Grenzenloser Schein – Ein Blick auf Autopflegemittel

Der schmuddelige Winter liegt hinter uns, der trockene und sonnige Sommer hat sich schon das ein oder andere Mal angekündigt, für viele die perfekte Zeit das Auto ausgiebig zu pflegen. Ich betrachte mein Auto eher als Gebrauchtgegenstand.

Früher war das natürlich anders: Mein erstes Auto war kurz nach der Vollendung des 18. Lebensjahres viel mehr als nur eine Maschine, die mich von A nach B brachte. Und dementsprechend wurde sie natürlich auch gepflegt. Erinnere ich mich daran zurück, erscheint mir das ein oder andere Autopflegemittel reichlich absurd.

Ein halbjährlicher Besuch in der Waschanlage reicht mir heutzutage vollkommen aus. Wenn der mal vergessen wird, ist das auch nicht schlimm. Meistens entscheidet die Größe und die Anzahl der Haufen Vogelkot auf dem Dach, ob mal wieder ein Besuch notwendig ist oder nicht.

Ein Blick auf Autopflegemittel

In der Garage meines Vaters lagern noch einige Mittelchen zur scheinbar ultimativen KFZ-Pflege. Denn üblicherweise ist man schon beim Besorgen des richtigen Mittels komplett überfordert. OBI hat z.B. online 440 Artikel zum Thema „Autopflege“ gelistet.

Früher wurde einmal im Jahr der Wagen poliert, hin und wieder auch anschließend gewachst. Gerade beim Wachsen frage ich mich, was damit wirklich erzielt werden soll. OK, die Wassertropfen perlen noch einige Tage danach vom Lack ab. Aber dafür der ganze Aufwand?

Man könnte meinen, dass man da mit Autopolitur und Autowachs die Arbeiten erledigen kann. Weit gefehlt! Zumindest, wenn es nach dem Willen der Hersteller geht. Die bietet natürlich längst Kombipräperate an: Polieren und Wachsen in einem Arbeitsschritt! Verrückt! Und das auch noch XTREME! Was unterscheidet dieses Präperat von der „Premium-Class Nano-Versiegelung“? Vom Preis einmal abgesehen. Es ist nicht schwer, für ein Fläschchen vermeintliches Wundermittel 50-80 Euro auf den Tisch zu legen. Da ist dann sicher auch Nano drin!

Was bei quietschbunten Erfrischungsgetränken der verheißungsvolle Satz „Mit vielen Vitaminen“ ist, ist bei Autopflege der „Nano-Effekt“, gerne veranschaulicht mit dem Lotusblatt, man kennt das.

Ein Blick auf Autopflegemittel

Nimmt man einmal an, dass man im Baumarkt seines Vertrauens das richtige Mittelchen gefunden hat bleibt immer noch die Inspiration: Regalmeter voller Flaschen, Tücher, Schwämme, kleine Dosen, große Dosen, Tücher für Glas, Tücher für Lack, natürlich auch in der Einweg-Variante, rund, eckig, lang.

Ihr habt noch keine Sammlung zu Hause, die vom Kampfmittelräumdienst als bedenklich eingestuft würde? Dann los: Ein paar Hundert Euro einpacken und ab in den Baumarkt!

Eure Reifen schreien sicher schon nach Glanz! Kauft Reifenpflegemittel, damit auch alte Schlappen aussehen wie neu. Und wo wir gerade beim Gummi sind: Habt ihr schon mal den Zustand eurer Gummis überprüft? Nicht? Ihr fragt euch: Welche Gummis? Na die Gummis an Türen und Kofferraum zum Beispiel. Auch dafür gibt es Pflegemittel! Sollten sie also demnächst feststellen, das die Gummis nicht mehr ihren alten Esprit versprühen, zögert nicht und kauft Gummipflegemittel. Ihr dürft euch dann aber nicht fragen, ob man auch z. B. das Gummi am Kühlschrank pflegen muss, oder in wie fern sich gepflegte Fenstergummis auf den Wiederverkaufswert einer Immobilie auswirken.

Darüber hinaus war mir auch nie bewusst, dass Plastik Pflege braucht. Aber es gibt durchaus verschiedene Pflegemittel für die Cockpit-Oberflächen. Im besagten Regal bei meinem Vater finden sich für diesen Einsatzzweck spezielle Tücher, leicht befeuchtet mit dem Pflegemittel. Da wundert es fast schon, dass Tupperware noch kein Pflegemittel für die Vorratsdosen im Sortiment hat.

Meine Erfahrung mit einer Cockpit-Lotion sind allerdings grausam: Ihr wollt komische Schlieren auf den Oberflächen des Innenraums? Greift zur Cockpit-Lotion! Ihr möchtet Autopflege und Fitnesstraining verbinden? Greift zur Cockpit-Lotion, denn bis die wieder runter geschubbert ist, habt ihr Arme wie Popeye.

Ein Blick auf Autopflegemittel

Sicher ist der Umfang der Autopflege eine persönliche Entscheidung. Ich husche hin und wieder mit dem Staubsauger durch den Innenraum und wische mit einem feuchten Lappen über das Armaturenbrett, in das Wasser kommt ein Spritzer Spüli und das wars auch schon.

Wie putzt ihr?

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