Neuwagen der Woche: Das Tesla Model 3!

Für 1.000 US-Dollar Gebühr konnten die Tesla-Fans ihr neues Lieblings-Fahrzeug Tesla Model 3 vorbestellen, und das haben in den ersten 24 Stunden sogar mehr als 115.000 Fans getan.

Inzwischen hat sich die Zahl verdoppelt. Sie übernachteten dafür sogar vor den Tesla-Händlern. Die Auslieferung des Tesla Model 3 soll aber erst ab dem nächsten Jahr erfolgen.

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Die fünftürige Fließheck-Mittelklasse-Limousine soll laut Tesla-Chef Elon Musk nach dem Tesla Model S und dem SUV-Crossover Model X nun die vorerst letzte Stufe im „Masterplan“ sein. Wie Musk mit seinem Fahrzeug-Portfolio Geld verdienen will, hat er nicht verraten.

Das neue Modell 3 ist zum Beispiel ein echter Schnapper, denn man soll den Stromer in der Basisversion für nur 35.000 US-Dollar bekommen können. Dagegen kostet zum Beispiel ein BMW 3er GT in der Basisversion (320i) und mit Verbrennungsmotor schon ganze 37.500 Euro.

Elon Musk weiß aber auch, dass durch aufpreispflichtige Optionalitäten das Fahrzeug später im Durchschnitt wohl für knapp 42.000 US-Dollar ausgeliefert wird.

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Der Innenraum wird aufgeräumt und übersichtlich präsentiert, ein großer hochformatiger Touch-Bildschirm schmückt das Armaturenbrett zwischen Fahrer und Beifahrer. Hierüber wird vielleicht auch der Autopilot gesteuert, der schon ab der Basisversion serienmäßig an Bord sein soll, nur das Freischalten muss extra bezahlt werden.

Bei einer Mitfahrt schildert der Fahrer allerdings auch noch, dass wir hier noch ein Vorserienmodell sehen, sprich am Innenraumdesign wird sich noch etwas ändern.

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Es ist Platz für fünf Erwachsene, die zudem bestens geschützt sein sollen, denn der Tesla bekommt 5 Sterne im Crashtest. Alle fünf Insassen dürfen sich über ausreichend Licht erfreuen, denn das Model 3 ist mit einem großen Glasdach ausgestattet. Das sorgt für einen hellen Innenraum und ein luftigeres Raumgefühl.

Der Tesla wird entweder an einer oder beiden Achsen angetrieben. Bereits die Basisversion soll in weniger als 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und mit einer Ladung bis zu 350 Kilometer weit fahren können. Realistischer sind wohl 250 Kilometer, was natürlich immer abhängig vom jeweiligen Fahrstil ist. Das „Supercharging“ ist serienmäßig an Bord.

Man kann den Tesla an einer Infrastruktur laden, die vom Hersteller gratis zur Verfügung gestellt werden soll. Über die Umsetzung wird auch noch geschwiegen. Das Ladenetz soll weltweit ausgebaut werden, bis Ende 2017 sollen 7.200 Supercharger und 15.000 Destination Charger fertiggestellt sein, derzeit sind es 50 in Deutschland.

Wie viele wir in Deutschland bekommen ist noch nicht bekannt, aber eines muss man Tesla lassen: Die machen einfach!

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Elon Musk spricht in diesem Zusammenhang von einer eigenen Batterieproduktion in der Wüste von Nevada, die bereits voll funktionstüchtig sei und die größte Fabrik der Welt darstelle. Die Gigafactory ist vermutlich genauso wichtig wie das Vorabvertrauen der Kunden, die jetzt durch die 1.000 Dollar Anzahlung eine Menge Geld in das Unternehmen pumpen. Elon Musk hat inzwischen über Twitter vermeldet, dass er wohl die Produktionszahlen noch mal überdenken muss.

Mehr Infos zum Tesla Model 3 bekommt man derzeitig nicht, was aber laut Firmenchef Musk eher unwichtig ist. Wichtig sind seine Elektrofahrzeuge und dass sie die Menschen vor dem Einatmen giftiger Abgase bewahren.

Fragt sich nur, auf welchem Weg der Strom für die Elektrofahrzeuge produziert wird und ob so nicht auch Emissionen entstehen? Wie sauber ist die Produktion von einem Elektrofahrzeug? Egal!

Was Tesla bewiesen hat: Es gibt ein Interesse an „bezahlbaren“ Elektrofahrzeugen. Vermutlich zieht hier nun aber der „Mode-Name“ Tesla, denn nie war es günstiger, einen Tesla zu fahren als mit dem Tesla Model 3!

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Wie auch immer, der Tesla-Chef sieht sich mit seinen Fahrzeugen als Revolutionär im Bezug auf die Elektrifizierungswelle, die die gesamte Industrie umgekrempelt hätte. Auch GM soll sich dadurch inspiriert gefühlt haben, den Chevrolet Bolt zu bauen, der wiederum als Anstoß für den Nissan Leaf gelte. Die Reichweiten werden in der nahen Zukunft steigen.

Der Tesla-Kult ist auf jeden Fall groß, bei keinem anderen Hersteller würde jemand nur für eine Vorbestellung vor der Tür kampieren. Mal sehen, ob die Absatzzahlen auch dem entsprechend sein werden, geplant sind derzeitig 500.000 Fahrzeuge pro Jahr, ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass diese Zahl nach oben korrigiert werden muss, vor allem wenn der Ansturm so weiter geht.

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Wo viel Licht, da ist aber auch viel Schatten. Die Auslieferung erfolgt erst ab dem Jahr 2017; wann die ersten Tesla 3 Modelle nach Deutschland kommen ist auch noch nicht bekannt. In ein bis zwei Jahren kommen noch viele weitere Elektrofahrzeuge auf den Markt.

Zu nennen wäre da z.B. der Opel Ampera-E, der Chevrolet Bolt und auch bei den anderen Herstellern steht die Elektrofizierung immer noch recht weit oben im Lastenheft. Kann es sein, dass ein Early-Adaptor vom Tesla 3 dann in zwei Jahren ein „altes Auto“ bekommt, weil die Mitbewerber in der Wartezeit an Tesla vorbei ziehen?

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Wirklich innovativ scheint der Tesla 3 ja nicht zu sein, er bietet eine solide Grundreichweite zu einem bezahlbaren Preis. Das wollen andere Hersteller auch tun und auch das autonome Fahren werden wir bei anderen Herstellern sehen.

Dennoch, ich gestehe: Ich bin beeindruckt. Von der großen Tesla-Show, vom Rockstar-Gen, das Elon Musk hat und vor allem von der großen Summe Geld, die da gerade transferiert wird.

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