Sicherheit im Automobilbau – Folge 6 – aktive Sicherheitssysteme

Dr. Michael Hafner, Leiter Fahrerassistenzsysteme und Aktive Sicherheit bei der Daimler AG spricht im heutigen Teil unserer Sicherheits-Aktion über die aktiven Sicherheitssysteme, über die autonome Bremsung, die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer und auch über die Schwachstellen der derzeitig verbauten Systeme.

Koert Groeneveld hatte uns ja bereits im ersten Video der Sicherheits-Reihe die Unterschiede zwischen passiven und aktiven Sicherheitssystemen erklärt. Hier gibt es nun also noch ergänzende Informationen zu dem oben im Video angesprochenen Assistenzsystem, welches unter Umständen mehr als nur ein Menschenleben retten kann:

Was sind eigentlich aktive Sicherheitssysteme? Systeme die aktiv eingreifen können, so z.B. bremsen oder sogar lenken. Doch woher bekommen die Systeme ihre Informationen? Woher wissen die Systeme, was sie tun müssen?

Der Schlüssel sind Sensoren! Sensoren, die das (fast) komplette Fahrzeugumfeld im Blick haben und mögliche Gefahren blitzschnell erkennen, bilden den Kern des Assistenzsystems.

Hier gibt es Radarsysteme, aber auch die Stereokamera. Ein Fernradar unter dem Kühlergrill tastet die Szenerie vor der Fahrzeugfront mit einem Öffnungswinkel von 18° bis zu einer Reichweite von aktuell 200 m über bis zu drei Fahrspuren ab. Zusätzlich bietet dieses Radar-Modul eine zusätzliche Erkennung im sogenannten Mittelbereich, die bei 60° Öffnungswinkel rund 60 m weit reicht.

sicherheit-teil-6-header-gross

In der Stoßstange befinden sich noch zwei weitwinklige Nahbereichssensoren mit einem Blickfeld von 80° und einer Reichweite von 30 Meter. Dazu kommt noch die Stereokamera, welche nicht nur die anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch Schilder sieht. Das System warnt die Autofahrer vor zu geringem Abstand und unterstützt diese auch bei Notbremsungen.

Auch an die nachfolgenden Fahrer haben die Entwickler gedacht, so gibt es adaptive Bremsleuchten, die bei einer Notbremsung, welche durch das Auto eingeleitet wurde, in rascher Folge zu blinken beginnen. Falls das Radarsystem am Heck erkennt, dass das nachfolgende Fahrzeug nicht schnell genug verzögern kann, dann wird das eigene Auto festgebremst, um die Risiken eines Schleudertraumas, aber auch schlimmere Unfälle zu vermeiden.

Die Sensoren können aber noch viel mehr, z.B. die Spur halten, dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen, den toten Winkel im Blick haben… und ohne diese Sensoren, ohne die Radar- und Kamera-Systeme und ohne die Entwicklungsarbeiten bzw. Fortschritte der letzten Jahren würden wir doch heute noch gar nicht über das Thema „autonome Automobilität“ reden.

Erst durch die (immer besser werdende) Technik sind wir dazu in der Lage. Die Zukunft bleibt spannend und vor allem wird sie sicher.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: