Fahrbericht Opel Astra Sportstourer 2016 (inkl. Video)

Im April diesen Jahres rollt der neue Opel Astra Sportstourer zu den Händlern; ich hatte schon in Portugal die Gelegenheit, den Kombi zu testen. Über den normalen Opel Astra hatten wir hier im Drive-Blog ja bereits berichtet.

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Effizient soll er sein, der neue Opel Sports Tourer. Auf der einen Seite wurde er bis zu 190 kg leichter als der Vorgänger, auf der anderen Seite wurde er mit sparsameren Motoren bestückt.

Zusammen mit modernen Technologien, verbesserter Verarbeitungsqualität und viel Ladekapazität macht ihn das zu einem Geheimtipp. In Deutschland sind zur Zeit etwa 60% aller Astra-Verkäufe Kombis, hierzu zählen sicherlich viele Gewerbekunden, aber sicher auch Familien und Sportler, die das Platzangebot zu schätzen wissen.

Opel selbst sieht sich hier im Wettbewerb zum Beispiel mit dem VW Golf Variant, dem Ford Focus Turnier, dem Peugeot 308 SW, dem Seat Leon ST und dem Honda Civic Tourer.

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Es wird den neuen Opel Astra Sports Tourer zunächst mit einer Leistungsrange von 95 bis 200 PS geben; ob es irgendwann einen Astra Sports Tourer OPC geben wird, wurde weder bestätigt noch ausgeschlossen.

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Mein Testfahrzeug war ein 1.6 Liter BiTurbo Diesel mit 160 PS. Sein maximales Drehmoment von 350 Nm liegt zwischen 1.500 und 2.250 Umdrehungen pro Minute an der Kurbelwelle an. Laut Opel kann man mit dem 1.6 BiTurbo Diesel mit 160 PS innerhalb von 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und maximal 220 km/h schnell fahren.

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Da es in Portugal nicht möglich war, die Verbrauchswerte zu ermitteln, verlasse ich mich erstmal auf den NEFZ-Wert. Dieser besagt, dass das Testfahrzeug 4,1 Liter Diesel auf 100 km benötigt, wovon 48 Liter in den Tank passen.

Rechnen wir die obligatorischen 1-2 Liter oben drauf, dann dürfte es wohl eher hinkommen. Am Ende meiner Probefahrt stand was von 5,7 Liter auf 100 km in der Anzeige.

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Bei den kleinen Motoren werden per 5-Gang Handschaltgetriebe die Gänge eingelegt, darüber gibt es dann eine 6-Gang-Schaltung oder eine Automatik. In meinem Testfahrzeug war die 6-Gang-Handschaltung etwas hakelig, aber vielleicht empfindet das auch nicht jeder Fahrer gleich. Dafür gibt es ja auch die Probefahrt.

Das Fahrwerk ist an sich komfortabel abgestimmt, zwischendurch lässt es auf den portugiesischen Straßen aber den ein oder anderen Schlag durch. Die Lenkung dürfte für mich etwas direkter sein, aber ein Kombi ist schließlich kein Sportwagen. Die Bremsen lassen sich fein dosieren und verzögern den Opel Astra Sportstourer wie man es von ihm erwartet.

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Leer wiegt der Diesel 1.435 kg, bei 550 kg maximaler Zuladung (davon 75 kg auf dem Dach) beträgt das maximale Gesamtgewicht dann 1.985 kg. Ungebremst dürfen 700 kg gezogen werden, gebremst 1.500 kg.

Der neue Opel Astra Sports Tourer ist 4,70 m lang, 2,04 m breit und 1,51 m hoch. Eins der Highlight ist, dass sich die Heckklappe per Fußkick öffnen lässt. Das Kofferraumvolumen beträgt regulär 540 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank passen bis zu 1.630 Liter hinein.

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Gegenstände von einem Meter Breite, einem Meter Länge und 80 cm Höhe können auch transportiert werden, wenn hinten jemand sitzt.

