Toyota Mirai – Sauberes Auto mit Brennstoffzelle

Auf der diesjährigen NAIAS in Detroit und auf der IAA stellte Toyota den Mirai vor. Ein Auto, das auf den ersten Blick polarisiert. Unverständlicherweise gibt es Menschen in meinem Bekanntenkreis, die diesen Wagen schön finden. Mir gefällt er gar nicht, aber ich möchte ihn auch nicht unter Design-Gesichtspunkten betrachten, sondern wegen seiner besonderen Technik.

Toyota Mirai - Auto mit Brennstoffzelle

Das Prinzip

Es hört sich ganz einfach an: In rund drei Minuten wird Wasserstoff mit etwa 700 bar in zwei Tanks des Mirai gepumpt. Im Fahrbetrieb wandelt eine Brennstoffzelle den Wasserstoff in elektrische Energie um. Die wird in einer Batterie zwischengespeichert und treibt den Motor an. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

Eine Tankfüllung reicht für 500 Kilometer und sorgt damit für Alltagstauglichkeit. Das größtes Manko der reinen E-Autos mit einer Reichweite von 100 bis 200 Kilometern ist damit beseitigt.

Das zweite Manko der Elektroautos teilt er allerdings: Der Preis für den Mirai liegt ersten Ankündigungen zu Folge bei über 78.000 Euro. Ein Betrag, den wohl nur Enthusiasten oder Firmenfuhrparks zahlen können/werden.

Wo tanken?

Der wirkliche Knackpunkt bei diesem Wagen dürfte allerdings die Infrastruktur sein, die er benötigt. Wer über eine mangelnde Verbreitung von Strom-Tankstellen schimpft, sollte am besten gar nicht erst über Wasserstoff nachdenken.

In Deutschland gibt es heute ganze 17 Wasserstoff-Tankstellen. Das relativiert die Reichweite deutlich. Für mich, der ich in der Nähe von Wiesbaden wohne, liegt die nächste Tankstelle in Frankfurt Höchst. Das sind 20 Kilometer für die einfache Strecke.

Eine Fahrt nach Berlin – rund 550 Kilometer – wäre schon ein Abenteuer, denn auf dieser Route liegt keine Tankstelle. Somit ist die Reichweite immer noch zu gering, um für den Alltag Sinn zu machen.

Toyota Mirai - Auto mit Brennstoffzelle

Toyota bewirbt den Wagen als die erste Wasserstoff-Limousine in Großserie. Die Betonung liegt auf Großserie, denn das Thema Brennstoffzelle ist nicht neu.

Seit Jahren forschen Automobilhersteller an der Erschließung des Wasserstoffs als Energiequelle für den emissionsarmen Antrieb von Automobilen. Einige, darunter Mercedes, BMW und VW haben Prototypen vorgestellt, aktuell gibt es jedoch nur zwei Fahrzeuge zu kaufen. Dies ist neben dem Toyota der Hyundai ix35 Fuel Cell.

Wer sich für die Geschichte des Wasserstoffantriebs interessiert, sollte das Museum Autovision in Altlußheim besuchen. Hier erfahrt ihr was der Unterschied zwischen Heißverbrennung & Kaltverbrennung ist und warum sich dieser Antrieb noch nicht durchsetzen konnte. Hier findet ihr die Eindrücke von Fritz Museumsbesuch.

 

Bilder: Toyota Deutschland

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