2015 Dodge Charger SRT – Fahrbericht

Die pure Unvernunft. Ich bin für einen Tag den neuen Dodge Charger SRT gefahren. Der Tankwart hat sich gefreut und auch ich habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.

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6,4 Liter V8, 492 PS, 644 Nm – ein NEFZ Verbrauch von mindestens 15,5 Liter. Geschaltet über eine 8 Gang Automatik geht die Kraft auf die Hinterachse und dort radieren die 275er Breitreifen dann gerne auch erst einmal den Asphalt trocken bevor es nach vorne geht.

OHNE Gefühl im Gaspedal, wird der 5,10 m lange und mindestens 2 Tonnen schwere Dodge Charger SRT 392 zur Waffe. Von 0 auf 100 km/h – im besten Fall innerhalb von 4,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt zunächst bei Tempo 250 – zieht man die Sperre sind auch Tempo 282 drin.

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Eine gute Bremsanlage ist hier Pflicht! Beim Dodge Charger SRT 392 kommt eine 6 Kolben High-Performance-Bremsanlage von Brembo zum Einsatz und damit auch wirklich jeder weiß, dass die kraftvoll zubeissen kann, ist diese in rot lackiert.

Das Fahrwerk? Kommt von Bilstein! Es ist ein adaptives Fahrwerk, welches die Einstellungen Street, Sport oder Track erlaubt. Track natürlich für die Rennstrecke, Sport geht auch auf der Straße aber glaubt mir, der Rücken wird euch danken, wenn ihr auch mal im Street-Modus fahrt.

Bei 4° Grad Außentemperatur habe ich mich sogar über das beheizte Lenkrad gefreut. Der Amerikaner ist – wie gewohnt – gut ausgestattet: So gibt es Xenonscheinwerfer, LED-Nebelscheinwerfer, eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, Sitzheizung und Belüftung vorne, Sitzheizung hinten, Ledersitze mit Alcanara-Einsätzen, eine Einparkhilfe und auch eine Rückfahrkamera.

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Tja, hier könnte man sich denken, dass die da noch einen alten Röhrenbildschirm verbaut haben, die Qualität von der Rückfahrkamera ist wirklich so richtig schlecht, aber wer will im Dodge Charger SRT schon nach hinten sehen?

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Dann doch lieber die flotte Fahrt genießen und wenn der tolle V8-Klang nicht gefordert ist, dann darf die Soundanlage mit 276 Watt die Trommelfelle massieren.

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Unter uns? Ich liebe den alten Dodge Charger, ich habe sogar eine beträchtliche Sammlung von Hot Wheels im Maßstab 1:64. Den neuen, mochte ich nie auf den ersten Blick, doch nach der ersten Fahrt – nach den ersten Metern, da wusste ich – das ist dieses Gefühl von amerikanischer Freiheit, das ist ein ganz anderer Lebenstil, das wäre mein Auto.

Doch dann kommt die Vernunft und der Kopf entscheidet schon wieder über das Herz.

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Du blickst raus auf die Straße, siehst die Hutze von deinem Motor, da sonst vermutlich der 6,4 Liter V8 HEMI nicht darunter gepasst bzw. nicht genug Frischluft bekommen hätte.

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Du musst nicht schnell fahren, aber du weißt, dass du es kannst. Dabei hast du vier Türen, 5 Sitze und sogar noch einen Kofferaum. Am Heck gibt es ein wunderschönes LED Leuchtband, an der Front kleine Scheinwerfer, die den Wagen einfach aggressiv aussehen lassen und die 20″ Schmiederäder stehen dem Dodge Charger besser als mir ein Maßanzug.

Natürlich ist der Dodge Charger SRT nicht perfekt. Er ist auch Welten von dem Einheitsbrei aus Deutschland entfernt, vor allem was die Haptik betrifft, aber gerade das macht den Amerikaner doch so sympathisch.

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Er fährt sich richtig gut, die Automatik könnte die Gänge etwas schneller wechseln, die Lenkung gegebenenfalls noch etwas direkter sein, aber für einen Amerikaner (und wer schon mal einen gefahren ist, der weiß wovon ich hier spreche) fährt er sich richtig gut, so gut sogar, dass ich mir überlegt habe, ob so ein Fahrzeug nicht auch etwas für unsere Familie wäre… Platz für 4 Personen? Kein Problem.

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Der Kofferraum ist auch geräumig genug, aber etwas zerklüftet. Die Ladekante stört, aber es passen Getränkekisten und sogar ein kompletter Auto-Blogger hinein. Ich würde, dank Hijacking-Funktion, sogar wieder selbstständig hinausklettern können.

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Gut, was müsste ich denn – hier in Deutschland – für so einen Dodge Charger SRT auf den Verkaufstresen legen? 69.900 Euro inkl. Homoligation, Import, Garantie und EU Navigationsmaterial. Zu teuer? Der 3.6 Liter V6 startet ab 52.900 Euro!

Ihr wollt einen Dodge Charger SRT Hellcat? Dann sind 94.900 Euro fällig. Dafür bekommt ihr ein Auto, welches so vermutlich nicht in der Nachbarschaft herumfährt, ein Fahrzeug, was auffällt und das nicht einmal unbedingt negativ.

Ein Fahrzeug, welches mir im grauen Alltag ein paar schöne Momente geschenkt hat, dem Tankwart auch – denn ich hab gut und gerne 19 Liter auf 100 km durch die Brennräume geschickt und das ist sicherlich auch ein Grund, warum der Dodge Charger nicht für immer hier vor der Tür stehen wird.

Dazu kommt natürlich noch die Tatsache, dass 275er 20″ Reifen nicht gerade günstig sind und hier vermutlich einige Sätze in Rauch aufgehen würden.

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Kennt ihr dieses Gefühl, wenn es bei der Beschleunigung im Bauch kribbelt? Manche sprechen da auch von Liebe auf den ersten Blick. Bei mir war es wohl der zweite, was für ein geiles Geschoss.

Wer nun denkt, dass es total kompliziert und schwierig ist, in Deutschland einen Dodge zu kaufen, der irrt gewaltig. Dodge Fahrzeuge kann man bei diversen Händlern bekommen. Ein Händlerverzeicnis findet man z.B. auf aecorp.com.

Von ihnen haben wir auch das Fahrzeug für das Review bekommen. Ein Klick auf die Seite und ihr seht selbst, dass es leichter ist, an einen Dodge zu kommen als an einen Infiniti und der Dodge ist definitiv auffälliger.

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