Das zeigen die Automobil-Hersteller auf der CES 2016 – Teil 1

Herzliche Grüße aus Las Vegas! Normalerweise sagt man ja: „Was in Las Vegas passiert, bleibt auch in Las Vegas.“ Dieses Mal muss ich dieses ungeschriebene Gesetz allerdings brechen, denn ich muss euch einfach berichten was die Automobilhersteller auf der CES, also der Consumer Electronic Show, so alles präsentieren.

BMW

BMW und Mercedes-Benz verweigern den Kunden ja in vielen Fällen den Touchscreen. Klar, die Verschmutzung des Bildschirmes passt einfach nicht zum Premium-Anspruch. Aus dem Grund arbeitet BMW nun auch an der Erweiterung der Gestensteuerung, die man gegen Aufpreis ja schon im 7er BMW bekommen kann.

Über Sensoren soll nun eine dreidimensionale Steuerung möglich sein. Alle Funktionen können mit der flachen Hand gesteuert werden, da muss man in Zukunft ja nur aufpassen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer die Handbewegungen nicht falsch verstehen. BMW hat aber noch mehr zu bieten, doch dazu am Freitag mehr.

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Chevrolet

Die Marke Chevrolet gibt es in Deutschland nicht mehr und auch in den USA hat es der Hersteller gerade schwer, denn der Chevrolet Bolt wird in Zukunft anders heißen müssen, da Yamaha sich die Namensrechte gesichert hat.

Aber Namen sind auch nicht so wichtig, denn der Chevrolet Bolt könnte sich zu einem richtig gutem Elektrofahrzeug mausern: Die Reichweite des Chevrolet Bolt soll bei ca. 350 Kilometern liegen.

Der Preis? Man spricht derzeitig hinter der vorgehalten Hand von knapp 30.000 Dollar, ab Ende 2016 soll der Chevrolet Bolt (der bis dahin hoffentlich einen neuen Namen hat) in Michigan produziert werden.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir den Chevrolet Bolt auch in Deutschland als Opel zu fahren bekommen, schließlich gab es den Chevrolet Volt ja auch als Opel Ampera, auch wenn der damals seiner Zeit etwas voraus war. Namensvorschlag? Opel Blitz!

Faraday Future

Faraday? Autos? Noch nie gehört? Nun, der faradaysche Käfig kann Blitze ableiten und das was Faraday nun zeigt, ist eine kleine Evolution: Ein Elektro-Sportwagen mit 1.000 PS.

Da sagt das Herz „Juchu“ und der Verstand schüttelt den Kopf, wissen wir doch z.B. seit dem Mercedes-Benz SLS Electric Drive, dass viel Leistung auch auf die Reichweite geht, viel Reichweite braucht viel Akku und somit auch viel Gewicht.

Der FFZero1 wird, ganz ähnlich wie auch der SLS Electric Drive, mit vier Elektromotoren angetrieben. In unter 3 Sekunden von 0 auf 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h sind somit eigentlich nur obligatorisch.

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Es werden aber Traumwerte bleiben, denn ich gehe nicht davon aus, dass der FFZero1 so gebaut wird. Dennoch, Faraday sollte man weiter im Blick haben, denn das modulare Plug & Play Konzept ist gar nicht so unklug, aber auch nichts neues.

Der Newcomer auf der automobilen Bühne plant ca. 750 Mitarbeiter einzustellen, außerdem ein Werk in den USA, man will nicht weniger als eine Millarde Euro investieren und wenn man sich diejenigen anschaut, die hinter dem Projekt stehen, dann findet man zahlreiche Mitarbeiter von Tesla und BMW.

Warten wir also ab, was da so auf uns zukommt Über einen Kleinwagen mit Elektroantrieb und einer entsprechenden Reichweite hätte ich gejubelt, so allerdings muss ich eher den Kopf schütteln.

Dass das Fahrzeug von Faraday, welches eher an ein GranTursimo 6 Fahrzeug, bzw. an eine alte Studie von Mercedes-Benz erinnert, modular aufgebaut und stark vernetzt ist, versteht sich von selbst. Ein autonomer Fahrmodus ist natürlich auch geplant.

Apropos Planung, vor 2020 sehe ich hier kein Fahrzeug auf der Straße, egal ob nun vernünftiger, attraktiver Elektro-Kleinwagen mit großer Reichweite zum bezahlbaren Preis oder unvernünftigen Super-Sportwagen.

Ford

Ich darf gestehen, ich bin kein großer Freund vom Infotainment-System von Ford, dennoch gibt es ca. 15 Millionen Fahrzeuge, die mit der SYNC-Technolgie unterwegs sind und in den nächsten Jahren soll sich diese Zahl verdreifachen.

