Fahrbericht: Mini Cooper S Cabrio 2016

Mit dem neuen Mini Cabrio ging es über die wunderschönen Straßen von Los Angeles, über die Hollywood Hills zum Malibu Pier. Wenn die Sonne scheint und das Thermometer knapp 29°C  anzeigt, dann gibt es für mich nichts schöneres als den Fahrtwind in einem Cabrio zu spüren.

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Das gilt auch für das Mini Cabrio – gefahren bin ich den Mini Cooper S. Wer auf der Suche nach Leistung ist, der wird unter der Motorhaube 192 PS finden, die der Mini aus 2 Liter Hubraum zieht. Das maximale Drehmoment beträgt 280 Nm (zwischen 1250 – 4600 U/Min) und damit wir die Autoquartett-Daten komplettieren, erwähne ich noch den Standard-Sprint von 0-100 km/h innerhalb von 7,2 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h, die wir aber in den USA natürlich nicht erreicht haben. Preislich gesehen startet das Mini Cooper S Cabrio bei 27.950 Euro. Wer auf etwas Leistung verzichten kann, der kann sich natürlich auch für einen anderen Motor entscheiden.

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Den Einstieg bildet das Mini One Cabrio mit einem 1.2 Liter Dreizylinder. Seine 102 PS dürften für den Alltag komplett ausreichen. NEFZ sagt 5,2 Liter, der Einstiegspreis startet bei 21.900 Euro. Es darf etwas mehr sein? Dann gibt es noch den 1.5 Liter Benziner mit 136 Pferdchen. Der schafft den Standartsprint innerhalb von 8,8 Sekunden und ich kann schon mal spoilern, es geht noch mehr. Viel mehr! Basierend auf dem Mini Cooper S kommt nämlich auch der offene Mini John Cooper Works – und der wird 231 Pferdestärken unter der Haube haben. Zwei Diesel Modelle runden das Portfolio ab.

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Sprechen wir über das Design vom neuen Mini Cabrio: Hier ist klar wieder ein Mini entstanden – kein Zweifel. Er ist etwas gewachsen, erwachsener geworden. Veränderte Scheinwerfer, andere Rückleuchten und ganz klassisch liegt das Verdeck wieder auf der Karosserie auf. Dieses ist optional mit der „Union Jack Flagge“ erhältlich.

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Im Innenraum fühlt sich jeder Mini-Fan sofort zu Hause: die Kippschalter gibt es weiterhin, die Instrumente sind über die Lenksäule gewandert und in der Mittelkonsole gibt es das große Infotainmentsystem bzw. den Display, der auch das Bild der Rückfahrkamera einblendet. Die kann man übrigens gut gebrauchen – der Blick nach hinten ist durch das Dach natürlich etwas eingeschränkt.

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Das Thema Sicherheit wird bei BMW / Mini groß geschrieben. Das neue Mini Cabriolet kommt mit High Tech Stahl im Frontscheiben-Rahmen, hinzu gesellen sich versenkte Überrollbügel und wer möchte kann zudem das Fahrassistenzpaket ordern, das vor zu dichtem Auffahren warnt oder mit der City-Notbremsfunktion aufwartet. Optional kann man eine aktive Geschwindigkeitsregelung bekommen, die vorausfahrende Fahrzeuge bis zu einer Entfernung von 120 Metern erkennt.

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Genug der Vorworte, kommen wir zum Fahreindruck. Ich darf gestehen: Ich bin nicht einmal geschlossen gefahren, vermutlich habe ich mich deswegen auch in das schöne Klangbild der Abgasanlage verliebt. Der Mini Cooper S rotzt aus dem mittigen Doppel-Endrohr, wenn man im Sport-Modus unterwegs ist. Munter habe ich mich durch die Gänge geschaltet, vor den Kurven artig abgebremst, runter geschaltet, Fuß aufs Gas und das Leben genossen. Der Benziner hängt gut am Gas, das Fahrwerk ist über jeden Zweifel erhaben und die Bremsanlage lässt sich fein dosieren.

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Die elektromechanische Servolenkung umfasst serienmäßig die geschwindigkeitsabhängige Lenkkraftunterstützung. Optional ist nun erstmals für das Mini Cabrio die dynamische Dämpferabstimmung erhältlich, hier hat der Fahrer / die Fahrerin die Wahl zwischen Komfort oder Sport.

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Subjektiv betrachtet könnte für mich die Lenkung noch etwas direkter sein – objektiv werden 99,9 % der Mini Cabrio Käufer mit dem Fahrzeug genau so zufrieden sein. Übertreibt man es mit der Kurvenhatz, dann schiebt er über die Vorderachse. Die Rückmeldung ist aber so fantastisch, dass man das vorher schon merkt und somit den Fuß vom Gas nehmen kann. Streichelt man das Gaspedal, dann soll man einen NEFZ Wert von 6,1 Liter auf 100 km erreichen können. Ich darf gestehen, ich habe nicht einmal nachgesehen was wir verbraucht haben. Wir sind knapp 110 Meilen gefahren – davon viele sportliche Kurven – von daher wäre der Wert sowieso nicht repräsentativ.

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Das Dach öffnet und schließt sich innerhalb von 18 Sekunden rein elektrisch. Zum einfacheren Beladen des Kofferraums gibt es eine zusätliche Öffnungsmöglichkeit. Zwei Verriegelungsgriffe ermöglichen es, den Verdeckrahmen noch weiter als beim eigenen Vorgängermodell nach oben zu schwenken. Das Kofferraumvolumen des neuen Mini Cabrio gibt der Hersteller mit 160 Liter bei geöffnetem, beziehungsweise 215 Liter bei geschlossenem Dach an.

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Das sind zwei Reisetrollys oder halt drei bis vier Rucksäcke. Fährt man zu zweit und hat den Windschott montiert, dann kann man natürlich auch noch die Rückbank nutzen – denn machen wir uns nichts vor: sitzen vorne zwei erwachsene Personen, dann ist da hinten sowieso nicht mehr viel Beinfreiheit.

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Fazit: Das neue Mini Cooper S Cabrio ist ein richtig gutes Automobil, gut verarbeitet, gut von der Haptik, gut vom Fahrgefühl, leider auch gut in der Aufpreisliste und vom Basis-Preis. Aber schöne Dinge waren ja schon immer etwas teurer und der Erfolg der anderen Modelle zeigt ja, dass die Fangemeinde bereit ist, hier den Lifestyle-Zuschlag zu zahlen.

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