Wie lese ich die TÜV-Plakette?

Jedes Auto muss regelmäßig zum TÜV. Doch was genau wird bei der Hauptuntersuchung inspiziert, in welchem Turnus findet sie statt und was sagt die farbige Plakette auf dem hinteren Kennzeichen aus? Fragen über Fragen, die ich klären möchte:

Zuallererst aber einmal die Frage nach dem Ursprung. Warum heißt der TÜV TÜV, meint aber eigentlich die Hauptuntersuchung (HU)?

TÜV steht für Technischer Überwachungs-Verein. Dabei handelt es sich um eingetragene Vereine, die technische Sicherheitskontrollen vornehmen und dafür vom Staat autorisiert sind. Die bekannteste Untersuchung ist die HU. Da der TÜV bis vor kurzem noch ein Monopol auf die Hauptuntersuchung hatte, hat sich über Jahre der umgangsprachliche Ausdruck „das Auto muss durch den TÜV“ etabliert.

Wer muss wann zum TÜV?

Zum TÜV bzw. zur Hauptuntersuchung muss fast jeder fahrbare Untersatz:

Bei PKWs steht der TÜV normalerweise alle zwei Jahre auf dem Plan; die erste Untersuchung beim Neuwagen ist allerdings erst drei Jahre nach der Erstzulassung fällig.

Motorräder müssen auch alle zwei Jahre inspiziert werden und Fahrzeuge, die zur Personenbeförderung eingesetzt werden wie Busse, Mietwagen oder Taxen werden sogar einmal jährlich genau unter die Lupe genommen.

Von der TÜV-Pflicht ausgenommen sind Fahrzeuge mit roten Kennzeichen wie beispielsweise Oldtimer oder Händlerfahrzeuge und Bundeswehr- und Bundespolizeiautos.

Was wird beim TÜV untersucht?

Die sogenannte Hauptuntersuchung konzentriert sich auf die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs, nicht auf dessen Betriebssicherheit!

In erster Linie wird das Auto also oberflächlich angeschaut, Motor oder technische Systeme werden nicht untersucht. Fokus ist hier klar der Blick von außen und von unten.

Reifen, Profiltiefe und die Karosserie werden auf Gebrauchsspuren und Schäden untersucht. Und mit Hilfe einer Hebebühne wird das Fahrzeug dann auch von unten genauestens auf Mängel inspiziert.

Kosten TÜV – Bußgelder

Auch wenn die Hauptuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben ist, wird sie nicht von staatlichen Behörden vorgenommen. Stattdessen hat man als Autofahrer die Auswahl zwischen verschiedenen Prüforganisationen wie den TÜV-Verbänden (beispielsweise TÜV Nord, TÜV Rheinland, TÜV Hessen etc.) oder der Dekra und natürlich den Autowerkstätten.

Hier lohnt es, Preise einzuholen und zu vergleichen, zum Teil gibt es da doch erhebliche Preisunterschiede. Normalerweise liegen die Kosten zwischen 75 und 120 Euro.

Achtet darauf, dass ihr eure Fristen einhaltet, Überziehen kostet! Wenn man die HU vergisst und die Frist um mehr als zwei Monate überzieht, ist nämlich ein Bußgeld fällig. Je nachdem wie lange der Termin zurückliegt, müssen zwischen 15 und 25 Euro bezahlt werden.

Nach acht Monaten werden 60 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Da die untersuchenden Techniker bei der verspäteten Prüfung genauer hinsehen, ist sie bis zu 20 Prozent teurer.

Mängel?

Noch teurer wird es, wenn gravierende Mängel gefunden werden, denn diese erheblichen Mängel müssen innerhalb eines Monats behoben werden. Es steht also erst zeitnah eine Reparatur ins Haus und dann muss das Fahrzeug nochmal zum TÜV, in der Hoffnung, dass es dieses Mal durchkommt.

Dazu kommt noch eine Gebühr für die Nachprüfung. Wenn die Nachprüfung versäumt und nicht innerhalb von 4 Wochen vorgenommen wird, fällt außerden noch ein Verwarngeld ein.

Wenn (dieses Mal) keine Mängel gefunden wurden, dann ist alles gut. Es gibt eine Prüfbescheinigung (die man am besten immer im Auto mit sich führt), einen Stempel im Fahrzeugschein und eine neue TÜV-Plakette für das hintere Kennzeichen.

Wie lese ich die TÜV-Plakette?

Die Plakette für das hintere Kennzeichen zeigt auf wenig Platz viele Infos:

Ins Auge sticht zuerst einmal die Farbe. Sie gibt das Jahr der nächsten Hauptuntersuchung an. In der Mitte ist das Jahr auch nochmal angedruckt.

Im äußeren Kreis sind die Monate angezeigt. Der Monat, in dem der TÜV fällig ist, ist immer die nach oben zeigende Zahl.

Wie wird die TÜV-Plakette gelesen?

Unter den Kollegen hab ich mich mal umgehört und da ist es dem einen schon passiert, den TÜV-Termin verschlafen zu haben – da wurde dann die Nachzahlung fällig!

Der merkt sich nun die Farbe und Angaben der TÜV-Plakette!

Wie gehts euch mit eurem TÜV? Habt ihr ihn schon mal vergessen?

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