Sportwagen der Woche: 2016 Lexus GS-F Fahrbericht

Ich hatte es ja angekündigt, dass der Dezember bei uns hier etwas sportlicher wird. Fangen wir also direkt an mit einem ganz besonderen Fahrzeug. Dem Lexus GS-F!

Das Antriebskonzept des im Januar 2016 auf den Markt kommemden Lexus GS-F ist mittlerweile echt selten geworden, er ist nämlich ein Sauger.

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Der 5,0 Liter V8 hat 477 PS (bei 7.100 Umdrehungen pro Minute), die allerdings nicht am Sound zu erkennen sind, denn der V8 klingt recht zurückhaltend. Im Vergleich zur Konkurrenz von Mercedes-Benz und BMW ist der sonore Klang von Motor und Abgasanlage nicht so schön, obwohl mehr Hubraum und ein Sound-Aktuator zur Verfügung stehen.

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Der 5,0 Liter V8 entwickelt ein maximales Drehmoment von 527 Nm und zwar zwischen 4.800 und 5.600 Umdrehungen pro Minute. Ausgedreht ist der V8 erst bei 7.300 Umdrehungen pro Minute.

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Die oben erwähnten Mitbewerber haben hier dank Turboaufladung etwas mehr zu bieten und sind gegebenenfalls auch etwas schneller. Der Japaner schafft den Standardsprint innerhalb von 4,6 Sekunden, Schluss ist bei 270 km/h.

Der Durchschnittsverbrauch soll bei 11,2 Litern auf 100 Kilometer liegen, natürlich nur bei Fahrten ohne Bleifuß. Wir konnten das Fahrzeug auf einem Flugplatz fahren, ausserhalb von öffentlichen Straßen, daher auch ohne Zulassung (nur für diejenigen, die mal etwas genauer auf die Kennzeichen schauen).

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Wie erwartet ist das Fahrverhalten gut, die direkte Lenkung mit elektrischer Servolenkung gibt eine gute Rückmeldung. Das Fahrwerk lässt den Lexus auch bei schnell durchfahrenen Kurven kompakt und agil wirken.

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Die 8-Gang Automatik sollte im Sport S-Modus sein, da sie sonst zu schnell hochschaltet, was natürlich den Spaß nimmt. In diesem Modus werden auch die Informationen des G-Sensors verarbeitet, so dass theoretisch beim harten Anbremsen in einer Kurve das Getriebe automatisch zurückschaltet, den niedrigen Gang in der Kurve hält und am Kurvenausgang die passende Übersetzung wählt.

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Im Sport S+-Modus können die Gänge auch höher gezogen oder es kann bei höheren Drehzahlen zurückgeschaltet werden. Obwohl viele Rennsport-Komponenten wie Sachs-Dämpfer und ausreichend dimensionierte Brembo Bremsen verbaut sind, ist mir der GS-F fast schon zu schade (und auch etwas zu schwer) für die Rennstrecke. Auf der Landstraße und der Autobahn kann man schon genug Spaß mit ihm haben und er ist durchaus alltagstauglich!

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Das Lexus Torque Vectoring Differential (TVD) verfügt über drei Betriebsmodi vom Standard-Modus über den Slalom-Modus bis hin zum Track-(Rennstrecken)modus. Die Kombination aus Mehrscheibenkupplung und Planetenradsatz gibt das richtige Antriebsmoment zum richtigen Zeitpunkt an die passenden Räder, ohne einen Bremsimpuls.

Es gibt viele Assistenzsysteme, die einem das Fahren optional leicher machen können. Die Fahrdynamik-Assistenzssysteme wie ABS, VSC und TRC lassen sich in drei verschiedenen Modi scharf schalten. Hier gibt es den normalen Fahrmodus, den Sport-Modus und den Expert-Modus (ohne Traktionskontrolle).

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Für das notwendige Überholprestige sorgt die scharfe Optik: In der Frontansicht machen der große Kühlergrill und die scharf gezeichneten Formen der Scheinwerfer schon richtig was her.

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Am Heck beeindrucken der Diffusor, der Spoiler aus Carbon und die 4-Rohr-Abgasanlage. Die knapp 4,92 Meter lange Limousine unterscheidet sich besonders dadurch von einem reinrassigen Sportwagen, dass 4 bis 5 Passagiere ausreichend Platz haben und zusätzlich noch 520 Liter Gepäck hineinpassen. Das Leergewicht von 1,8 Tonnen spürt man allerdings am Kurveneingang, wobei die Assistenzsysteme dem Fahrer größtmögliche Sicherheit bieten.

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Für einen Basispreis von 99.800 Euro bekommt man einen fast voll ausgestatteten Lexus GS-F. Als Option stehen dann noch das Schiebedach und die Sportsitze für die Fondpassagiere in der Preisliste.

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Kein Schnäppchen, keine Frage, aber wer eine Alternative zu den üblichen Verdächtigen sucht, der wird nun auch im Lexus-Regal fündig und findet dort definitiv einen lebenden Dinosaurier, denn ich glaube nicht, dass es noch lange freisaugende Motoren in der Leistungsklasse geben wird.

Was schreiben die anderen Onliner über den 2016 Lexus GS-F?

Axel Griesinger: „Verblüffend handlich und das ist sicherlich die größte Überraschung am GS-F, aber auch eine erklärbare. Zum einen ist der Viertürer deutlich leichter, als die erwähnten schwäbischen und bayerischen Sportlimousinen und zum anderen ist der GS-F nur knapp 30kg schwerer als das deutlich kleinere RC-F Coupé mit dem gleichen Antriebsstrang. Beiden gemein ist somit auch das feine Torque Vectoring Differential.“

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Bjoern Habegger: „Dass man sich an Bord des GS-F wohlfühlen kann, daran gibt es keinen Zweifel. Die Verarbeitung des Lexus ist auf Premium-Oberklasse Niveau, ebenso wie der Fahrspaß. Dass man weder an Sound noch Entertainment an Bord spart, es erfreut die paar GS-F Käufer, die man finden wird. Sicherlich. Die paar? Ist das abwertend? Nein. Lexus ist im allgemeinen eine Wahl für Menschen, die anders denken. Premium ja. Aber bitte nicht BMW. Der GS-F ist noch einmal spezieller. Ein Auto für Menschen mit der Suche nach Emotionen. Zugleich aber bitte außergewöhnlich. Und das bringt Lexus im GS-F zusammen. Ja, die Turbo-Motoren der Marktbegleiter haben mehr „bumms“ – aber dieses launige, unmittelbare, fast telepathische Ansprechen des Motors auf das Gaspedal, dieses derbe bis 7.600 Umdrehungen brüllen, das können nicht viele.“

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