Fahrbericht: Jeep Renegade Trailhawk

Wir hatten in Bielefeld für ein paar Tage den Jeep Renegade vor der Tür. Zeit genug, um ihn mehr als nur einmal zu fahren, um euch die Fahreindrücke zu schildern.

Der italienische Amerikaner

Der neue Jeep Renegade wurde 2014 in Genf als Mini-SUV vorgestellt. Er teilt sich, das ist kein Geheimnis, eine Plattform mit den Fiat 500 X und wird ebenfalls in Melfi, Italien gebaut. Somit wird er zum italienischen Amerikaner. Beim Euro-NCAP-Test, also dem Crash-Test, hat er alle 5 Sterne erhalten – somit die Bestwertung.

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Zu den Mitbewerbern des Jeep Renegade zählen z.B. der Suzuki SX4 S-Cross, der Skoda Yeti, der Dacia Duster, der Mini Countryman, natürlich auch der Fiat 500 X, der Mazda CX-3, der Mitsubishi ASX, der Renault Captur und der Kia Soul.

Jeep Renegade Motoren

Unter die Haube kommen derzeitig drei verschiedene Benziner oder Diesel-Aggregate mit einer Leistungsrange zwischen 110 und 170 PS. Je nach Motor wird die Kraft über ein manuelles 5 bzw. 6-Gang-Getriebe oder über eine 9 Stufen-Automatik übertragen.

Die Automatik stammt übrigens von ZF, aber das nur mal nebenbei erwähnt. Die kleinen Benziner und den kleinen Diesel geben die Kraft über die Vorderräder ab, die größeren Motoren, sprich diejenigen mit der höheren Leistung, dürfen den Allradantrieb nutzen.

Technische Daten Jeep Renegade

Unter der Haube von unserem Testfahrzeug, übrigens ein 2016er Jeep Renegade 2.0l Multijet Trailhawk, befindet sich ein 2.0 Liter Diesel Motor mit einer Leistung von 170 PS (125 kW). Da haben wir also nach ganz rechts ins Regel gegriffen, Bestleistung quasi.

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Das maximale Drehmoment von 350 Nm liegt bereits bei 1.750 U/Min an der Kurbelwelle an. Wer gerade aufgepasst hat, der weiß: Unser Testwagen verfügt über den Allradantrieb und wir lassen auch schalten, denn bei uns ist das 9-Stufen Automatikgetriebe von ZF verbaut, eine sogenannte Wandler-Automatik.

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Bevor wir zum eigenen Fahreindruck kommen, schnell noch ein paar technische Daten bzw. Autoquartett-Werte:

Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h bewältigt der Jeep Renegade, dank der 170 Pferdestärken, innerhalb 8,9 Sekunden. Die maximale Höchstgeschwindigkeit ist laut Fahrzeugschein bei Tempo 196 km/h erreicht. Fährt man den Jeep Renegade im NEFZ, dann verbraucht er dort 5,9 Liter Diesel-Kraftstoff auf 100 km.

Dank dem 48 Liter großen Tank könnte man, rein theoretisch, also auf eine Reichweite von ca. 810 Kilometer kommen, in der Realität dürfte das allerdings schwer zu schaffen sein.

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Der Jeep Renegade Trailhawk ist 4,26 m lang und hat einen Radstand von 2,57 m. Das Fahrzeug ist 1,73 m hoch und misst in der Breite (ohne Aussenspiegel) 1,81 Meter. Der Wendekreis des Jeep Renegade Trailhawk wird mit 10,8 Meter angegeben.

Ich spreche ja derzeitig ungern über mein eigenes Gewicht, aber das vom Jeep Renegade kann ich erwähnen: Das Leergewicht liegt bei 1.610 kg angegeben, das zulässige Gesamtgewicht wird mit 2.080 kg angegeben. Die maximale Zuladung liegt bei 470 kg.

Weil wir hier über einen SUV sprechen / schreiben, gerne auch noch ein paar Offroad-Werte:

  • Bodenfreiheit: 21 cm
  • Böschungswinkel vorn: 29.0°
  • Böschungswinkel hinten: 32.5°
  • Rampenwinkel: 25.7°
  • Wattiefe: 220 mm

Wer fährt schon mit so einem SUV wirklich ins Gelände? Für den ein oder anderen Feldweg wird es reichen und im Schnee sorgt der Allradantrieb dann vermutlich auch für die bessere Traktion. Diese Werte gelten übrigens nur für den Trailhawk, der auch über die entsprechenden Fahrprogramme verfügt.

