2015 Mitsubishi L200 – Lifestyle Pick Up oder echter Lastesel?

„Bevor ich mir einen SUV kaufe, kaufe ich mir lieber einen Pick-Up“ – bereits nach der Probefahrt mit dem VW Amarok konnte ich diese Grundeinstellung noch einmal festigen. Jetzt, nach den Probefahrten mit dem Mitsubishi L200 bin ich mir da sogar ziemlich sicher.

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Klar, so ein Fahrzeug kauft man sich in der Regel nicht als Privatfahrzeug. Kommunen kaufen sich einen Pickup, Handwerker, Landwirtschaft, Fortwirtschaft, Pferdefreunde. Alle, die ein Arbeitstier brauchen, aber keinen Esel halten dürfen.

Ihr braucht einfach nur einen Grund, der für den 2015 Mitsubishi L200 spricht? Der kann (optional) bis zu 3,5 Tonnen ziehen! Trumpf!

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Der Mitsubishi L200 wurde nun überarbeitet, zeigt sich mit einem frischen Gesicht und einem sehr ansehlichen, aber gleichzeitig robusten Innenraum.

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Gefahren bin ich den L200 mit dem 2,4 Liter Diesel, die Schaltarbeit habe ich mir von der 5-Stufen-Wandlerautomatik abnehmen lassen. Ich konnte mich also während der Fahrt voll und ganz darauf konzentrieren, dass ich mit dem 5,20 Meter langen L200 nichts überrolle.

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War das Interior vom eigenen Vorgänger eher noch eine Zeitreise in die japanische Automobil-Welt der 80er Jahre, erinnert der neue Mitsubishi L 200 eher an einen PKW. Das Lenkrad lässt sich, genauso wie der Fahrersitz, gut einstellen. Die Sitze sind bequem und man sitzt über allen anderen.

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Fahrer und Mitfahrer haben ausreichend Platz, allerdings gibt es im Innenraum keine Ablageflächen, bzw. Haken für Jacken. Die müssten dann auf die Ladefläche, ärgerlich wenn die keine Abdeckung hat. Die gibt es aber optional, genauso wie einen Aufbau. Den L200 gibt es als Club- oder als Double-Cab, sprich als Doppel-Kabine.

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Der 181 PS (133 kW) starke Diesel überzeugt nicht nur mit seinem hohen Drehmoment, sondern auch mit der Laufkultur. Die Kraft geht über das permanente Allradsystem (inkl. Mitteldifferenzial) auf alle vier Räder. Optional kann man den Mitsubshi L200 auch ausschließlich über die blattgefederte, starre Hinterachse antreiben lassen.

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Guter Punkt: Das Fahrwerk! Den Blattfedern hat der L200 die hohe Zuladung zu verdanken, aber natürlich auch das Fahrverhalten. Auf richtig schlechten Fahrbahnen kann er schon mal etwas aufschaukeln, aber ein L200 ist kein Rennwagen, auch nicht wenn er locker Tempo 180 km/h schafft.

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Begeistert hat mich die Qualität der Rückfahrkamera. Das Infotainment-System bietet neben DAB+ auch ein Navi. Die Sprachausgabe ist bei Mitsubishi immer wieder „lustig“, denn das Navi scheint die Route selbst hinterfragen zu wollen, achtet da mal bei einer Probefahrt drauf. Es navigiert aber gut und fehlerfrei.

Nice to have: Keyless-Go, Tempomat, Zweizonen-Klimaautomatik.

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Genervt war ich etwas vom Spurhalteassistent, den kann man aber auch schnell ausschalten. Nicht benötigt habe ich die Schaltwippen. Der L200 verfügt über einen Berganfahrassistenten und dank dem Allradantrieb und der höheren Bodenfreiheit (20,5 cm), kann man sich mit dem auch schon mal im Gelände blicken lassen.

Leer bringt er etwas über 2 Tonnen auf die Waage, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 2,91 Tonnen. Die Zuladung liegt so, ausstattungsabhängig, bei ca. 883 kg.

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Was kostet der Mitsubishi L200? Nun, so wie ich ihn nun gefahren bin, komme ich auf einen Basispreis von ca. 40.290 Euro, dafür habe ich hier aber auch die Top-Ausstattung. Los geht es ab 26.290 Euro mit der 154 PS starken Basis-Motorisierung als Club-Cab.

