Fahrbericht 2016 Audi R8 V10

Die Leistungsdaten klingen nach Lamborghini, sind es jedoch nicht. Der aktuelle Lamborghini Huracan steckt nämlich nur in Teilen im neuen Audi R8 V10, den ich in einem dezenten Grau fahren durfte.

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Bevor ich euch am kommenden Freitag einen Kleinwagen vorstelle, der mich wirklich richtig positiv überrascht hat, gibt es heute einen Traumwagen, der mehr als das Zehnfache kostet, einfach mal nur zum Träumen. Deswegen gibt es heute auch mal ein paar Audi R8 Fotos mehr als sonst.

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Sowohl der Audi R8 V10 als auch der Audi R8 V10 Plus nutzen das Zehnzylinder-Aggregat mit 5,2 Litern Hubraum und Direkteinspritzung. Außerdem sind beide Modelle mit dem Allradantrieb quattro und der S-tronic ausgestattet. Unterschiedlich sind aber die Fahrleistungen, denn der V10 schafft mit seinen 540 PS ohne Probleme den Sprint von 0 auf 100 in nur 3,5 Sekunden, Ende ist bei 320 km/h.

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Der R8 V10 Plus leistet 610 PS und katapultiert einen drei Zehntel schneller auf 100 km/h und erreicht maximal 330 km/h. Der Sound ist bei beiden unnachahmlich, von dumpf grollend über hart bollernd bis hin zu laut kreischend, wenn man den Motor bis zum Maximum von 8.250 U/min treibt.

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Rein äußerlich ist der neue Audi R8 keine echte Neuentwicklung, sondern wirkt eher wie ein Facelift des Vorgängers. Es wurden nur ein paar Details verändert: Ähnliche Proportionen, das jetzt zweiteilige Sideblade und am Heck zeigen sich nun andere Rückleuchten, die in der Form aber den vorherigen gleichen.

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Die jetzt eckigen Endrohre werden von einem Diffusor getrennt. Serienmäßig sind die Voll-LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, das Laserlicht gibt es optional. Dazwischen befindet sich wie immer der Singleframe, der bei diesem Modell nun dem aktuellen Familiengesicht entsprechend sechseckig und kantig mit Wabengitter daherkommt. Darunter nehmen die großen Kühlluftöffnungen mit zwei Streben den Fahrtwind auf, die Flaps lenken die Luft dorthin, wo sie gebraucht wird, wie etwa zu den Bremsen.

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Audi R8 Platzangebot!

Nehmen wir doch mal Platz. Im Cockpit wird der Fahrer vom Armaturenbrett eingeschlossen, das Dashbord nimmt viel Platz ein. Nichts für große Fahrer, denn auch die Füße haben durch die Radkästen nicht viel Bewegungsspielraum und die Sitze lassen sich nicht sehr weit verstellen.

Ich bin 1,75 m groß, ich habe ausreichend Platz, ausreichend Kopffreiheit und fühle mich mit dem Fahrzeug sehr verbunden. Eine ideale Kombination aus Fahrer und Auto entsteht durch die gute Sitzposition.

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Die Mittelkonsole ist regelrecht aufgeräumt, ohne den mittigen MMI-Bildschirm befinden sich dort nur noch die Klimaregler, die an den Audi TT erinnern. Es ist ungewohnt ohne den mittigen Touchscreen, aber dafür lassen sich die Instrumente frei programmieren und zeigen nun die Infos an, die man sehen möchte.

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Beispielsweise kann man sich etwa eine große-Navi Karte anzeigen lassen, oder einen großen Drehzahlmesser mit digitalem Tacho, während andere Instrumente geschrumpft daneben zu finden sind.

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Durch die übersichtliche Mittelkonsole sind nun viele Bedienelemente auf dem Lenkrad. Hier findet sich jetzt eine Knöpfchenflut von etwa zwölf Tasten plus Schaltwippen, mit denen das Drive Select, die Performance-Einstellung und die Dynamik-Funktionen gesteuert werden.

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Fahreindruck vom Audi R8 V10

Wie sollte es anders sein? Ich hatte wahnsinnig viel Spaß mit dem Audi R8!

Seine direkte Lenkung, die großzügig dimensionierte Bremsanlage und das sportliche Fahrwerk lassen fahrtechnisch kaum Wünsche offen. Die Gangwechsel werden wunschgemäß vorgenommen und wenn ich mag, kann ich manuell über die Schaltwippen Eingriff nehmen.

Wer meint, dass er sich mit einem Audi R8 unauffällig im Straßenverkehr bewegen kann, der geht vermutlich auch mit einem Dortmund-Trikot in die Schalke-Arena. Das geht nicht, man fällt auf. Oftmals auch gar nicht so negativ, wie man denken könnte.

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Und doch gibt es ein paar Dinge, die mir nicht so ganz passen. Ein Porsche z.B. bietet mit weniger Leistung eine bessere Performance als Audi mit dem R8. Ich vermisse außerdem Dinge wie zum Beispiel das manuelle Schaltgetriebe mit der offenen Schaltkulisse des Vorgängermodells.

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Die aus anderen Klassen üblichen Assistenzsysteme wie der Abstandregler, der Spurhalte-Assistent, der Tot-Winkel-Warner und die City-Notbremse sind nicht vorhanden. Klar kann man hier nun sagen, dass man diese Assistenten auch nicht benötigt, aber bei dem Preis kann man so etwas schon verlangen.

Einen automatischen Heckspoiler, der bei Bedarf ausfährt (auf Wunsch auch per Tastendruck) gibt es ja schließlich auch. Klar, der ist Pflicht, denn die Hinterachse muss bei höheren Geschwindigkeiten auf die Straße gedrückt werden.

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Gegen Aufpreis gibt es einen ausgekleideten Kofferraum, der so schön ist, dass man sich fast weigert dort etwas hinein zu legen.

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Die Preise sind natürlich recht gesalzen:

Der V10 mit 540 PS kostet ganze 165.000 Euro, mit 610 PS legt man für ihn fast soviel auf den Tisch wie für einen Lamborghini Huracan. Dieser bietet jedoch eine wesentlich höhere Exklusivität und der Werterhalt ist auch nicht vergleichbar.

Mir fehlt unter anderem ein Achtzylinder und auch Varianten, die preislich unter 100.000 Euro starten, sonst stellt der R8 am Ende keine Konkurrenz für den Porsche 911 dar, aber eventuell möchte man sich im Konzern auch nicht in die Quere kommen.

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Auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole. Was soll man an einem Fahrzeug in der Preisklasse kritisieren? Diejenigen, die sich ein solches Geschoss leisten können, verdienen meinen kompletten Respekt, denn da bin ich sehr amerikanisch eingestellt. Hätte mein Nachbar so ein Fahrzeug, ich würde applaudieren (und hoffen, dass er mich mal ne Runde mit nimmt).

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Richtig gelungen finde ich beim Audi R8 übrigens den Tankdeckel. Da man den Tankwart ja vermutlich sowieso häufiger besucht, kann man den formschönen Alu-Deckel per Tastendruck öffnen und danach schnell tanken.

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Ein Schnellverschluss im Füllstutzen macht den Tankvorgang zu einem Vergnügen – bis die Rechnung kommt. Im Durchschnitt habe ich den Audi R8 V10 mit knapp 15 Liter bewegt.

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Am Freitag, da stelle ich euch ein Fahrzeug vor mit 80 PS, Platz für 5 Personen und einem Preis, der richtig günstig ist. Zugegeben, der ist dann nicht ganz so sportlich wie der Audi R8, aber vermutlich auch viel, viel günstiger im Unterhalt.

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