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Jeep Renegade Design

Der Jeep Renegade bedient sich an Stilelementen vom legendären Ur-Jeep, dem Jeep Willy (1941) und der hinterlässt auch immer mal wieder zwischendurch seine Spuren:

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So gibt es runde Frontscheinwerfer (in unserem Fall Bi-Xenon Scheinwerfer mit Fernlicht Assistent) und einen Kühlergrill mit sieben Streben. Die Fensterlinie soll das Halbtüren-Design vom Willy aufgreifen.

Unser Jeep ist in Omaha Orange lackiert, das ist eine von 13 verfügbaren Farben für den neuen Renegade. In die Radkästen wandern beim Renegade Rad-Reifenkombinationen zwischen 16″ und 18″ – wir fahren die goldene Mitte, denn unser Testfahrzeug steht auf 17″ mit Winterreifen. Am Heck fallen sofort die X-Design Rückleuchten auf, auch eine Anlehnung an den Ur-Jeep, den Willy.

Jeep Renegade Innenraum

Plastikwüste? Irgendwie liebenswert! Viele kleine Details erinnern an die Vergangenheit vom Jeep. Er wirkt dadurch sogar etwas robuster, klingt komisch ist aber so.

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Das 5″ große Display vom Infotainmentsystem ist nicht zu tief angebracht und auch ansonsten kann man sich in dem Fahrzeug schnell zurecht finden. Die Ledersitze zeigen sich bequem und wenn man über das Dashbord auf die Motorhaube blickt, dann kommt sogar etwas das Geländewagen-Feeling auf. Vier Personen finden in dem Jeep Renegade bequem Platz, hätte ich vorher so gar nicht gedacht.

Das Infotainment-System korrespondiert nicht mit Apple CarPlay / Android Auto. In unserem Fall war das uconnect® Smartouch VP2 Multimedia System mit dem 5″ großem Touchscreen verbaut. Via Bluetooth, AUX-IN, oder USB konnte man dennoch sein Smartphone pairen und so telefonieren oder aber die eigene Musik abspielen. DAB+ (also der digitale Radioempfang) ist auch möglich.

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Jeep Renegade Kofferraum

In den Kofferraum vom Jeep Renegade Trailhawk passen exakt 351 Liter. Bei umgeklappter Rückbank sind es sogar 1.297 Liter. Wem das nicht reicht, der darf noch 70 kg auf das Dach laden oder die Anhängerkupplung nutzen, so z.B. für Fahrradträger oder kleine Anhänger. Gebremst darf der Jeep Renegade 1,5 Tonnen ziehen.

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Jeep Renegade Fahreindruck

Der Jeep Renegade in der Trailhawk-Ausstattung ist mehr Geländewagen als viele seiner Kollegen, denn anstatt nur etwas das Drehmoment auf die Hinterachse zu schieben, gibt es hier eine Geländeuntersetzung, eine Differenzialsperre und Offroad-Fahrprogramme.

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Damit wird er halt zum idealen Kompakt-SUV für den Großstadt-Dschungel, für Wald und Wiesenwege oder für die unbefestigte Kindergarteneinfahrt. Unter uns? Geländetechnisch kann der Jeep Renegade Trailhawk vermutlich mehr, als 90% der Käufer von ihm verlangen.

Die Lenkung war mir persönlich nicht direkt genug, die Rückmeldung war auch eher bescheiden. Das Fahrwerk zeigte sich komfortabel, hin und wieder kam allerdings mal ein Stoß durch. Auf der Autobahn wird es ab Tempo 140 im Innenraum lauter und dann steigt natürlich auch der Verbrauch.

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Aber wem muss ich das noch erzählen? Der Jeep Renegade Trailhawk, wie schon erwähnt ein SUV auf Fiat 500X Basis, ist dank Allradantrieb, Offroad-Programmen und Geländeuntersetzung mehr Geländewagen als viele andere…

Jeep Renegade Preis / Versicherung

Der preiswerteste Jeep Renegade Trailhawk liegt bei 19.900 Euro. Unser Testwagen wird in der Grundausstattung (inkl. Motor und Getriebe) mit 33.990 Euro eingepreist. Durch die zusätzlichen Ausstattungen kostet unser Testfahrzeug vermutlich um die 40.000 Euro.

Die Versicherungsklassen habe ich auch noch für euch: Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko: 17 / 22 / 22.

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Fazit: Nicht nur die orangene Farbe lädt zur Flucht aus dem Alltag ein, der Jeep Renegade Trailhawk präsentiert sich als kostengünstige Alternative zu den oben genannten Modellen, bietet zahlreiche Anlehnungen an den Ur-Jeep und ist unterm Strich positiv im Gedächtnis geblieben.

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