Das sind die Visionen von der NAIAS 2016

In diesem Beitrag möchte ich euch drei Concept-Studien zeigen, die nun auf der NAIAS 2016 in Detroit vorgestellt wurden und bei denen ich der Meinung bin, dass die früher oder später auch für unseren Markt interessant werden können.

Audi zeigt den Audi Q6 mit Wasserstoff-Antrieb

Die neue Konzeptstudie von Audi, das fünftürige SUV Audi h-tron quattro concept, ist das nächste Wasserstoff-Fahrzeug der Ingolstädter nach dem A7 Sportback h-tron quattro concept.

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In ihr sind alle neuen Technologien für das pilotierte Fahren und Parken verbaut, die Audi im nächsten Jahr im neuen A8 in Serie bringen will. Alle Informationen, die die verschiedenen Sensoren liefern, werden dann in einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät, dem zFAS, zusammenlaufen. Es errechnet in Echtzeit ein vollständiges Umgebungsmodell des Autos und stellt diese Informationen den Assistenzsystemen und den Systemen für das pilotierte Fahren zur Verfügung.

In weniger als 7 Sekunden soll der Audi h-tron quattro concept auf 100 km/h beschleunigen, abgeregelt ist er bei 200 km/h. Mit einer Tankfüllung, für die man etwa 4 Minuten braucht, soll man bis zu 600 Kilometer weit kommen.

Laut NEFZ verbraucht der h-tron dann ungefähr einen Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer. Die im Vorderwagen untergebrachte Brennstoffzelle ist die nun 5. Generation und eine Eigenentwicklung von VW. Ihr höherer Wirkungsgrad wird durch die jetzt leichteren Materialien erzielt; sie leistet bis zu 110 kW.

Platzsparend unter der Fahrgastzelle und dem Kofferraum befinden sich die drei mehrlagigen Wasserstoff-Tanks. Sie liefern bei 700 bar Druck ein Gesamtvolumen von circa 6 kg. Ebenso unter der Fahrgastzelle findet man die knapp 60 kg schwere Lithium-Ionen-Batterie mit bis zu 100 kW Leistung. Sie soll das Boosten und Rekuperieren ermöglichen.

Der Strom aus Brennstoffzelle und Batterie treibt zwei Elektromotoren an, davon einer vorne mit 90 kW und einer hinten mit 140 kW. Das Zusammenspiel der Aggregate regelt ein intelligentes Management je nach Situation, so wird das SUV zum elektrifizierten quattro.

Innen fügt sich alles harmonisch zusammen, denn die Instrumente sind optimal in die Architektur des Interieurs integriert:

Vor dem Fahrer befinden sich drei große OLED-Displays, daneben zwei Touch-Displays. Mit dem Linken steuert der Fahrer das Licht und die Systeme für das pilotierte Fahren, mit dem Rechten Medien und Navigation. Des weiteren zeigt es die Betriebszustände des Antriebs.

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Zusätzlich kann man auch über Touch-Flächen am Lenkrad mehrere Funktionen bedienen. Mit der adaptive air suspension sport kann man je nach Situation die Einstellungen von Luftfederung und aktiver Dämpfung variieren.

Der Fahrmodus wird über den Wählhebel auf der Mittelkonsole eingestellt, davor befinden sich zwei weitere OLED-Displays für Antriebsstatus, Klimatisierung (über eine Wärmepumpe) und frei programmierbare Info-Funktionen, von denen das vordere Display über Gesten gesteuert werden kann. Im vorderen Bereich der Türen sind zwei gekurvte Displays, die die Funktion der fehlenden Außenspiegel übernehmen.

Hinter Fahrer und Beifahrer können zwei weitere Passagiere auf ihren Einzelsitzen Platz nehmen. Sie können über Audi OLED Tablets entweder Daten mit dem Fahrer austauschen oder die Tablets als mobiles Rear Seat Entertainment nutzen. Neben den neuesten Connectivity-Funktionen ist auch eine Online-Vernetzung via LTE möglich.

Der Kofferraum fasst bis zu 500 Liter Gepäck, welches zwar von Hand eingeladen werden muss, aber der „Gepäckraum-Butler“ erfasst alle Gepäckstücke durch zwei kleine Sensoren und zeigt die Reihenfolge der optimalen Beladung auf einem kleinen Monitor.

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Der Audi h-tron quattro concept ist 1,54 m hoch, 4,88 m lang und 1,93 m breit und wurde besonders aerodynamisch gestaltet:

An den Seiten, am Boden und am Heck befinden sich bewegliche Aerodynamik-Elemente und die Außenspiegel fehlen. So wird ein cw-Wert von 0,27 erzielt. Die fehlenden Außenspiegel wurden durch Kameras ersetzt, die ihr Bild auf den oben beschriebenen Displays im Innenraum wiedergeben.

