Mein ungewöhnlichster Testwagen: Der Suzuki Jimny Ranger!

Vor ein paar Jahren habe ich mir in Bremerhaven mal angesehen, wie aus dem Suzuki Jimny ein echter Suzuki Jimny Ranger wird. Das ideale Fahrzeug für Jäger und Sammler?

Eines vorweg, ich bin weder Jäger noch Sammler, aber ich kenne einen Jäger und der hat neben der Mercedes-Benz G-Klasse tatsächlich einen Suzuki Jimny Ranger. Zeit also, diesen Exoten auch mal zu fahren.

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Suzuki selber weiß, dass ein guter Jagdbegleiter nicht zu auffällig sein darf. Das Sondermodell gibt es in drei Varianten, als Club, Comfort oder als Style. Wir fahren die Style-Variante, die dann auch mit den Alu-Felgen um die Ecke kommt, die ehrlich gesagt kein Jäger braucht.

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Der Jimny Ranger bietet einen ausgekleideten Kofferraum. Die abwaschbare und somit leicht zu reinigen Verkleidung sorgt dafür, dass der bis zu 816 Liter große Kofferraum nicht verschmutzt wird.

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Doch fangen wir vorne an:

Unter der Motorhaube von diesem Geländewagen, steckt ein 1,3 Liter Benziner. 84 Pferdestärken reichen um die Forstwege zu bezwingen. Doch der Jimny spielt keinen Geländewagen, er ist einer. Er verfügt über einen Allradantrieb und eine Geländeuntersetzung, etwas was viele SUV-Fahrer nur aus ihren künsten Träumen kennen.

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Wer meint, dass er mit seinem Jimny Ranger über die Autobahn fahren müsste, der erlebt das Spurrillen-Wetthüpfen bis maximal Tempo 140. Machen wir uns nichts vor, der Jimny Ranger gehört nicht auf die Autobahn, schnelle Kurven auf Landstraßen sind auch eher nicht sein Revier. Der gehört in den Wald, auf den Forstweg und darf dort als Arbeitstier schuften.

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Der Jimny Ranger-Käufer freut sich über eine sehr leichtgängige Servolenkung. Unter uns? Der Griff in die Lenkung gleicht dem Griff ins Sofa-Kissen, selten so eine indirekte Lenkung gehabt, aber genau so muss die sein im Gelände, denn stellt euch mal vor, dass die Rückmeldung euch jedes Mal die Hände verdreht.

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Das manuelle 5-Gang Getriebe hat mich in die 80er Jahre versetzt, denn bei vielen Fahrzeugen aus der Epoche konnte man ebenfalls ein Bäcker-Praktikum machen. Rührkuchen konnte man nach jeder Fahrt aus dem Eff Eff machen. Kleiner Scherz, aber es gibt sicherlich Fahrzeuge bei denen man die Gänge besser einlegen kann. Da der Jimny Ranger aber sowieso 14,1 Sekunden für den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt, hat man auch für die Gangwechsel ausreichend Zeit und kann diese also in Ruhe sortieren.

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Die Bremsen (vorne Scheiben, hinten Trommeln), scheinen ausreichend groß dimensoniert für das Leergewicht von 1,1 Tonnen. Das Fahrwerk (3-Lenker Starrachse mit Schraubenfedern vorne und hinten) ist für die Klasse vollkommen okay, wer auf der Autobahn allerdings Tempo 140 ausreizt, sollte Vorsicht hinterm Volant walten lassen, denn sonst schaukelt sich der Jimny schon schnell auf.

Etwas Luxus gibt es auch: So verfügt der Jimny Ranger über elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, über eine Sitzheizung und über eine Klimaanlage.

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Ziehen darf der Jimny Ranger übrigens maximal 1,3 Tonnen. Wenn das bis zu 816 Liter große Volumen vom Kofferraum nicht ausreicht, kann man auch noch 75 kg auf das Dach packen. Doch Vorsicht ist geboten, das maximale zulässige Gesamtgewicht liegt bei 1.420 kg. Die maximale Zuladung beträgt somit magere 285 kg. Gut, dass der Jimny Ranger als Jäger-Edition (also mit dem Schutzgitter hinten) nur zwei Personen Platz bietet.

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Geländewagentypisch ist übrigens die Sitzposition. Man hat das Gefühl, dass man etwas zu weit links sitzt. Das liegt daran, dass man so einfacher – bei heruntergelassenem Fahrerfenster – die Räder sehen kann. Im Gelände sollte man nämlich immer mal nachsehen können, was die Rad-Reifenkombinationen gerade überfahren.

Sparsam ist der Jimny nicht gerade, kombiniert wird der NEFZ-Verbrauch mit 7,1 Liter angegeben. Mein Verbrauch lag, wie fast immer, etwas darüber. Da der Tank nur 40 Liter fasst, fährt man also auch häufiger mal zur Tankstelle.

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Mit einer Bodenfreiheit von 19 cm und einem Böschungswinkel von 36° empfielt sich der Jimny für den Forstweg. In das richtig schwere Gelände sollte man sich aber nur wagen, wenn man ihm noch etwas mehr Bodenfreiheit verpasst. Es wäre doch wahrlich ärgerlich, wenn ein Stein das ein oder andere Aggregat beschädigt.

Neben dem Lada ist und bleibt der 3,69 lange Jimny Ranger eine günstige Alternative für Förster, Jäger und Waldmenschen. Er bietet bescheidenen Luxus gepaart mit einer Offroad-Fähigkeit, die in der Preisklasse ihresgleichen sucht. Wie schon erwähnt ist der Nutzwert eher bescheiden, das dürfte die Käufer aber nur wenig interessieren. Sie haben ja so oder so in der Preisklasse kaum eine Wahl und im Vergleich zum Lada ist der Suzuki Jimny Ranger defintiv die bessere Partie.

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Was kostet ein Suzuki Jimny Ranger? 16.690 Euro muss man mindestens investieren, unser Testfahrzeug hatte einen Basis-Preis von 17.670 Euro. Ärgerlich, dass man sich bei einem Geländewagen einen Unterfahrschutz noch dazubestellen muss, aber ansonsten ist in dem Preis auch alles drin, was man braucht.

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Wäre ich ein Jäger, ein Förster oder ein Waldmensch, ich hätte eine Mercedes-Benz G-Klasse und vermutlich als Zweitwagen auch einen Suzuki Jimny Ranger.

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