SYNC-3 bekommt ein Update, darin enthalten ist dann Apple Car Play, Android Auto und Remote Funktionen. Eingeführt wird das neue SYNC 3 Infotainment System vermutlich Ende 2016 in Europa.

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Mercedes-Benz

Mercedes-Benz zeigt das (uns) schon bekannte Showcar „Concept Intelligent Aerodynamic Automobile“ und gibt darüber hinaus noch ein paar Details zu der neuen Mercedes-Benz E-Klasse raus.

Uns ist bewusst, dass von der neuen Mercedes-Benz E-Klasse inzwischen zahlreiche Fotos geleakt wurden und auch schon die ersten Informationen durchgesickert sind, aber wir halten uns an Sperrfristen.

Auf dem Stand von Mercedes-Benz kann man auch die virtuelle Mercedes me Welt erleben, sprich intelligent vernetzte Fahrzeuge, innovatione Service-Dienstleistungen, Smartphone-Apps und ganz nebenbei natürlich das neue Cockpit der Mercedes-Benz E-Klasse, welches meiner Meinung nach ja ein Meilenstein ist:

Zwei hochauflösende Displays, fast frei programmierbare Visualisierungen und attraktive Animationen sowie das berührungsempfindliche Touch Control, die Touch-Bedienung am Lenkrad und das fantastische Burmester Soundsystem. Ja, die neue E-Klasse liegt sicherlich (auch rein optisch betrachtet) zwischen der C- und der S-Klasse, aber technisch gesehen, überholt sie derzeitig alles was da draußen auf dem Markt ist – was das Interieur betrifft.

Volvo

Volvo sucht immer noch nach Lösungen, die den Kunden das beste Erlebnis im komplett autonomen Fahrmodus bieten sollen. Aus dem Grund soll es auch in der Zukunft HD Streaming ins Auto geben.

Da dürfen wir über Sinn und Unsinn vorzüglich diskutieren, aber für die Mitreisenden ist das sicherlich auch ein multimedialer Gewinn, wenn denn die Netzabdeckung ausreichend ist und man auch ein ausgebautes Breitbandnetz zur Verfügung hat. Aufpassen muss man dann nicht nur auf den Straßenverkehr, sondern auch auf seinen Datentarif, denn so ein HD-Video zieht natürlich schon ordentlich Traffic.

…ach ja, eine Sprachsteuerung via „Armbanduhr“ gibt es in der Zukunft auch, wer also schon immer Knight Rider spielen wollte, kann sich demnächst auch bei Volvo austoben.

Volkswagen

Der Beste kommt zum Schluss. Mein Highlight auf der CES 2016 ist tatsächlich der Volkswagen BUDD-e! Ein elektrischer, kleiner, VW Bus.

Der Volkswagen Zero-Emission-Van soll das Fenster in das Jahr 2019 öffnen und einen Ausblick auf die kommenden Fahrzeuge vom Konzern geben, zusätzlich holt der Volkswagen BUDD-e das Internet der Dinge und damit die Welt an Bord.

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Was ist der VW BUDD-e? Nun, zunächst einmal ein Concept. Aber ein durchaus interessantes, ist es doch das erste Modell auf der Basis einer neuen Technologiematrix für Elektro-Fahrzeuge.

Die Reichweite des Vans soll bis zu 533 Kilometer betragen und ganz nebenbei finde ich auch noch Zitate an den legendären VW Bus, vor allem wenn man sich die Frontpartie einmal etwas näher ansieht.

Von der Geschichte in die Moderne, das heißt vernetzt und eine Schnittstelle zwischen der Welt zu Hause und dem Reiseziel. Im Volkswagen BUDD-e geht es natürlich futuristisch zur Sache, da gibt es zahlreichend Displays, Touchscreen-Elemente, digitale Rückspiegel.

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Zurück in die Zukunft? Wir hier in Las Vegas sind der deutschen Zeit etwas hinterher, aber was die Automobile betrifft, definitiv stark in der Zukunft. Und wie schnell laden wir in der Zukunft? VW spricht von einer 80% Ladung innerhalb von ca. 15 Minuten – das wäre in der Tat dann schon fast auf dem Niveau heutiger Benziner was die Alltagstauglichkeit betrifft.

Warten wir es ab, die Zukunft bleibt spannend und am kommenden Freitag gibt es hier im Drive-Blog noch weitere News von der CES 2016 zu lesen. Dann auch mit Fotos von mir, denn für mich geht es jetzt gleich nach einer 27 stündigen Anreise erst auf den Show-Floor.

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Fotos: © Hersteller

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