Cockpit

Den Bodenkontakt stellen die 22 Zoll großen Räder in den markanten Radhäusern her. Das SUV hat eine sehr sportliche Linienführung mit seinem flachen Glashaus und dem stark eingezogenen Heck. Die Schulterlinie ist fließend und bildet über den Rädern markante Blister-Konturen, die ein Hinweis auf den elektrifizierten quattro-Antrieb sein sollen.

Die Scheinwerfer sind in zwei Bereiche aufgeteilt: Der Obere mit der Matrix Laser-Technologie und der Untere, der mit den Lamellen im Singleframe-Grill korrespondiert und die Lichtsignatur bildet. Unter dem Grill befinden sich zwei große Lufteinlässe.

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Die weiße Tagfahrlichsignatur wird durch flache OLED-Elemente ergänzt, die seitlich und nach oben ein homogenes blaues Licht abstrahlen. Fährt der h-tron quattro concept pilotiert, strahlen als Erkennungsmerkmal blaue horizontale Linien an den Seiten. Die kantigen Schweller beinhalten Lichtleisten, die weiß strahlen, sobald der Fahrer mit dem Funkschlüssel in die Nähe des Fahrzeugs kommt.

Ebenso wie an der Front setzen sich auch die Heckleuchten aus zwei Elementen zusammen, von denen die oberen Zonen je neun rote OLED-Einheiten integrieren, die die Schlusslicht-Funktion übernehmen, darunter liegen je drei weitere. Sein weltweit größtes Solardach bietet bis zu 320 Watt Leistung beziehungsweise bis zu 1.000 km zusätzliche Reichweite pro Jahr.

Engine compartment

Schade: Während Mercedes-Benz inzwischen bekannt gegeben hat, dass im kommenden Jahr die Brennstoffzelle auf der Straße ist, ist es bei Audi (noch) das Concept zum Audi Q6, aber ich denke es ist inzwischen an der Zeit, das Wasserstoff-Tankstellen-Netz in Deutschland auszubauen

Denn 2017 werden Audi und Mercedes soweit sein und ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dass  BMW in der Richtung auch noch etwas auf den Markt bringen wird.

Fotos: © Audi 2016

Buick zeigt den neuen Opel Monza / Calibra / Manta

Wieso sollte eine Buick Studie für Deutschland interessant sein? Weil ich hinter diesem Modell ein sportliches Coupé sehe, welches definitiv aktuell im Portofolio von Opel fehlt.

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Der Buick Avista ist meiner Meinung nach das schönste Concept-Fahrzeug auf der Autoshow in Detroit. Der V6 unter der Haube soll eine Leistung von über 400 PS haben, doch dabei geht es nun einfach mal gar nicht. Eher geht es um die Form und den Innen(t)raum.

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Wenn ich einen Wunsch für das Jahr 2016 frei hätte, dann bitte, dass dieser Buick Avista als Opel Monza, Opel Calibra oder von mir aus sogar als Opel Manta auf die deutschen Straßen kommt!

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Bitte ohne Elektroantrieb, einfach ein ganz klassisches Setup: Motor vorne, Antrieb über die Hinterachse. Das würde mir ausgesprochen gut gefallen.

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Volkswagen gibt Vollwatt!

War klar, dass Volkswagen auf der NAIAS 2016 keinen neuen Diesel präsentiert, oder? Sorry, schlechter Witz, ist die Situation doch derzeitig wirklich nicht zum Spaßen. Ganz witzig hingegen finde ich das Concept-Fahrzeug:

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Der neue VW Tiguan mit Ballon-Reifen und Offroad-Paket.

Damit wird der VW Tiguan zum Volkswagen Tiguan GTE Active Concept. Wie die drei Buchstaben GTE schon verraten, hier gibt es einen zusätzlichen Elektroantrieb, allerdings nicht nur einen sondern gleich zwei.

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Weil alle guten Dinge drei sind, steckt unter der Motorhaube noch ein 1.4 Liter Benziner mit 150 PS, zusätzlich bekommt dieser an der Vorderachse und an der Hinterachse eine Unterstützung von Elektromotoren.

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Die Systemleistung liegt bei 225 PS. Rein elektrische Fahrten bis zu 32 km sind möglich, die Gesamtreichweite wird mit ca. 900 km angegeben und auch wenn das Active Concept, welches mir persönlich gut gefällt, vermutlich nicht realisiert wird, spricht man von einer Martkeinführung vom VW Tiguan GTE im Frühjahr 2017.

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Im nächsten Beitrag geht es dann um die richtigen Neuwagen von der NAIAS 2016.

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