So, was verbraucht so ein Mitsubishi L200? NEFZ sagt 7,2! Ich sage: Passt!

Klar, wer den L200 mit Vollgas über die Autobahn scheucht, der wird den Verbrauch in die Höhe schrauben. Allerdings scheucht man einen Esel ja auch nicht über eine Pferderennbahn, oder? Dank dem 75 Liter großen Tank, muss man den Tankwart allerdings auch nicht häufiger sehen als mit einem Kleinwagen.

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Was ich vermisse beim neuen Mitsubishi L200, was der Vorgänger noch hatte? Die versenkbare Heckscheibe. Die wurde wegrationalisiert. Echt schade, denn die war, neben der hohen Anhängelast und dem Lifestyle-Pickup-Look, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Was schreiben die anderen Onliner über den Mitsubishi L200?

Bjoern Habegger: „Mitsubishi hat mit dem neuen L200 ein Arbeitstier im Portfolio, dessen Überarbeitung echte Werte gebracht hat. Bei den Assistenzsystemen gibt es nun auch eine Anhänger-Stabilisierung, einen Spurverlass-Warner und mit sieben Airbags packt der L200 erfolgreich auch das Kapitel Sicherheit mit ein. Dass man sich zusätzlich auch noch die Rückfahr-Kamera gönnen kann und an der Front Bi-Xenon-Scheinwerfer die Nacht erleuchten – ein weiteres Top-Argument für den „echten Handwerker“ in uns – auch wenn es doch nur zum Akku-Schrauber-Benutzer reicht.“

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Thomas Majchrzak möchte man zunächst nicht mehr für voll nehmen, umschreibt er das von mir erwähnte Aufschaukeln wie folgt: „Über Straßen und Autobahn schwebt der Mitsubishi L200 dank seiner immensen Federwege, er schaukelt ein wenig nach, das ist wirklich ein witziges Fahrgefühl.“ Und auch mit der Aussage, „Wer moderne Pkw-Technik will und ein leicht zu rangierendes Gefährt sucht, der liegt sicher falsch.“ liegt er meiner Meinung nach falsch. Denn durch die Assistenz-Systeme, durch das Infotainmentsystem, durch die Rückfahrkamera und den 7 Airbags verfügt der Mitsubishi L200 über zahlreiche Features, die man in manchen PKW vermisst.

Gut, beim Fazit stimme ich dann überein: „Er bietet ein Design-Alleinstellungsmerkmal und fällt gerne im Straßenverkehr auf.“ – Thomas ist übrigens das Vor Facelift-Modell gefahren, eventuell hat sich der L200 ja inzwischen auch dermaßen verbessert, dass ich Thomas hier Unrecht tue.

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Ist so ein Pick Up eigentlich ein Männer-Auto? Nele Korn: „Der L200 ist ein typisches Männerauto. Doch wer sagt eigentlich, dass nur Männer Pick-ups fahren dürfen. Bier trinke ich ja auch gern aus der Flasche. Auch wenn das Frau eigentlich nicht tut. Die Nachbarn werden wohl auch komisch schauen. Sei’s drum. Ich hab mich verliebt. Doch vorher gilt noch meine bessere Hälfte zu überzeugen. Und das geht bestimmt auch über den vernünftigen Preis.“

Tom Schwede ist auch den Vorgänger gefahren, da war auch schon klar: „Wer einen automobilen Lastesel sucht, muss den Mitsubishi L200 fast zwangsläufig in die engere Wahl ziehen. Im Innenraum bietet der Pickup erstaunlich viel Komfort. Das kommt den Insassen auf langen Strecken entgegen. In der Stadt hilft der für die Fahrzeugklasse geringe Wendekreis von 11,80 Metern von Bordstein zu Bordstein.“

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Peter Pölzlbauer fasst noch mal kurz zusammen: „Die Highlights des neuen Mitsubishi Pick Up-Modells sind der neue 2,4 Liter Clean Diesel mit 113kW/154PS oder 133kW/184PS mit bis zu 430Nm Drehmoment und CO2-Werte ab 169 g/km. Der Antriebsstrang beginnt mit der neuen 6-Gang Schaltbox oder der neuen 5-Stufen-Automatik in Kombination mit dem „Super Select 4WD“ Allradsystem mit Mitteldifferential & Geländeuntersetzung plus einer 100 % HA-Differentialsperre.“

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