten Kindersitz angeschnallt ist, muss der Beifahrersitz in die hinderste Position geschoben werden, um einen möglichst großen Raum zwischen Kindersitz und Airbag zu bringen.

Vielen Autohersteller ist das Risiko aber dennoch zu hoch und sie empfehlen, den Baby- oder Kindersitz generell auf der Rückbank anzuschnallen.

Mitfahrer sind immer eine kostbare Fracht, besonders Kinder, die noch nicht auf ihre eigene Sicherheit achten können!

Deswegen immer besonders sorgfältig und aufmerksam beim Transport von Kindern vorgehen!

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