Autonom fahren – Und weiter?

 

Spätestens seit der Vorstellung des Model 3 von Tesla ist es in aller Munde: Autonomes Fahren!

Dabei wäre zunächst einmal wichtig zu klären, was man darunter überhaupt verstehen soll:

Selbstständig einparken könnten mittlerweile viele Autos. Spurhalteassistenten gibt es auch schon in verschiedenen Varianten und im Tesla wird der Fahrer eben nicht gewarnt, wenn der Wagen von der Fahrbahn abkommt, sondern das Auto korrigiert selbstständig die Spur. Dazu gibt es so einige Videobeweise z. B. auf YouTube.

Für mich persönlich ist das noch kein autonomes Fahren und keine wirklich großartige Revolution. Das Auto hält offenbar sehr gut die Spur, das war es dann auch schon. Das ist im Berufsverkehr sicher sehr angenehm auch auf langen Autobahnfahrten bestimmt ein gutes Feature. Wenn ich einigermaßen häufig die Straße wechseln muss, ist die Funktion nicht der Heilsbringer.

Die Anzahl der Möglichkeiten explodiert förmlich, wenn Autos in der Lage wären, komplett selbstständig zu fahren. Sich ins Auto zu setzen und dem Auto zu sagen wo man hinmöchte, ist dann noch die unterste Liga der Möglichkeiten.

In der Zukunftsmusik heißt es dann oft, dass die Zeit sinnvoll genutzt werden könnte um z. B. E-Mails zu schreiben oder Zeitung zu lesen. Haut mich persönlich nicht vom Hocker, denn das kann ich auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber ich ziehe es öfter vor, doch aus dem Fenster zu schauen und nutze die Zeit in der Bahn nicht immer produktiv.

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Und vermutlich würde es mir auch im selbstfahrenden Auto so gehen. Wobei ich mich gerade frage, ob ich z. B. im Auto schlafen könnte, wenn es selbst fährt, oder ob zumindest am Anfang noch nicht das nötige Vertrauen da ist.

Die nächste Stufe wäre dann das Fahren ohne, dass jemand auf dem Fahrersitz sitzt. Sinnlos glaubt ihr?

Ich fände es alleine schon ziemlich cool, wenn sich mein Auto selbstständig ausliefert. Die Schlüssel bekomme ich ein paar Tage vorher per Post und irgendwann steht dann mein neues Auto einfach vor der Tür.

Oder das Auto fährt selbstständig zur Werkstattterminen. Kleiner Haken: Während das Auto selbstfahrend unterwegs ist, sollte man nicht spontan auf die Idee kommen, zur nächsten Eisdiele fahren zu wollen. Aber ich kann auch z. B. direkt vor dem Kino aus dem Auto steigen und das sucht sich selbst einen Parkplatz.

Noch eine Stufe weitergedacht besitze ich dann gar kein Auto mehr, sondern habe lediglich so etwas wie ein Abo und bestelle mir das Auto morgens an die Haustüre bzw. weiß der Anbieter, dass ich um 7:30 die Wohnung verlasse. Das Auto fährt mich dann zum Arbeitsplatz und holt danach den nächsten Kunden ab. Parkplatzprobleme gibt es nicht mehr.

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Egal ob mein eigenes oder ein geteiltes Auto: Man kann sich eine Menge netter Dinge ausdenken, wenn Autos plötzlich selbst fahren können:

Vielleicht holt mein Auto ja mein Post-Paket ab, während ich arbeiten bin? Oder in meinem Shared-Car liegt schon mein Frühstück, das ich auf dem Weg zur Arbeit essen möchte, weil das Auto vorher selbstständig zu einem Cafe gefahren ist. Auf dem Weg nach Hause ist dann der Einkauf für das Abendessen schon im Kofferraum. Ich könnte auch meine Kinder in das Auto setzen und sicher sein, dass sie auch auf jeden Fall bei der Oma ankommen. Man könnte sogar soweit gehen, dass auch nur die Oma per Gesichtserkennung das Auto öffnen darf. Zu geringe Akkuladung ist auch kein Problem, wenn das Auto immer wieder selbstständig in der Gegend herumfährt. Am automatischen Laden wird bereits gearbeitet.

Alles Zukunftsmusik? Sicher, aber nicht aus ferner Zukunft. Oder um erneut einen Kollegen (sinngemäß) zu zitieren: „Die elektrische Revoultion geht gerade erst los und wir bekommen das alles mit!“

Fotoquellen:
Vogelperspektive Autobahn: snvv/iStock/Thinkstock
Tesla Model 3: © Tesla
Bosch Cockpit: © Bosch

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