Unterwegs in Brasilien

Relativ kurzfristig entschieden meine Freundin und ich uns für einen Urlaub in Brasilien. Ein paar Tage Rio und dann noch irgendwo an den Strand, sie legt sich in die Sonne, ich erkunde die Unterwasserwelt. Von Rio nach Buzios nahmen wir einen der beliebten Überlandbusse. Somit war das Thema „Mobilität“ an und für sich schon geklärt. Dass alles rund ums Auto in Brasilien aber deutlich interessanter ist, als es von Deutschland aus erscheint, wurde mir schon direkt nach Ankunft in Rio de Janeiro bewusst.

Natürlich wussten wir vorher, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt mit dem Taxi zu fahren oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen:

So kann man vom Flughafen aus drei verschiedene Kategorien an Taxen nehmen. Natürlich: Je teurer, desto mehr Komfort. Die Taxen werden schon im Gebäude gebucht. Wir dachten aus Sicherheitsgründen, aber vor der Tür stehen eh nur Taxifahrer, also kein Grund zur Besorgnis.

Gleiches Auto, andere Marke?

Als wir dann aus dem Flughafengebäude kamen, schaute ich verdutzt auf unser Taxi: Der Form nach handelte es sich eindeutig um einen Opel Meriva, aber es gab kein Opel-Logo. Stattdessen: Chevrolet. Komisch! Aber nur auf den ersten Blick, denn beide Marken gehören zum General-Motors-Konzern.

Renault Duster

Ähnlich verhielt es sich mit den mir bekannten „Dacias“, die in Brasilien unter der Marke Renault verkauft werden. Angesichts der Kooperation beider Konzerne weltweit nicht vollkommen abwegig, aber dennoch ein ungewohnter Anblick.

Aber auch bei der Bennenung der Modelle habe ich oft zweimal hinschauen müssen. Oder wer kennt hierzulande schon den VW „Gol“ oder den „Voyager“? Nicht nur die unterschiedlichen Bezeichnungen haben mich verwirrt. Auch haben die Modelle offenbar gar nichts mit den europäischen Varianten zu tun.

VW Bus in Brasilien zu verkaufen

 

Der Gol wirkt eher wie ein Polo Plus, nicht so groß wie ein Golf aber Platz genug für 4 bis 5 Insassen. Die Inneneinrichtung ist auch nicht mit dem vergleichbar, was man kennt. Vermutlich müssen in Südamerika die Autos einfach ein gutes Stück günstiger sein.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte auch der Grund dafür sein, dass man noch sehr, sehr viele VW-Busse in den Straßen sieht. Bis vor ein paar Jahren wurde noch eine neuere Variante des T2 in Brasilien gefertigt: Einfach zu warten, günstig im Unterhalt und dabei noch sehr geräumig!

Öffentliche Verkehrsmittel in Brasilien

Wie schon geschrieben sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel mannigfaltig: So gibt es zwei verschiedene Sorten normaler Busse: Mit und ohne Klimaanlage. Diese haben immer eine Nummer der jeweiligen Linie und halten an festen Haltestellen. Die Preise sind überschaubar: Rund um 1,50 pro Fahrt, etwas mehr, wenn es eine klimatisierte Linie sein soll.

Es gibt aber auch, vor allem in kleineren Dörfern, Pendelbusse, die eine feste Strecke hin- und herfahren. Man stellt sich einfach an die Straße, winkt, wenn der Bus kommt, und bittet den Fahrer bei Bedarf darum, anzuhalten. Rund 80 Cent hat uns eine Fahrt pro Person gekostet.

Dass es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln so gut funktioniert hat, machte mich recht glücklich, der Verkehr in Rio ist nämlich die Hölle! Chaotisch und unübersichtlich, Fahrspuren dienen eher als Orientierung oder freundlicher Hinweis. Roller- und Radfahrer ziehen im ewigen Stau links und rechts vorbei, Ampeln gibt es wenige.

Alles in Allem hätte ich nicht erwartet, dass das Interesse an „Mobilität“ auch in diesem Urlaub gestillt wird. Wieder einmal wurde bewiesen: Andere Länder, andere Sitten.

 

Fotos: Matthias Schwarze

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