1,80 Meter lange Gegenstände bekommt man über die nur 62 cm hohe Ladekante in den Kofferraum, wenn die hinteren Rücksitzlehnen umgeklappt sind. Für den Kofferraum gibt es eine Wendematte und optional auch ein Hunde-Netz. Hundebesitzer dürften sich darüber freuen, denn die Hundehaare lassen sich ja in der Regel immer nur sehr schlecht aus den Kofferraumteppichen entfernen.

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Man sitzt sowohl vorne, als auch hinten sehr bequem mit ausreichend Bewegungsfreiheit. Der Fahrersitz lässt fast keine Wünsche offen: Gegen Aufpreis kann man eine Massagefunktion, einstellbare Sitzwangen, eine Sitzheizung und eine Sitzkühlung bekommen. Leider kann man beim Opel nicht Heizung und Kühlung gleichzeitig nutzen, was andere Hersteller aber anbieten.

Es können hinten problemlos zwei Kindersitze über die ISOFIX-Halterungen montiert werden. Dort gibt es auch USB-Anschlüsse und gegen Aufpreis eine Sitzheizung. Die elektrischen Fensterheber sind mit einem Einklemmschutz ausgerüstet, den kleinen ungeschickten Fingern kann also nichts passieren.

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Im Innenraum findet man sich schnell zurecht, das Fahrzeug lässt sich intuitiv bedienen und es gibt ausreichend Ablageflächen, auch hier habe ich ganz und gar nichts zu meckern.

Den Fahrersitz habe ich schnell auf meine Größe von 1,75 m eingestellt und dabei habe ich dann nicht einmal die fehlende Gurthöhenverstellung vermisst. Durch die verstellbaren Seitenwangen hatte ich als Fahrer auch stets ausreichend Seitenhalt, selbst auf den kurvigen Bergetappen der Testroute.

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In Sachen „Moderne Technologien“ kommen zum Beispiel die Matrix-Leuchten zum Einsatz, welche die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Das neue, bis zu 8 Zoll große, IntelliLink-Infotainmentsystem funktioniert ohne Probleme mit Apple CarPlay und Android Auto.

Die Frontkamera in der Scheibe arbeitet zusammen mit dem Verkehrsschildassistenten und dem Spurassistenten. Weitere Assistenten sind eine aktive Lenkkorrektur (die mir persönlich etwas zu hart reagiert, das könnte man weicher abstimmen) und ein Kollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung.

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Hier zeigt das Display zwischen den beiden Rundinstrumenten die Gefahr vorher an und das Fahrzeug macht sich schon einmal bremsbereit.

Als Option lassen sich noch andere Systeme wie ein Toter-Winkel-Warner, ein automatischer Parkassistent und eine Rückfahrkamera ordern. Komfort-Features wie ein beheizbares Lenkrad, eine Massagefunktion oder die erwähnten beheizbare Sitze vorne und hinten sind ebenfalls erhältlich. So wird aus dem Opel Astra Sportstourer ja schon fast ein Fahrzeug mit Premium-Charakter.

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Jetzt mal zum Preis: Der Astra Sports Tourer mit dem 1.4-Liter-Benziner und 100 PS startet bei 18.260 Euro, mit dem 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo und 105 PS bei 19.360 Euro.

Die Diesel-Modelle starten mit dem 1.6 CDTI und 95 PS für 21.260 Euro und enden bei derzeitigen 28.555 Euro.

In der von uns gefahrenen Dynamic-Ausstattung kostet der Sports Tourer 1.6 BiTurbo Diesel mit 160 PS mindestens 28.310 Euro. Klar, da gibt es günstigere Fahrzeuge auf dem Markt, aber sind die auch besser?

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Fazit

Mich hat der Opel Astra Sports Tourer in Sachen Qualität, Optik, Haptik und Preis-Leistungsverhältnis komplett überzeugt. Ich fand nur das Bild der Rückfahrkamera zu unscharf und zum Fahreindruck habe ich schon meine Meinung gesagt, da gab es ja auch nicht viele Kritikpunkte.

Das war nun natürlich nur ein erster Eindruck auf portugiesischen Straßen, aber ich denke, dass sich die meisten Kaufinteressierten sowieso bei einer Probefahrt den ersten Eindruck holen. Wer einen Kombi sucht, der sollte dem Opel Astra Sportstourer definitiv eine Chance geben.

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