Welche Blitzerarten gibt es?

Wer wurde schon einmal geblitzt? Wahrscheinlich die meisten von uns. In der Regel bekommt man das auch mit: Ein heller Blitz und es bleibt nur noch, den Bußgeldbescheid abzuwarten. Doch es gibt auch Geschwindigkeitsmessungen, die der Fahrzeugführer gar nicht mitbekommt – unsere liebe Verena kann davon ein Lied singen 🙂 …

Das hat mich dazu veranlasst, ein wenig genauer zu recherchieren. Welche Blitzerarten gibt es überhaupt?

Radargeräte – die wohl beliebteste Methode

Aufgrund der relativ einfachen Technik ist die Radarmessung die wohl am häufigsten verwendete und bekannteste Methode: Der uns allen wohl bekannte „Blitzer“. Entweder in Form eines „Starenkastens“ oder einer Säule.

Die Polizei verwendet meist mobile Geräte, während Kommunen auch häufig stationäre Geräte – die uns allen bekannte Blitzersäule – nutzen.

Allerdings ist bei dieser Technik die Genauigkeit umstritten: Deshalb werden bei einer Geschwindigkeit von unter 100km/h 3km/h, ab 100km/h 3% von der ermittelten Geschwindigkeit abgezogen.

Radar trap

Lichtschrankenmessung

Diese Methode ist wesentlich genauer als die Radarmessung und liefert zuverlässigere Ergebnisse. Das Prinzip beruht auf drei hintereinander geschalteten Lichtschranken, die durch ein hindurchfahrendes Fahrzeug unterbrochen werden. Aus diesen drei vorliegenden Werten kann eine Zeitmessung erfolgen und somit die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt werden.

Videonachfahrsysteme

Bei dieser Methode muss kein Blitzer installiert werden – sie gehört zur polizeilichen Routinearbeit. Mit einer speziellen Messtechnik kann die Geschwindigkeitsmessung durch Nachfahren eines verdächtigten Fahrzeuges erfolgen. Die im kontrollierenden Auto installierten Geräte fertigen eine Videoaufnahme an, die im Nachhinein ausgewertet werden kann.

Als Referenzwert gilt die Geschwindigkeit des Polizisten, die somit Maßstab für den Geschwindigkeitsverstoß ist. Diese Methode birgt einige Fehlerquellen, besonders aufgrund verschiedener Vorgaben der Messstrecke, und ist somit keine sehr zuverlässige Methode zur Geschwindigkeitsmessung.

Deshalb gibt es bei diesem Verfahren Toleranzabzüge, die höher sind als bei der Radarmessung: Bis 100km/h werden 5km/h, ab 100km/h 5% der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen.

Induktionsmessung

Sogenannte Induktionsschleifen befinden sich häufig an Ampelanlagen, denn diese Technologie wird meist bei Überfahren einer roten Ampel angewandt.

Das funktioniert so: Es werden mehrere, parallel verlaufende Induktionsschleifen verlegt, die wie eine „Spule“ wirken. Überquert ein Fahrzeug also die Schleife, wird ein Druck ausgeübt und ein physikalischer Vorgang angestoßen. Dieser ausgelöste Induktionsstrom wird elektronisch erfasst und anschließend ausgewertet. So kann der Zeitabstand gemessen werden, wann sich das Fahrzeug auf welcher Spule befand, wodurch sich wiederrum durch eine Weg-Zeit-Berechnung die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ableiten lässt.

Das Besondere an dieser Methode: Es wird ermittelt, wann sich ein Fahrzeug an welcher Stelle befand; und das muss nicht zwingend ein Auto sein – auch Fahrradfahrer können beim Überfahren einer roten Ampel erwischt werden.

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Induktionsschleifen im Boden

Section Control

Diese Geschwindigkeitsmessung beruht auf einer „Abschnittskontrolle“ – es erfolgt also keine Momentaufnahme, wie bei den meisten anderen Methoden, die viele Autofahrer ja auch als „unfair“ ansehen. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon drohen Bußgeld und Punkte in Flensburg.

Section Control überwacht das Fahrverhalten über einen bestimmten Streckenabschnitt. Es werden also mehrere Blitzer über eine bestimmte Strecke (alle 3-5 km) installiert, die die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeuges ermitteln.

In Deutschland wird diese Methode bisher noch nicht eingesetzt; lediglich zu Testzwecken haben einige Bundesländer diesen Verfahren genutzt. Bei einigen unserer europäischen Nachbarn ist es jedoch bereits in Betrieb.

Lasermessung

Wird ein Autofahrer mit einer Laserpistole „geblitzt“, fällt es ihm gar nicht auf; denn die Strahlen der Laserpistole sind für das bloße Auge gar nicht wahrnehmbar. Häufig werden nach dem Feststellen der Geschwindigkeitsüberschreitung die Übeltäter direkt angehalten und mit ihrem Verstoß konfrontiert.

Wie auch immer die Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt wird: Bußgeld, Punkte in Flensburg und vielleicht sogar ein Fahrverbot sind ärgerlich – und vermeidbar. Das sollten wir nicht vergessen!

 

Fotoquellen:
Radarfallen: Manfred Angermayr/iStock/Thinkstock
Induktionsschleifen: Wikimedia – Wolf Meusel

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