Schaden am Auto durch Schlaglöcher – was tun?

Sind wir mal ehrlich: Deutschlands Straßen sind schlecht! Zwar werden einige Abschnitte sukzessive ausgebessert oder sogar ganze Straßenteile erneuert, dennoch bleibt der Großteil der Fahrbahnen marode.

Durch die große Hitze im letzten Jahr sind zudem sogenannte Blow Ups entstanden, die die Straßenqualität nochmal verschlechtern. Schlaglöcher sind längst keine Seltenheit mehr – doch was, wenn man durch ein Schlagloch sein Auto beschädigt? Wer zahlt die Reparatur?

Angemessene Beschilderung ist ein Muss!

Behörden müssen auf Straßenschäden aufmerksam machen, damit der Autofahrer gewarnt wird und sein Fahrverhalten anpassen kann. Schilder müssen her!

Werden Schlaglöcher nicht angezeigt, kann grundsätzlich der Träger der Straße (Kommune oder Land) für die durch Straßenschäden entstandenen Schäden haftbar gemacht werden. Sobald jedoch ein Straßenschild durch die Kommune aufgestellt wurde, ist sie aus dem Schneider.

Schlagloch übersehen? Auto kaputt!

Sollte es doch zu einem Schaden durch schlechte Straßen gekommen sein, ist die richtige Dokumentation besonders wichtig. Das rät auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Am besten fotografiert man die Unfallstelle inklusive der Beschilderung und den dadurch entstandenen Schaden sorgfältig. Um die Größe von Schlaglöchern zu verdeutlichen, kann man auch einen Zollstock daneben legen.

Besonders, wenn kein Schild vor den schlechten Straßenverhältnissen gewarnt hat, sollte das alles mit der Kamera festgehalten werden. Da man selbst in der Beweislast steht, ist es ratsam, bei der Bestandsaufnahme sorgfältig vorgehen.

Dieses gewissenhafte Dokumentieren ist natürlich nur dann möglich, wenn es die Situation zulässt – auf viel befahrenen Landstraßen oder Autobahnen geht das natürlich nicht.

Ist der Schaden schwerwiegend oder das Schlagloch besonders tief und gefährlich, ist es immer besser, die Polizei zu informieren. Auch Zeugenaussagen helfen dabei, die Beweislage zu sichern.

Ob die Stadt oder Kommune letztendlich den Schaden übernimmt, kommt auf die jeweilige Situation an. Es gibt verschiedene Gerichtsurteile, letzten Endes entscheidet doch immer der konkrete Fall. Generell ist es aber eher schwierig, dem Straßenbetreiber ein grobes Verschulden oder gar Vorsatz nachzuweisen. Meistens bleibt der Geschädigte auf den Kosten sitzen.

Welche Teile können beschädigt werden?

Besonders gefährdet sind natürlich Reifen, Felgen und Stoßdämpfer. Nach dem Unfall sollte der Fahrer besonders aufmerksam sein, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen und reparieren zu lassen.

Schaden am Fahrzeug

Schaden am Fahrzeug

Besser die Versicherung informieren

Sollte man auf dem Schaden sitzenbleiben, kann man natürlich die Versicherung in Anspruch nehmen – vorausgesetzt das Auto ist Vollkasko versichert. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man die Selbstbeteiligung zahlen muss und man nach Regulierung des Schadens natürlich auch in der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) hochgestuft wird. Damit wird der Versicherungsbeitrag im Folgejahr steigen.

Alternativ kann man den Schaden auf eigene Faust reparieren lassen – dann muss man aber auch selbst zahlen. Je nach Schadenhöhe kann es sogar über lange Zeit gesehen sinnvoll sein, den Schaden selbst zu zahlen und dafür seine SF-Klasse zu behalten.

Die R+V24 hat dafür einen Schadenrückkauf-Rechner entwickelt, um den Betrag zu ermitteln, bis zu dem es sich lohnt, den Schaden selbst zu zahlen und damit den Betroffenen die Entscheidung zu erleichtern.

Denn Ärger hat man in so einem Fall ja schon genug.

Bildquellen:

  • Schlagloch: Sergejs Nescereckis/iStock/Thinkstock
  • Schaden: Ryan McVay/Photodisc/Thinkstock

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: